Leserartikel

GartengeschichtenUrlaub auf dem Dach

Ein Buchsbaum mit Farnflügeln und Gemüse zum Naschen: Leserin C. Gölz hat auf ihrem Dach ein grünes Wohnzimmer. Das will auch in den Ferien gehegt und genossen werden. von 

Mein Garten liegt mitten in der Stadt auf dem Dach. Anfangs, vor über zwanzig Jahren, standen dort drei Töpfe. Heute sind es im Sommer weit über hundert: Urlaubserinnerungen, Heimatpflanzen, Geschenke von Freunden, Gekauftes, Gesätes, Selbstvermehrtes und von allein Angesiedeltes wächst neben- und miteinander.

Zu den eigenhändig gezogenen Bäumen gehören Buchen, Ginkgo und Eiche, zu den zugeflogenen Birken, Ahorne und Buddleya. Dann sind da auch noch von den Eichhörnchen gepflanzte Nussbäume und ein Haselnussstrauch.

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Speziell an meinem Garten ist, dass sich viele Pflanzen zusammengefunden haben. Mein Lieblingspaar ist ein geschnittener Buchs, aus dessen Mitte seit Jahren ein Farn wächst. Den Farnwedel lasse ich über den Buchs hinauswachsen. Im Winter ist der Buchs einer wie jeder andere, aber in der warmen Jahreszeit sieht es aus, als hätte er Flügel.

Natürlich greife ich gelegentlich ein, hege und pflege, schneide und rupfe, aber Ordnung wäre nicht das erste Wort, was einem zu meinem Dachgarten einfällt. Im Laufe der Jahre sind viele Zierpflanzen, Zwiebelblumen, Stauden, Gräser und unzählige Kräuter hinzugekommen.

Außerdem wächst auf meinem Dach etwas Gemüse, wie Salat, Radieschen und Tomaten. Abgesehen von den Kräutern, mit denen ich meinen Bedarf im Sommer decke, ist das Gemüse eher zum Naschen da.

Es gibt keinen schöneren Ort, um mich nach der Arbeit zu entspannen, als meinen Dachgarten. Es gibt dort viel zu entdecken: einen Molch im Seerosenzuber – keine Ahnung, wie der dort hinein gekommen sein kann; eine Babylibelle, die mit der Lupe aussieht, als wäre sie auf dem Weg in einen Fantasyfilm; Marienkäfer, die mir die Pflanzen lausfrei halten; fette Hummeln und Schmetterlinge, doch zum Glück keine Schnecken an den Erdbeeren.

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Der ZEIT-ONLINE-Wald

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Mein Dachgarten ist ein regelrechter Wohnraum im Freien mit Platz zum Sitzen und Liegen. Für meine Freunde und mich ist er der beste Ort an lauen Sommerabenden. Deswegen fahre ich selten im Sommer in den Urlaub. Nicht nur, weil es Zuhause so schön ist, sondern auch, weil es verdammt viel Zeit kostet, den Garten zu pflegen. Mit fünf Minuten Gießen ist es nicht getan. Anders als Pflanzen im Boden verzeihen es Topfpflanzen kaum, wenn man sie vernachlässigt. Sie sind auch anfälliger für Frostschäden. Im vergangenen Winter ist viel erfroren, meine Hortensien beispielsweise. Ein Jammer!

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Leserkommentare
    • Hagmar
    • 23. Juni 2012 18:41 Uhr

    Wunderschön, Ihr Dachparadies, die Frage, die sich mir aufdrängt: Was ist eigentlich mit dem Gewicht eines solchen Gartens? Ich habe eine grosse Dachterrasse über meinem Wohnzimmer aber bei mehr als 10 grossen Töpfen wäre ich besorgt, sobald zusätzlich noch mehrere Besucher sich darauf aufhalten.
    Was ist denn bei Ihnen unter der Terrasse?
    Mein Mitgefühl für die Hortensien; bei mir hat dieser Winter meine Lieblingsrosen, die viele Jahre überstanden hatten und mit denen ich bis in den Spätherbst hinein meine Vasen füllen konnte, erledigt. Ansonsten einen schönen Sommer!

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    Gewicht ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt. Nicht so sehr wg. der Statik - Menschen wiegen mehr als meine Pflanzen - sondern eher wg. der Verrückung. Meine Töpfe werden nämlich öfters verrückt. Im Vordergrund stehen die schönen, meist schweren Töpfe, in der zweiten Reihe dann die leichten, die auch schon mal nach Terracotta aussehen, aber aus Plastik sind ...

  1. Bäume auf dem Dach, was machen die wenn der Wind pfeift ?
    Sind die auch ordentlich gesichert ? Sind die auch Sturmfest ?

    Ist ja nicht auzudenken wenn die davonfliegen.
    Wenn das die Sicherheit erfährt !

    Und die Nüsse fliegen ja wie Bomben davon den anderen auf die Köpfe. Das ist ja richtig gefährlich !

    Nutzpflanzen muß man doch anmelden, deklarieren und versteuern.
    Wenn das das Finanzamt erfährt.

    Steuerhinterziehung - Schwarzarbeit !

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    Das Leben ist einfach gefährlich!

  2. Gewicht ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt. Nicht so sehr wg. der Statik - Menschen wiegen mehr als meine Pflanzen - sondern eher wg. der Verrückung. Meine Töpfe werden nämlich öfters verrückt. Im Vordergrund stehen die schönen, meist schweren Töpfe, in der zweiten Reihe dann die leichten, die auch schon mal nach Terracotta aussehen, aber aus Plastik sind ...

    Antwort auf "Gewicht??"
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    Wow, dass macht mich jetzt aber verrückt ;-)

  3. Das Leben ist einfach gefährlich!

    Antwort auf "Sicherheit"
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    ... das hatte Kollege @Konterrevolution ironisch gemeint.

  4. ... das hatte Kollege @Konterrevolution ironisch gemeint.

    Antwort auf "Sicherheit"
  5. Wow, dass macht mich jetzt aber verrückt ;-)

    Antwort auf "Gewicht"
    • Aluni
    • 26. Juni 2012 1:00 Uhr
    7. Und...

    Und... keine Mäuse und Wühlmäuse, vorerst, keine Maulwurfshaufen, kein Giersch, vorerst, keine Brennnesseln, vorerst, viel Sonne, kaum Schatten - Alter der Gehölze? Bonsai-Nuss?

  6. Ein Pflanzgefäß sollte schon ein Mindestgewicht haben um Wind und Sturm zu widerstehen. Große Gefäße bieten auch mehr Spielraum bei der Bepflanzung. Sie lassen sich zwar nicht so leicht verrücken, sind aber richtig spannend, wenn man das Kulturbegleitgrün akzeptiert.
    Das gefährliche Leben ist schön!

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  • Serie Gartengeschichten
  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Garten | Jahreszeit | Pflanze | Sommer | Urlaub | Winter
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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