Ich bin zugegebenermassen erstaunt, dass eine solche Fotostrecke im Zeit Magazin erscheint. Die Fotos mögen eine gewisse ästhetische Qualität haben, aber es fehlt jegliche Kontextualisierung und die Bildtitel sind schlimm wie in Tagen der Hagenbeckschen Menschenzoos. Wie kann es sein, dass wir heute noch anonymisierend von Menschen als Stellvertretern ihres 'Volkes' sprechen? Die einzigen, die mit Namen genannt werden, sind aus dem urbanen Umfeld, aber auch hier wird nicht weiter kontextualisiert. Und der Begleittext verschlimmert das ganze noch: aha, der Fotograf kennt Afrika gut, weil er ein paar Länder bereist hat? Allein schon die Überschrift 'Das Gesicht Afrikas' zeugt von einer Hybris, die ich im Magazin einer der wichtigsten Zeitungen des Landes absolut erschreckend finde. Sie sind doch kein Coffeetable Book!!!
Bitte sowas nicht mehr: aber gerne mal eine Fotoserie eines Fotografen aus einem der vielen afrikanischen Länder. Da gibt es tatsächlich etwas neues, unglaubliches zu entdecken, und nicht Bilder, die wir so ähnlich schon tausendmal gesehen haben! Bei Bedarf können wir gerne weiterhelfen!
Nadine Siegert,
Stellv. Leiterin, Iwalewa-Haus
Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
Wie Sie noch Ihre Anschrift darunter setzen, um über den Herkunftsort Ihrer Aussage dieselbe zu legitimieren, zeigt doch schon einiges. Die Fotografien sind deshalb schön, weil sie eine kulturelle Seite Afrikas zeigen, wie sie so kaum zu sehen - gerade das ist doch das Anliegen von Kunst und damit auch Fotografie. Dass man das an Ihrer Universität nicht versteht, ist mir nicht schleierhaft, Sie unterrichten ja keine Kunst.
Hans Westermann
zuhause am Computer
Fachmann für Druckerpatronen
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
Wie Sie noch Ihre Anschrift darunter setzen, um über den Herkunftsort Ihrer Aussage dieselbe zu legitimieren, zeigt doch schon einiges. Die Fotografien sind deshalb schön, weil sie eine kulturelle Seite Afrikas zeigen, wie sie so kaum zu sehen - gerade das ist doch das Anliegen von Kunst und damit auch Fotografie. Dass man das an Ihrer Universität nicht versteht, ist mir nicht schleierhaft, Sie unterrichten ja keine Kunst.
Hans Westermann
zuhause am Computer
Fachmann für Druckerpatronen
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
anschließen, für ein sonst modemäßig so bildbewusstes Magazin klang der Titel wirklich nach 30er oder 50er Jahre.
Irgendwelche statisch präsentierten Individuen stellvertretend für ganz "Afrika"?
Sie sollten sich stattdessen einfach mal ein paar Folgen der schönen Sendung "Kleider machen Leute" auf Arte ansehen, um zu verstehen wie lebendig, faszinierend, lebenslustig die Bewohner ganz bestimmter Städte und Länder (gerade auch in Afrika) Traditionen, Trends und Moden ausleben und sich dabei vor allem als Individuen präsentieren, die um ihrer selbst wahrgenommen werden möchten.
und nicht mehr und nicht weniger.
Egal ob aus Afrika, Europa oder Asien, keine Ahnung was jetzt unglaublich daran ist. Wir leben 2012, Afrika und seine Bewohner sind mittlerweile Teil der bekannten Welt, das überholte Gedöns ums Exotische "Gesicht Afrikas" ist obsolet.
Ich finde die Bilder sehr schoen. Ich verstehe die Kritik von Frau Siegert nicht, es gibt doch auch sehr viele Fotostrecken aus Europa die diesen sehr aehnlich sind. Das ein paar Menschen nicht stellvertretend fuer ein ganzes Land sein koennen, sollte dem allgemeinen Betrachter wohl klar sein.
