Fahrrad in der Stadt Mit dem Rad durch offene Türen
Mit unseren Fahrrädern können wir die Welt retten – und dabei sogar noch Spaß haben, schreibt die Fahrradforscherin Jane Pirone im Gastbeitrag.
- Datum: 16.09.2012 - 14:28 Uhr
© Spencer Platt/Getty Images

New York: Radfahrer während einer Demonstration in New York
Nach Angaben der UN-Organisation UN-Habitat ist "nachhaltige Urbanisierung eine der größten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft des 21. Jahrhunderts". Bis 2050 werden laut der Organisation rund sechs Milliarden Menschen in Städten leben. Diese Zahl – zusammen mit dem rapiden Klimawandel und der Begrenztheit von fossilen Brennstoffen – bedeutet, dass wir radikal überdenken müssen, wie wir unsere Städte gestalten und wie wir uns in ihnen fortbewegen wollen. Das Fahrrad scheint dabei eine offensichtliche Lösung zu sein: Weniger Verkehr, weniger Bedarf an Straßen, weniger Mineralölverbrauch, bessere Luft, mehr Bewegung. Trotzdem schaffen wie es nicht, uns von der Hegemonie unserer geliebten Autos zu verabschieden.
Warum nicht? Wenn es nur um Nutzen und Effizienz ginge – also die einfache Frage, wie eine große Menge an Menschen am besten von A nach B kommt – hätten wir vielleicht schon eine Fahrradgesellschaft; so wie sie vor 30 Jahren in Peking existierte. Doch inzwischen ist die Autokultur und mit ihr die regelmäßigen Verkehrsstaus auch dort präsent. Es geht also scheinbar nicht nur darum, wie man am besten von A nach B kommt. Wir müssen auch psychologische Faktoren bedenken, Wirtschaft und Politik sowie die Tradition und die Interessen von Stadtplanern. Dazu kommen Variablen wie Mode, Geschmack, Ästhetik, Stil und Identität – bis hin zu Subkulturen, die beeinflussen können, welche kulturellen Trends sich am Ende durchsetzen.
2010 habe ich die urbanBIKE Initiative gegründet, ein Design- und Forschungszentrum an der Parsons Designhochschule in New York. Dort versuchen wir, die unendlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, die das Fahrrad als Transportmittel in der Stadt bietet. Wir versuchen, das Fahrrad als eine Art Interface der Stadt zu sehen – eine Benutzeroberfläche, die bestimmt, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, zum Beispiel unser Stadtviertel. Wir sind überzeugt, dass eine Stadt, die auf das Fahrrad setzt, die Lebensqualität ihrer Bewohner immens steigert. Anders als der isolierte Autofahrer kommt der Fahrradfahrer automatisch mit seiner Umgebung in Kontakt, sei es mit anderen Menschen oder der Natur.
- Lust auf Stadt - die Themenwoche
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© Tasos Katopodis/Getty ImagesAlle Beiträge zu unserer Themenwoche "Lust auf Stadt" sehen Sie, wenn Sie auf dieses Bild klicken.
Städte sind eine große Errungenschaft. Sie ermöglichen Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Doch viele Stadtbewohner hadern mit dem beschleunigten, vernetzten, von globalen Kräften geprägten Arbeits- und Lebensstil, den die Stadt ihnen abverlangt.
ZEIT ONLINE widmet sich eine Woche lang dem guten Leben in der Stadt. Wir stellen Projekte und Ideen vor, dank derer sich der Wunsch nach mehr Freiraum, nach Natur und Teilhabe mit einem Leben in Ballungsräumen vereinbaren lässt.
Von Eisenhüttenstadt über New York bis Basel finden unsere Autoren gute Gründe, auch die Zukunft in großen und kleinen Städten zu verbringen. Weil man in ihnen schwimmen und Gemüse anbauen, sie der Nase nach oder mit dem Fahrrad entdecken kann.
- Die Folgen der Serie
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Lust auf Stadt: Das gute Leben bleibt urban
Eisenhüttenstadt: Eine Stadt wartet auf ihre Pointe
Tempelhofer Feld: Entfaltung auf dem Rollfeld
Schwimmen im Rhein: Wie Basel lernte, im Fluss zu leben
Smellscapes: Die Stadt mit der Nase entdecken
Stadtleben mit Kind: Kleine Menschen unter vielen
Landleben mit Kind: Die Härte des Lebens in kindgerechten Dosen
Stadt für Senioren: Ohne Aufhebens aufeinander achten
Wohngemeinschaft: Eine Siedlung für alternde Künstler
Städte im Film: Paris von unten, New York von innen
Orte der Stille: Die Stadt der leisen Töne
Grüne Stadt: Klimaanlagen mit Wurzeln und Laub
Bauen mit Holz: Atmende Fassaden statt Platte
Fahrrad in der Stadt: Mit dem Rad durch offene Türen
Seilbahn: Leise über den Dächern reisenAlle Beiträge zur Themenwoche finden Sie hier.
