Nachhaltige WeihnachtenBiogans und Ökogold zum Fest

Welche Klimabilanz hat mein Weihnachtsessen? Welche Geschenke sind sinnvoll? Wie komme ich am umweltfreundlichsten zur Familie? Tipps für ein nachhaltiges Fest von 

Speisen zum Fest

Traditionell isst man in Deutschland zu Weihnachten Gans und Ente. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen im Weihnachtsmonat Dezember rund 20.000 Tonnen Geflügel mehr verspeist als in den Vormonaten. Laut Statistischem Bundesamt werden Gänse für den deutschen Markt vor allem aus Polen oder Ungarn importiert. Der Tierschutzbund kritisiert das: "Dort ist die Haltung vielfach katastrophal. Größtenteils werden Gänse und Enten in engen Käfigen gehalten, in denen sie nicht einmal normal stehen, geschweige denn sich artgerecht verhalten können." Wer sicher sein will, dass sein Weihnachtsbraten aus artgerechter Haltung stammt, kann eine Biogans kaufen oder auf inländische Herkunft achten: Die meisten deutschen Gänse stammen aus Freilandhaltung. Allerdings decken sie laut Statistischem Bundesamt nur 13,3 Prozent des Bedarfs – und sind damit deutlich seltener als polnisches und ungarisches Geflügel.

Laut der Kampagne Klima sucht Schutz hat Fleischproduktion, egal ob bio oder nicht, eine sehr ungünstige CO2-Bilanz, wobei Schweinefleisch und Geflügel besser abschneiden als Rindfleisch. Wem vor allem das Tierwohl wichtig ist, der sollte besser zu Biofleisch greifen. Zu den Kriterien für zertifiziertes Öko-Fleisch gehört artgerechte Haltung, allerdings schwanken hier die Standards je nach Hersteller stark. Fleisch der Marke Neuland (keine Biomarke!) ist eine gute Alternative. Der Verband achtet auf artgerechte Haltung und Umweltschutz, zu den Trägerverbänden zählen der deutsche Tierschutzbund und der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz). Laut Judith Hochberger von der Neuland-Kundenberatung liegt der Preis für Neuland-Produkte zwischen dem Preis von konventioneller Ware und Bioware. Eine Liste der Neuland-Verkaufsstellen gibt es hier .

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Auch ein fleischloses Weihnachtsfest ist in Zeiten, in denen selbst Sterneköche vegetarisch kochen, keine freudlose Option mehr. Rezepte für ein vegetarisches Drei-Gänge-Weihnachtsmenü bietet z.B. der Deutsche Vegetarierbund . Wer kein Fleisch, aber unbedingt Fleischgeschmack und -konsistenz will, kann zu Pflanzeneiweiß in Tierform greifen. Die Internetseite Vegefarm etwa bietet eine erstaunliche Auswahl, darunter sogar vegetarische geräucherte Ente und pflanzlichen Tintenfisch. Fleisch- und Fischersatzprodukte sind wegen des teils hohen Energie- und Ressourcenaufwands, der in die Produktion eingeht, jedoch nicht immer besser für die Umwelt. Das haben Studien des Swedish Insitute for Food and Biotechnology und der britischen Cranfield-Unversität (mit Unterstützung des WWF) herausgefunden. Sicherlich ist ein Tofu-Block aus Sicht des Tier- und Umweltschützers dem massenproduzierten Schweinebraten immer noch vorzuziehen, nur sollte man auch Fleischersatzprodukte nur in Maßen verzehren.

Wer sich vor allem für die Klimabilanz seines Weihnachtsessens interessiert, kann sie sich hier online ausrechnen lassen.

Leserkommentare
    • tobmat
    • 23. Dezember 2011 11:36 Uhr
    41. Lustig

    Nur hat der Mensch, genauer gesagt der Europäer, es geschaft innerhalb von knapp 10.000 Jahren seine Verdauung auf Milch einzustellen. Was ja bedeutet das wir schon seit über 10.000 Jahren Milsch zu uns nehmen. Haustiere halten wir noch länger. Nebenbei nicht um mit ihnen zu spielen. ;)
    Das es sogar eine ganze Epoche gibt wo man von Jägern & Sammlern spricht ist ihnen auch bekannt? Die haben mit Sicehrheit keien Pflanzen gejagt. ;)

    Antwort auf " Jawohl,@Zeitleser2010"
    • tobmat
    • 23. Dezember 2011 11:39 Uhr
    42. Omnivor

    "Die menschlichen Verdauungsorgane ähneln nämlich denen der Weidetiere genauso wenig wie denen der Raubtiere." Tatsächlich ähneln sie denen von Omnivoren.

    Antwort auf " Herr Admiral!"
  1. Im Beitrag "Nachhaltige Weihnachten" wird aus der o.g. Studie wie folgt kommentiert:" Stearin- und Bienenwachskerzen sind laut einer Studie der kalifornischen SC State University außerdem die gesündere Variante: Paraffinkerzen produzieren demnach beim Brennen gesundheitsschädliche Schadstoffe..."

    Man kann das Rußen bzw. die angebliche Gesundheitsschädlichkeit einer Kerze NICHT an der Brennmasse festmachen. Entscheidend sind vielmehr zwei Dinge:
    1. Hohe Qualität der Brennmasse (ganz gleich ob Bienenwachs, Paraffin, Stearin oder andere):Dadurch wird gewährleistet, dass von Anfang an keine Schadstoffe in der Kerze sind, die dann freigesetzt werden können. Außerdem eignet sich die Brennmasse auch dann erst für den Kerzenabbrand in Innenräumen.

    2.Verhältnis Docht und Brennmasse: Für den perfekten Abbrand einer Kerze ist es wichtig, dass Brennmasse und Docht aufeinander abgestimmt sind. Wird ein zu dünner Docht gewählt, dann hat man nur eine kleine Flamme und die Kerze brennt nicht vollständig ab bzw. aus. Andererseits führt ein zu starker Docht leicht zu Rußen, weil der viele Brennstoff dann nicht mehr vollständig verbrannt werden kann.
    Aus beiden gleich wichtigen Gründen sollte man daher nur Kerzen mit dem RAL-Gütezeichen kaufen, die geprüfte Qualität aus erfahrenen Herstellerbetrieben garantieren. Mehr hierzu unter www.kerzenguete.com sowie http://www.kerzenguete.co...

    I.Grimm, Pressesprecherin der Gütegemeinschaft Kerzen e.V.,Stuttgart

    • tobmat
    • 23. Dezember 2011 13:30 Uhr

    Sie schreiben echt nur über ihren eigenen Geschmack? Ich kann mich noch gut an ihr Kommentar erinnern, wo sie schreiben das es für sie, für die Ihren und für die ganze Welt (tatsächlich in der Reihenfolge) besser wäre wenn die Menschheit wieder so Leben würde wie es die Natur vorgesehen hat bzw. wie es natürlich ist.

    Antwort auf "Und was ist mit denen,"

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