Inneneinrichterin Sabine Stiller"Ausmisten befreit ungemein"

Wer in seiner Wohnung mehr Räume will, braucht nicht mehr Zimmer, sagt die Raumaufteilungsexpertin Sabine Stiller im Interview.

ZEIT ONLINE: Frau Stiller, wer Sie anruft, hat ein großes Problem: Die Wohnung ist plötzlich zu klein.

Sabine Stiller:  Stimmt. Häufig ist dann gerade das zweite oder dritte Kind geboren, und man merkt, jetzt wird es eng.

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ZEIT ONLINE: Warum ziehen diese Familien nicht einfach in eine größere Wohnung oder an den Stadtrand in ein Reihenhaus mit Garten, wie es die meisten tun?

Wer sich bei mir meldet, will eigentlich gar nicht umziehen.

Stiller: Wer sich bei mir meldet, will eigentlich gar nicht umziehen. Oder kann nicht. Oder beides. Viele möchten nämlich am liebsten in ihrem Viertel bleiben: Man mag die Umgebung, kennt die Kita, trifft sich beim Einkaufen. Dort aber kostet eine größere Wohnung meist deutlich mehr, wenn man überhaupt eine findet. Und was das Haus betrifft, ist es ja oft so: Das, was man bezahlen kann, will man nicht und das, was man will, kann man nicht bezahlen.

ZEIT ONLINE: Bleibt das Problem, dass die eigene Wohnung nicht größer wird. 

Sabine Stiller
Sabine Stiller

Sabine Stiller, 40, ist gelernte Inneneinrichterin. Mit ihrem Mann und den beiden Söhnen (6 und 10) wohnt sie seit 15 Jahren in vier Zimmern im Hamburger Generalsviertel. Die Räume hat sie mittlerweile drei Mal umstrukturiert, je nach Familiensituation

Stiller: Daran kann ich natürlich auch nichts ändern. Aber bei der Besichtigung dieser Wohnungen wird in der Regel schnell klar, dass es vor allem an Stauraum und Struktur fehlt: Im Flur liegen die Schuhe wild durcheinander, für Schals und Mützen gibt es keinen festen Platz, in den Kinderzimmern stehen Kartons mit Sommerkleidern auf dem Schrank, und das Regal ist übervoll mit Büchern und Spielzeug. Meist hilft es schon, wenn man die Schuhe in einer Kiste sammelt, und die Mützen in einer Schublade verschwinden. Ein typischer Fehler in Altbauwohnungen ist übrigens, in den langen Fluren einen einzelnen Schrank oder eine Kommode zu stellen. Denn die sind weder praktisch noch können sie dort wirken. Einem gut beleuchteten Flur mit einer Breite von einem Meter vierzig schadet es dagegen überhaupt nicht, wenn man ihm fünfzig Zentimeter abknapst, um dort einen raumhohen Schrank für den nötigen Stauraum aufzustellen.

ZEIT ONLINE: Richtig hübsch klingt das Wort Stauraum allerdings nicht…

Stiller: Aber man braucht ihn. Deshalb muss man versuchen, ihn dort unterzubringen, wo er nicht stört.

ZEIT ONLINE: Zum Beispiel?

Stiller: Ganz oft werden die Raumhöhen nicht ausgenutzt. Ideal sind meist Einbauschränke – am besten an einer Wand oder Ecke, wo sie zu einem Teil des Raumes werden und wie ein Stück Architektur wirken. Damit gewinnt man nicht nur viel Platz, sondern auch optisch viel Ruhe. Und man bekommt genügend Stellfläche für die zwei, drei Möbel, die einem wirklich wichtig sind.

ZEIT ONLINE: Vermutlich erwähnen Sie bei Ihrer Besichtigung nicht sofort das Wort Stauraum, oder?

Stiller: Nein. Normalerweise reden wir erst einmal über die Situation und die Wünsche. Dabei stellt sich oft heraus, dass die Familie sechs Räume braucht: Ein bis zwei Kinderzimmer sowie Platz zum Essen, Wohnen, Arbeiten und einen Schlafbereich für die Eltern. Das alles muss dann meist auf dreieinhalb oder vier Zimmer untergebracht werden.