Praktisch und schick
Es gibt viele Beispiele für Fahrradkultur und erfolgreiche Fahrradprojekte, vor allem in skandinavischen Städten. Kopenhagen und das Copenhagen Wheel Project sind ein Paradebeispiel. Im US-Bundesstaat Minnesota versucht die Kampagne Pedal Minnesota die Fortbewegung per Fahrrad einfacher zu machen – für Einheimische ebenso wie für Touristen. Die Interessenvertretung Vélo Québec in Montreal hat der Stadt ein eigenes Fahrradverleihsystem beschert und die Stadt Portland hat gerade einen Plan für rund 1.000 Kilometer neuer Fahrradwege ausgearbeitet.
In New York sind es eher die Hipster, die mit ihren Single-Speed-Rädern und Fahrrad-Polo-Spielen dafür sorgen, dass Speichen und Pedale derzeit absolut im Trend liegen. Vordenker wie der Ökonom Richard Florida und Janette Sadik-Kahn, die Leiterin der New Yorker Verkehrsbehörde sowie Organisationen wie Transportation Alternatives kümmern sich eher um die politische und stadtplanerische Seite – und im März 2013 bekommt auch New York mit Citi Bike endlich ein Bikesharing-Programm.

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Vielleicht renne ich also offene Türen ein und das Fahrrad hat schon längst gewonnen. Doch das glaube ich nicht. Noch immer ist es für die meisten Menschen eher ein Fitnessgerät – oder eine Art Spielzeug oder Hobby, das man am Wochenende rausholt, um mit den Kindern einen Ausflug zu machen. Aber wie können wir es schaffen, dass nicht nur ein paar Hartgesottene tagein tagaus mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln?
Wie können wir erreichen, dass das Fahrrad das wichtigste Element unserer Mobilität wird?
Laut einer Studie der Alliance of Biking & Walking ist der US-Bundesstaat, der gemessen an seinem Verkehrsbudget am meisten für Fahrradfahrer und Fußgänger ausgibt, das kleine New Hampshire. Und selbst dort beträgt der Anteil gerade einmal 3,1 Prozent. Was wäre alles möglich, wenn wir diesen Anteil landesweit auf zehn Prozent anheben und mit dem Geld die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Fahrradprojekten fördern könnten?
- Radverkehr in Deutschland
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Laut der „Studie Fahrrad-Monitor Deutschland 2011“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) fahren zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) mehrmals im Monat Fahrrad. Mehrmals pro Woche sind es 41 Prozent und täglich 15 Prozent. Besonders häufig wird das Rad für Einkäufe und Ausflüge benutzt.
Der Entwurf des Radverkehrsplans 2020 des Bundesverkehrsministeriums nennt weitere Zahlen: Demnach gibt es in Deutschland derzeit rund 70 Millionen Fahrräder. Etwa 80 Prozent aller Haushalte haben mindestens ein Fahrrad, vor 20 Jahren waren es 70 Prozent. In 30 Prozent aller Haushalte gibt es drei oder mehr Räder.
Das Radverkehrsaufkommen ist regional noch sehr unterschiedlich. Laut Verkehrsplan ist die Anzahl der radelnden Bewohner in München zwischen 1996 und 2011 von 6 auf 17 Prozent gestiegen. Und in Frankfurt am Main stieg der Anteil zwischen 1998 und 2008 von 6 auf 14 Prozent. Besonders in mittelgroßen Städten wie Münster (38 Prozent), Bocholt (35 Prozent), Oldenburg (43 Prozent) oder Greifswald (44 Prozent) boomt der Radverkehr. 87 Prozent aller Radfahrten sind kürzer als 5 Kilometer.
Laut Bundesumweltamt legt jeder Radfahrer pro Jahr 380 Kilometer zurück. Diese Angabe bezieht sich allerdings auf relativ alte Zahlen aus 2002.