Was genau an den Bildern ist so provozierend oder verkehrt? Es sind Portrais, die alles moegliche aber sicherlich keine Belustigung beim Betrachter hevorrufen.
von Frau Siegert - immerhin stellvertretende Leiterin eines Afrika-Zentrums - schon, denn sie fürchtet um die Deutungshoheit ihrer Sichtweise.
Das sind künstlerische Fotos, gemacht von einem europäischen Fotographen und sie sind schön. Wie immer sind (künstlerische) Sichtweisen subjektiv.
Leider, und das ist die einzige Kritik die ich habe, ist der Titel der Bildreihe verfehlt, bzw. falsch formuliert! Hätte es geheißen: Gesichter Afrikas /Afrikanische Gesichter oder Menschen aus Afrika/Benin, würde das den Bildern gerecht. So ist der Titel - nicht die Fotos - schon überheblich, ob gewollt oder nicht.
von Frau Siegert - immerhin stellvertretende Leiterin eines Afrika-Zentrums - schon, denn sie fürchtet um die Deutungshoheit ihrer Sichtweise.
Das sind künstlerische Fotos, gemacht von einem europäischen Fotographen und sie sind schön. Wie immer sind (künstlerische) Sichtweisen subjektiv.
Leider, und das ist die einzige Kritik die ich habe, ist der Titel der Bildreihe verfehlt, bzw. falsch formuliert! Hätte es geheißen: Gesichter Afrikas /Afrikanische Gesichter oder Menschen aus Afrika/Benin, würde das den Bildern gerecht. So ist der Titel - nicht die Fotos - schon überheblich, ob gewollt oder nicht.
"Bildtitel sind schlimm wie in Tagen der Hagenbeckschen Menschenzoos"
das halte ich für eine krasse Übertreibung und in Bezug auf die Hagenbeckschen Völkerschauen eine absolute Untertreibung. Die Art der Präsentation ist teilweise tatsächlich auf einen Exotismus aus (das das funktioniert beweist allein Kommentar 1). Aber die Schönheit der fotografierten Menschen geht nicht unter und das war bei Hagenbeck und Konsorten anders. Oder irre ich hier?
Insgesamt für mich einfach nur der neueste Wurf aus der Reihe "Ein weißer Europäer entdeckt Afrika". Als gäbe es nicht Millionen von Afrikanern gemachte Bilder ihrer Heimat und Mitmenschen (aber die will ja nie einer sehen). Denn die "Entdeckung" Afrikas durch den weißen Mann hat eben ein höheres Gewicht als die Selbstdarstellung der Afrikaner. Leider und das ist der Punkt der mich wirklich nervt.
waren die zeitgemäße Präsentation des Sujets.
Sie waren kaum rassistischer als die ganze damalige Welt. Von der Intention her wahrscheinlich sogar weniger, sonst hätte man die "Fremden" nicht als solche stand alone gezeigt, sondern a la Wild-West-Show vom überlegenen Weißen besiegen lassen.
Wie man aus heutiger Sicht darüber urteilt hat schon fast hysterische Züge, da könnte ich auch den Rassismus-Vorwürf anbringen, wenn das exotische Gesicht Afrika in Fotos vorgeführt wird.
Noch nie wurde eine Ausstellung im Londoner Victoria And Albert Museum so heiß erwartet wie diese. Wir zeigen Bilder aus der Retrospektive "David Bowie is".
Sind Smartphones eine Gefahr für anspruchsvolle Fotografie? Ostkreuz-Fotograf Maurice Weiss und Fabian Mohr von ZEIT ONLINE diskutieren im Pro und Contra.
Wie Cindy Sherman schlüpft die Künstlerin Catrine Val von einer Identität in die nächste. Ihre Bildserie "Feminist" spielt mit dem Akt der weiblichen Selbstinszenierung.