ZEIT ONLINE: Wie soll das gehen?

Ein Zimmer hat ja nicht nur Wände, an die man Dinge stellen kann.

Stiller: Die meisten Räume, selbst kleine, lassen sich in der Regel gut mehrfach nutzen, man muss sie nur richtig strukturieren. Ein Zimmer hat ja nicht nur Wände, an die man Dinge stellen kann; ein Zimmer ist auch ein Raum, den man durch Möbel, Teppich und Beleuchtung in verschiedene Bereiche unterteilen kann. Dafür reicht es allerdings nicht, den Schreibtisch einfach in eine Ecke des Wohnzimmers zu stellen, weil da gerade Platz ist. Man muss sich vorher überlegen, wie der Raum aussehen könnte. In der Regel gehe ich gemeinsam mit dem Paar durch die Wohnung und mache Fotos: von jedem Buch, jedem Spielzeug, jeder Leidenschaft, die ich entdecke. Das ist mir wichtig, denn die persönlichen Dinge sollen auch nachher ihren Platz finden. Ganz selten äußere ich bei meinem Besuch schon Ideen. Die entwickeln sich meist erst in den zwei, drei Wochen danach.

ZEIT ONLINE: Warum tun Sie es manchmal doch?

Leserkommentare
  1. [...]

    Übrigens, Preise:
    - Analyse 180 Euro (Vermutlich nur eine Stunde)
    - Konzept 850 Euro (mit Grundriss!)

    Ob die Familie nicht doch besser umzieht. Mit 2000 Mark kann man sogar schon den Umzugsdienst beauftragen.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen und höflichen Umgangston. Die Redaktion/sh

    4 Leserempfehlungen
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    ...eben mal die Existenzgrundlage eines anderen Menschen als "verschwendung" abzukanzeln. Sie - Coron - müssen ja einem sehr nützlichen Broterwerb nachgehen, dass Sie sich diese Position anmassen können.
    Die Idee ist gut, und deckt sich mit den Bedürfnissen vieler Leute aus meinem Umfeld. Die Familien wachsen, aber grösserer Wohnraum ist aus Mangel und ständig steigenden Mietpreisen für die meisten kaum zu bekommen. Andererseits sind in unserem Viertel funktionierende nachbarschaftliche Beziehungen gewachsen, die man nicht so schnell wieder aufgeben will. Meistens arbeiten beide Elternteile, sodass für eine entsprechende Planung keine Zeit mehr übrig ist. Und es ist ja auch nicht jeder ein geborener Innenarchitekt.
    Da kann sich eine Dienstleistung wie die von Frau Stiller schnell rechnen, wenn Sie in entsprechender Qualität ausgeführt wird.

    ...eben mal die Existenzgrundlage eines anderen Menschen als "verschwendung" abzukanzeln. Sie - Coron - müssen ja einem sehr nützlichen Broterwerb nachgehen, dass Sie sich diese Position anmassen können.
    Die Idee ist gut, und deckt sich mit den Bedürfnissen vieler Leute aus meinem Umfeld. Die Familien wachsen, aber grösserer Wohnraum ist aus Mangel und ständig steigenden Mietpreisen für die meisten kaum zu bekommen. Andererseits sind in unserem Viertel funktionierende nachbarschaftliche Beziehungen gewachsen, die man nicht so schnell wieder aufgeben will. Meistens arbeiten beide Elternteile, sodass für eine entsprechende Planung keine Zeit mehr übrig ist. Und es ist ja auch nicht jeder ein geborener Innenarchitekt.
    Da kann sich eine Dienstleistung wie die von Frau Stiller schnell rechnen, wenn Sie in entsprechender Qualität ausgeführt wird.

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Äußerungen und diskutieren Sie anhand sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/wg

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ganz schön dreist..."
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    • Ortrun
    • 18.05.2011 um 9:55 Uhr

    "der soll den Nachbarn einladen und ihn fragen, wo man noch Platz machen kann. Klingt blöd, ist aber ganz einfach."
    Jup, das klingt sogar ziemlich blöd...

