Nachhaltige Weihnachten : Biogans und Ökogold zum Fest
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Bücher, Schmuck, Spendengeschenke

Geschenke

Krise hin oder her, dieses Weihnachten wollen die Deutschen laut der Gesellschaft für Konsumforschung nur vier Euro weniger für Weihnachtsgeschenke ausgeben als im vorigen – nämlich durchschnittlich 241 Euro. Noch dazu soll Geld an die Lieben fließen: Insgesamt werden ca. 2,1 Milliarden Euro bar verschenkt oder überwiesen.

Das beliebteste Geschenk sind Bücher. 954 Millionen Euro wollen die Deutschen diese Weihnacht dafür ausgeben. Sicher werden auch einige E-Book-Reader verschenkt. Man mag elektronische Bücher unromantisch finden, aber aus Sicht des Umweltschützers sind sie keine schlechte Idee. Eine Studie der Cleantech Group kam zu dem Schluss, dass der CO2-Abdruck für die Herstellung eines Kindles nach einem Jahr ausgeglichen ist, wenn man auf papierene Bücher verzichtet. Wer sich allerdings jedes Jahr die neueste technische Version des Geräts zulegt, macht den Umweltvorteil des Elektrobuchs wieder zunichte.

Auch Schmuck wird gern verschenkt. Doch der wahre Preis für Gold und Diamanten ist meist höher als auf dem Etikett steht. Die internationale Kampagne Kein schmutziges Gold , die auch von FIAN Deutschland unterstützt wird, bezeichnet den Goldbergbau als "eine der schmutzigsten Industrien der Welt", weil dabei hochgiftige Stoffe eingesetzt würden. Detaillierter beschreibt es der Bericht der Organisation . Zudem arbeiten laut Human Rights Watch weltweit eine Million Kinder in Goldminen. Der Diamantenhandel wiederum befeuert laut einer kürzlich veröffentlichten Erklärung der NGO Global Witness immer noch gewalttätige Konflikte und Menschenrechtsverletzungen. Stiftung Warentest empfiehlt, Schmuck aus fair gehandeltem Gold und Edelsteinen zu kaufen. Bezugsquellen gibt es zum Beispiel hier .

Soll man lieber an karitative Institutionen spenden anstatt sich gegenseitig mit überflüssigen Geschenken zu überhäufen? Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bietet eine Online-Spenderberatung. Mit ihrer Hilfe lässt sich prüfen, ob die Organisation, für die man spenden möchte, DZI-zertifiziert ist, also Standards wie Gemeinnützigkeit, Achtung der Menschenrechte und Transparenz erfüllt.

Eine Alternative zum Spenden sind Mikrokredite . Auf kiva.org etwa kann man Geld (mindestens 25 Dollar) an kleine Unternehmer in der ganzen Welt verleihen, und damit beispielsweise einem armenischen Fotografen eine neue Kamera finanzieren oder einer senegalesischen Mutter bei den Schulgebühren helfen. Kiva garantiert nicht, dass man sein Geld wiederbekommt, allerdings wurden in der Vergangenheit 98,95 Prozent der Kredite zurückgezahlt.

Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Traurig...

Ich finde es echt traurig, dass man mittlerweile nichts mehr kaufen kann ohne, dass die eigene Gesundheit, die Umwelt oder andere Menschen darunter leiden.
Das eine Produkt ist der Umweltkiller, das andere von Kinderhand gefertigt und dass nächste ist krebserregend. Schlussendlich müsste man bei jedem einzelnen noch so unbedeutenden Produkt Nachforschungen betreiben. Aber wer macht das schon...?

Genuss

'Wer sich vor allem für die Klimabilanz seines Weihnachtsessens interessiert, ...ist ein armes Schwein'

Ich denke die problematischen Worte sind hier "vor allem".

Wer bei einem Spaziergang vor allem darauf achtet, niemand anzurempeln, wird sich dabei kaum entspannen.

Gott sei Dank ist es nicht allzu schwierig, spazieren zu gehen, ohne jemanden anderen zu stören und ein wunderbares Essen zu kochen, mit dem man zukünftigen Generationen nicht schadet. So kann man sich dann ganz auf einen Genuss mit gutem Gewissen konzentrieren.

fragwuerdige interest rates

Ich hab mal ein bisschen reingelesen in kiva.org, welches hier propagiert wird. Ich bin dann sehr schnell auf die sogenaneten field partners gestossen, die das zinsfrei bereitgestellte geld mit durchschnittlichen zinssatz von 35.21% as of Januar 7 2010 verleihen. Ich hab mir dann stichprobenartig die einzelnen feld partner angeschaut und interest rates von 80% gefunden. niedrigster war 18%.
Klar muessen die organisatioenen geld verdiehen und vermittler etc. Dieses mass ist jedoch meines erachtens gaenzlich unangemessen.