Der Fotograf Andrei Liankevich porträtiert heidnische Bräuche, Sowjetkult und Alltag in seiner Heimat Weißrussland. Auf der Leipziger Buchmesse sind die Bilder zu sehen.
Ich finde, sie haben irgendwie etwas Geheimnisvolles
Ich bin zugegebenermassen erstaunt, dass eine solche Fotostrecke im Zeit Magazin erscheint. Die Fotos mögen eine gewisse ästhetische Qualität haben, aber es fehlt jegliche Kontextualisierung und die Bildtitel sind schlimm wie in Tagen der Hagenbeckschen Menschenzoos. Wie kann es sein, dass wir heute noch anonymisierend von Menschen als Stellvertretern ihres 'Volkes' sprechen? Die einzigen, die mit Namen genannt werden, sind aus dem urbanen Umfeld, aber auch hier wird nicht weiter kontextualisiert. Und der Begleittext verschlimmert das ganze noch: aha, der Fotograf kennt Afrika gut, weil er ein paar Länder bereist hat? Allein schon die Überschrift 'Das Gesicht Afrikas' zeugt von einer Hybris, die ich im Magazin einer der wichtigsten Zeitungen des Landes absolut erschreckend finde. Sie sind doch kein Coffeetable Book!!!
Bitte sowas nicht mehr: aber gerne mal eine Fotoserie eines Fotografen aus einem der vielen afrikanischen Länder. Da gibt es tatsächlich etwas neues, unglaubliches zu entdecken, und nicht Bilder, die wir so ähnlich schon tausendmal gesehen haben! Bei Bedarf können wir gerne weiterhelfen!
Nadine Siegert,
Stellv. Leiterin, Iwalewa-Haus
Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
Wie Sie noch Ihre Anschrift darunter setzen, um über den Herkunftsort Ihrer Aussage dieselbe zu legitimieren, zeigt doch schon einiges. Die Fotografien sind deshalb schön, weil sie eine kulturelle Seite Afrikas zeigen, wie sie so kaum zu sehen - gerade das ist doch das Anliegen von Kunst und damit auch Fotografie. Dass man das an Ihrer Universität nicht versteht, ist mir nicht schleierhaft, Sie unterrichten ja keine Kunst.
Hans Westermann
zuhause am Computer
Fachmann für Druckerpatronen
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
Wie Sie noch Ihre Anschrift darunter setzen, um über den Herkunftsort Ihrer Aussage dieselbe zu legitimieren, zeigt doch schon einiges. Die Fotografien sind deshalb schön, weil sie eine kulturelle Seite Afrikas zeigen, wie sie so kaum zu sehen - gerade das ist doch das Anliegen von Kunst und damit auch Fotografie. Dass man das an Ihrer Universität nicht versteht, ist mir nicht schleierhaft, Sie unterrichten ja keine Kunst.
Hans Westermann
zuhause am Computer
Fachmann für Druckerpatronen
Vielen Dank, Frau Siegert, für Ihren Kommentar! Genau das ging mir auch durch den Kopf, als ich diese Fotostrecke und vor allem die Bildunterschriften gesehen habe - wie ein Gruß aus Völkerkunde und Exotenschauen des 19. Jahrhunderts ...
anschließen, für ein sonst modemäßig so bildbewusstes Magazin klang der Titel wirklich nach 30er oder 50er Jahre.
Irgendwelche statisch präsentierten Individuen stellvertretend für ganz "Afrika"?
Sie sollten sich stattdessen einfach mal ein paar Folgen der schönen Sendung "Kleider machen Leute" auf Arte ansehen, um zu verstehen wie lebendig, faszinierend, lebenslustig die Bewohner ganz bestimmter Städte und Länder (gerade auch in Afrika) Traditionen, Trends und Moden ausleben und sich dabei vor allem als Individuen präsentieren, die um ihrer selbst wahrgenommen werden möchten.
und nicht mehr und nicht weniger.