    Natürlich kann man für 2000 Euro umziehen - vorausgesetzt man findet in der Umgebung eine größere Wohnung für den gleichen Mietpreis. Aber das ist für Sie vermutlich auch "ganz einfach".

    Warum eigentlich soll jemand, der sich beraten lassen möchte, das nicht dürfen? Den Preis weiß ich vorher; ob mir die Beratung das wert ist, entscheidet doch niemand außer mir allein. Glücklicherweise darf ich mein Geld immer noch so ausgeben, wie ich möchte.

    "Es ist die selbe Rechnung, die unsere Anwälte, Steuerberater, Consulter, Politiker, Spekulanten, Moderatoren, Popstars, Fussballprofis, etc. machen - viel Geld für nutzlose Arbeit.
    Würden all diese Schwätzsubjekte eine Maurerkelle in die Hand nehmen, so gäbe es 6 Zimmerwohnungen für alle!"
    Sie wollen den tragenden Säulen unserer Kultur Maurerkellen in die Hand geben,damit die Wohnraum bauen ? Da lasse ich mir aber dann doch lieber die Wohnung von der Expertin neu strukturieren.
    Überhaupt - wo sollen die denn hier was bauen ? Wenn ich mit Eimer und Keller zum Arnswalder Platz laufe, und da anfange auszubaggern, gibt das garantiert Ärger. Und sonst ist hier leider nichts mehr frei.

    "Es darf auch jeder mit einem grünrosa Köstum und Mickymouse-Ohren kopfüber in der Fußgängerzone "Oh du schöner Westerwald" singen - nur soll er sich nicht beschweren wenn er ausgelacht wird."
    Ach Sie waren das! Sonst guckt immer keiner...
    Vielen Dank übrigens für Ihre Steuergelder - auch von meinen Kindern. Angesichts Ihrer Grosszügigkeit denken wir schon über weiteren Nachwuchs nach ;-)

    • Ortrun
    • 18.05.2011 um 9:55 Uhr

    "der soll den Nachbarn einladen und ihn fragen, wo man noch Platz machen kann. Klingt blöd, ist aber ganz einfach."
    Jup, das klingt sogar ziemlich blöd...

    Natürlich kann man für 2000 Euro umziehen - vorausgesetzt man findet in der Umgebung eine größere Wohnung für den gleichen Mietpreis. Aber das ist für Sie vermutlich auch "ganz einfach".

    Warum eigentlich soll jemand, der sich beraten lassen möchte, das nicht dürfen? Den Preis weiß ich vorher; ob mir die Beratung das wert ist, entscheidet doch niemand außer mir allein. Glücklicherweise darf ich mein Geld immer noch so ausgeben, wie ich möchte.

    "Es ist die selbe Rechnung, die unsere Anwälte, Steuerberater, Consulter, Politiker, Spekulanten, Moderatoren, Popstars, Fussballprofis, etc. machen - viel Geld für nutzlose Arbeit.
    Würden all diese Schwätzsubjekte eine Maurerkelle in die Hand nehmen, so gäbe es 6 Zimmerwohnungen für alle!"
    Sie wollen den tragenden Säulen unserer Kultur Maurerkellen in die Hand geben,damit die Wohnraum bauen ? Da lasse ich mir aber dann doch lieber die Wohnung von der Expertin neu strukturieren.
    Überhaupt - wo sollen die denn hier was bauen ? Wenn ich mit Eimer und Keller zum Arnswalder Platz laufe, und da anfange auszubaggern, gibt das garantiert Ärger. Und sonst ist hier leider nichts mehr frei.

    "Es darf auch jeder mit einem grünrosa Köstum und Mickymouse-Ohren kopfüber in der Fußgängerzone "Oh du schöner Westerwald" singen - nur soll er sich nicht beschweren wenn er ausgelacht wird."
    Ach Sie waren das! Sonst guckt immer keiner...
    Vielen Dank übrigens für Ihre Steuergelder - auch von meinen Kindern. Angesichts Ihrer Grosszügigkeit denken wir schon über weiteren Nachwuchs nach ;-)

  3. Entfernt. Bitte achten Sie auf einen angemessenen Umgangston. Die Redaktion/cs

    5 Leserempfehlungen
    • Ortrun
    • 18.05.2011 um 9:55 Uhr

    "der soll den Nachbarn einladen und ihn fragen, wo man noch Platz machen kann. Klingt blöd, ist aber ganz einfach."
    Jup, das klingt sogar ziemlich blöd...

