Zutaten: Zwei verschiedene Kartoffelpflanzen, Teesäckchen aus Zellstoff, Schnur

Das gibt’s: Eine Sorte, die es nur bei Ihnen gibt. Einzigartig.

Dauer: Zwischendurch heißt es zwei Tage warten, aber die Bestäubung selbst geht dann ratzfatz. Bis klar ist, ob die Aktion geglückt ist, dauert es allerdings bis Herbst – Herbst 2012 – also erst, wenn Sie ernten, was Sie im kommenden Frühjahr mit den nigelnagelneuen Samenkörnern aussäen.

Die Vorbereitung: Sie brauchen blühende Kartoffelpflanzen. Von zwei verschiedenen Sorten. Also den beiden, die Sie kreuzen wollen. Wie man Kartoffeln anpflanzt, am besten noch einmal hier nachlesen. Die Prinzessinnengärtner haben sich für die Sorten "Rote Emma" und die violette Kartoffel "Kongo" entschieden – Gärtner Matthias will unbedingt eine neue lilafarbene Sorte. Die Mutterpflanze sollte von vornherein auf einem Stein angepflanzt werden, damit sie keine Kartoffeln austreibt und somit alle Energie in die Pflanze über der Erde fließen kann. Im Prinzessinnengarten wird natürlich traditionell im Sack gepflanzt.

Zwei Tage vor der Kreuzung: Nehmen Sie einen Blütenzweig der Mutterpflanze und pulen Sie vorsichtig die Antheren heraus – das sind die männlichen Teile der Blüte, die Staubbeutel. Auf dem Bild mit der "Roten Emma" sind das die gelben Pusteln. Wichtig: Bitte lösen sie die Antheren aus allen Blüten dieses Stengels. Stülpen Sie dann einen Teebeutel darüber und binden ihn unten rund um den Stengel zu. Die Blüte soll ja nicht anderweitig bestäubt werden in der Zwischenzeit, schon gar nicht von sich selbst.

Der Kreuzungsakt: Nach zwei Tagen zupfen Sie eine Blüte der gewählten Vaterpflanze ab. Bei den Prinzessinnengärtnern war es eine knallig violettblaue der Sorte "Kongo". Dann wieder den Teebeutel von dem kastrierten Blütenstengel der Mutterpflanze entfernen, die Vaterblüte auf den Stempel der Mutterblüte tupfen, am besten ein paar Male, ordentlich bestäuben! Und das war’s dann auch schon. Teebeutel wieder drüber, fertig.

Und so geht’s weiter: Die Teesäckchen können Sie nach drei, vier Tagen wieder abmachen. Sie sollen nur verhindern, dass Ihre frisch bestäubten Blüten sich doch noch irgendeinen anderen männlichen Pollen einfangen. Sie werden sehen: Bald wachsen Früchte an Ihren Kartoffelpflanzen, sie sehen aus wie kleine grüne Tomaten. Die ernten Sie nach und nach, pulen die Samenkörner heraus und trocknen sie. So 150 Stück sollten Sie schon haben. Das ist buchstäblich der Kern von etwas originär Eigenem: die frische Saat fürs kommende Jahr, auszusäen im Frühjahr. Und Sie können sicher sein, so etwas gab es noch nie. Die Prinzessinnengärtner sind schon gespannt auf ihre Eigenkreation. Der Name steht auch schon: "Kreuzberger Sack". Übrigens: Im vergangenen Jahr wurde auch gekreuzt, aber eher larifari – was die Vaterpflanze war, weiß keiner. Ausgesät hat man die unbekannte Saatmischung dann trotzdem. Aber mehr als lustige kleine Baby-Kartoffeln sind bislang nicht daraus entstanden.

Wer den Prinzessinnengarten unterstützen möchte, kann dorteine Beetpatenschaft übernehmen .