Egal ob aus Afrika, Europa oder Asien, keine Ahnung was jetzt unglaublich daran ist. Wir leben 2012, Afrika und seine Bewohner sind mittlerweile Teil der bekannten Welt, das überholte Gedöns ums Exotische "Gesicht Afrikas" ist obsolet.
Ich finde die Bilder sehr schoen. Ich verstehe die Kritik von Frau Siegert nicht, es gibt doch auch sehr viele Fotostrecken aus Europa die diesen sehr aehnlich sind. Das ein paar Menschen nicht stellvertretend fuer ein ganzes Land sein koennen, sollte dem allgemeinen Betrachter wohl klar sein.
Was genau an den Bildern ist so provozierend oder verkehrt? Es sind Portrais, die alles moegliche aber sicherlich keine Belustigung beim Betrachter hevorrufen.
von Frau Siegert - immerhin stellvertretende Leiterin eines Afrika-Zentrums - schon, denn sie fürchtet um die Deutungshoheit ihrer Sichtweise.
Das sind künstlerische Fotos, gemacht von einem europäischen Fotographen und sie sind schön. Wie immer sind (künstlerische) Sichtweisen subjektiv.
Leider, und das ist die einzige Kritik die ich habe, ist der Titel der Bildreihe verfehlt, bzw. falsch formuliert! Hätte es geheißen: Gesichter Afrikas /Afrikanische Gesichter oder Menschen aus Afrika/Benin, würde das den Bildern gerecht. So ist der Titel - nicht die Fotos - schon überheblich, ob gewollt oder nicht.
ein Kontinent und kein Land. Verstehen Sie das?
von Frau Siegert - immerhin stellvertretende Leiterin eines Afrika-Zentrums - schon, denn sie fürchtet um die Deutungshoheit ihrer Sichtweise.
Das sind künstlerische Fotos, gemacht von einem europäischen Fotographen und sie sind schön. Wie immer sind (künstlerische) Sichtweisen subjektiv.
Leider, und das ist die einzige Kritik die ich habe, ist der Titel der Bildreihe verfehlt, bzw. falsch formuliert! Hätte es geheißen: Gesichter Afrikas /Afrikanische Gesichter oder Menschen aus Afrika/Benin, würde das den Bildern gerecht. So ist der Titel - nicht die Fotos - schon überheblich, ob gewollt oder nicht.
ein Kontinent und kein Land. Verstehen Sie das?
"Bildtitel sind schlimm wie in Tagen der Hagenbeckschen Menschenzoos"
das halte ich für eine krasse Übertreibung und in Bezug auf die Hagenbeckschen Völkerschauen eine absolute Untertreibung. Die Art der Präsentation ist teilweise tatsächlich auf einen Exotismus aus (das das funktioniert beweist allein Kommentar 1). Aber die Schönheit der fotografierten Menschen geht nicht unter und das war bei Hagenbeck und Konsorten anders. Oder irre ich hier?
Insgesamt für mich einfach nur der neueste Wurf aus der Reihe "Ein weißer Europäer entdeckt Afrika". Als gäbe es nicht Millionen von Afrikanern gemachte Bilder ihrer Heimat und Mitmenschen (aber die will ja nie einer sehen). Denn die "Entdeckung" Afrikas durch den weißen Mann hat eben ein höheres Gewicht als die Selbstdarstellung der Afrikaner. Leider und das ist der Punkt der mich wirklich nervt.
waren die zeitgemäße Präsentation des Sujets.
Sie waren kaum rassistischer als die ganze damalige Welt. Von der Intention her wahrscheinlich sogar weniger, sonst hätte man die "Fremden" nicht als solche stand alone gezeigt, sondern a la Wild-West-Show vom überlegenen Weißen besiegen lassen.
Wie man aus heutiger Sicht darüber urteilt hat schon fast hysterische Züge, da könnte ich auch den Rassismus-Vorwürf anbringen, wenn das exotische Gesicht Afrika in Fotos vorgeführt wird.
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