    Natürlich kann man für 2000 Euro umziehen - vorausgesetzt man findet in der Umgebung eine größere Wohnung für den gleichen Mietpreis. Aber das ist für Sie vermutlich auch "ganz einfach".

    Warum eigentlich soll jemand, der sich beraten lassen möchte, das nicht dürfen? Den Preis weiß ich vorher; ob mir die Beratung das wert ist, entscheidet doch niemand außer mir allein. Glücklicherweise darf ich mein Geld immer noch so ausgeben, wie ich möchte.

    Antwort auf "Richtig,"
  4. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Die Redaktion/cs

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    • gorgo
    • 18.05.2011 um 10:59 Uhr

    Sagen wir es so: Ich persönlich brauche sicher keine Raumaufteilungsexpertin und habe von diesem Artikel nicht gerade viel Neues mitgenommen - aber Ihre agressiven und vor Selbstgewissheit fast platzenden Kommentare sind das einzig wirklich Unangenehme in dieser Umgebung. So, hope not to meet you...
    P.S.: Ich würde nicht ausschließen, dass ich von uns beiden die höheren Steuern zahle. Weniger wohlhabenden Familien wegen der allgemeinen Verschwendung meiner Steuern das Kindergeld streitig zu machen, oder Arme als unordentliche Dummsuffe hinzustellen, finde ich ganz persönlich ziemlich erbärmlich...

    Bitte achten Sie auf eine respektvolle Ausdrucksweise. Danke. Die Redaktion/wg

    • gorgo
    • 18.05.2011 um 10:59 Uhr

    Sagen wir es so: Ich persönlich brauche sicher keine Raumaufteilungsexpertin und habe von diesem Artikel nicht gerade viel Neues mitgenommen - aber Ihre agressiven und vor Selbstgewissheit fast platzenden Kommentare sind das einzig wirklich Unangenehme in dieser Umgebung. So, hope not to meet you...
    P.S.: Ich würde nicht ausschließen, dass ich von uns beiden die höheren Steuern zahle. Weniger wohlhabenden Familien wegen der allgemeinen Verschwendung meiner Steuern das Kindergeld streitig zu machen, oder Arme als unordentliche Dummsuffe hinzustellen, finde ich ganz persönlich ziemlich erbärmlich...

    Bitte achten Sie auf eine respektvolle Ausdrucksweise. Danke. Die Redaktion/wg

  5. "Es ist die selbe Rechnung, die unsere Anwälte, Steuerberater, Consulter, Politiker, Spekulanten, Moderatoren, Popstars, Fussballprofis, etc. machen - viel Geld für nutzlose Arbeit.
    Würden all diese Schwätzsubjekte eine Maurerkelle in die Hand nehmen, so gäbe es 6 Zimmerwohnungen für alle!"
    Sie wollen den tragenden Säulen unserer Kultur Maurerkellen in die Hand geben,damit die Wohnraum bauen ? Da lasse ich mir aber dann doch lieber die Wohnung von der Expertin neu strukturieren.
    Überhaupt - wo sollen die denn hier was bauen ? Wenn ich mit Eimer und Keller zum Arnswalder Platz laufe, und da anfange auszubaggern, gibt das garantiert Ärger. Und sonst ist hier leider nichts mehr frei.

    "Es darf auch jeder mit einem grünrosa Köstum und Mickymouse-Ohren kopfüber in der Fußgängerzone "Oh du schöner Westerwald" singen - nur soll er sich nicht beschweren wenn er ausgelacht wird."
    Ach Sie waren das! Sonst guckt immer keiner...
    Vielen Dank übrigens für Ihre Steuergelder - auch von meinen Kindern. Angesichts Ihrer Grosszügigkeit denken wir schon über weiteren Nachwuchs nach ;-)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Richtig,"

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