Bewegung verändert den städtischen Raum
Wer die Zukunft gestalten will, muss sich an die Jugend wenden – aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit der Schulfahrradwerkstatt Recycle-A-Bicycle einen Jugendfahrradgipfel geplant. Er wird im Februar in New York stattfinden, wendet sich eher an die Jüngeren und soll dem Austausch zwischen den Generationen dienen. Beim wenig später stattfindenden National Bike Summit in der Hauptstadt Washington kommen dann auch die schon ergrauten Lobbyisten zum Zuge.
Tim Ingold, ein Anthropologe von der University of Aberdeen, schrieb: "Die Welt, wie wir sie erleben, ist ständig in Bewegung. Diese Bewegung entsteht ständig neu und wir bestimmen – durch unsere eigene Bewegung –, wie sie aussieht."

Jane Pirone lehrt Kommunikationsdesign an der Parsons Hochschule für Design in New York. Wer sich für ihre Projekte interessiert oder an der Youth Bike Summit teilnehmen möchte, kann sie per Email kontaktieren.
Wie wir uns durch den städtischen Raum bewegen, hat direkten Einfluss darauf, wie sich dieser städtische Raum verändert. Wir müssen uns im Klaren sein, dass unser Leben in der Stadt niemals einen fertigen Zustand erreichen wird, sondern immer im Umbruch ist. Um das Fahrrad als gesundes und praktisches Fortbewegungsmittel für Stadtbewohner noch attraktiver zu machen, dürfen wir es nicht als ein Artefakt betrachten. Wir müssen es vielmehr als System begreifen – am besten auf drei Ebenen: der des einzelnen, der von Institutionen und Gruppen und der von Politik und Stadtplanung. Auch viele kleine Projekte wie die in diesem Text beschriebenen können in der Summe eine große Veränderung bewirken.
Vor allem aber dürfen wir nicht vergessen, wie viel Spaß es machen kann, Fahrrad zu fahren.
Aus dem Englischen übersetzt von Christoph Koch
- Quelle: ZEIT ONLINE
- Adresse: http://www.zeit.de/lebensart/2012-08/lust-auf-stadt-fahrrad-mobilitaet/komplettansicht
- Datum: 16.09.2012 - 14:28 Uhr
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- Serie: Lust auf Stadt
- Quelle: ZEIT ONLINE
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Seit ich zeitweise dort (Amsterdam, Noord-Holland) lebe, wird mir zunehmend doch deutlich, daß in Deutschland noch sehr viel Optimierungspotential besteht:
- steuerliche Vergünstigungen werden gewährt.
- Radwege sind in gutem Zustand, und werden auch seitens der Autofahrer respektiert, dank rigoroser Ordnungskräfte.
- der physischen Fitness scheints auch gut zu tun.
Den Aspekt "physische Konstitution kann ich bestätigen: nicht nur dass ich körperlich ausdauernder und belastbarer geworden bin, auch fange ich mir, seit ich (fast) nur noch Fahrrad fahre, kaum mehr eine Erkältung ein. Und gerade im Stadtbereich, der sehr oft mit Autos verstopft ist, bin ich mit einem Fahrrad mit wenig körperlicher Anstrengung oft schneller am Ziel als mit einem Kfz.
Schade nur, dass seitens der Städteplaner lange Zeit der Fokus auf der Optimierung des Automobilnetzes lag und lieber Geld zum Ausbau mehrspuriger Autobahnen gelegt wird als auf ein überregionales und innerstädtisches Fahrradwegenetz. Als Fahrradfahrer ist man allgemein (...) eher dazu angehalten, auf die Signale seiner Umwelt zu achten, auf sein weites Sichtfeld und akustische Reize zurückzugreifen - hier muss natürlich gesagt werden, dass innerhalb jeder Partei des Stadtverkehrs - Fußgänger; Radfahrer; Autofahrer - so einige dem zu wenig beachtung schenken und/oder einfach rücksichtslos fahren/laufen. Hier könnte man sich eine positive Entwicklung versprechen, wenn, anders als in den abgeschirmten Blechkisten, mehr Möglichkeit zur Kommunikation aufkommen kann, und somit Gelegenheit das eigene Handeln zu reflektieren.
Ryyyk's Kommentar kann ich nur bestätigen - auch ich bin viel seltener erkältet seit ich mit dem Rad zur Arbeit fahre. Zudem fühle ich mich viel fitter und ausgeglichener. Dagegen sind die meisten übergewichtigen Personen in meinem Bekanntenkreis Autofahrer - ich kenne keine/n übergewichtigen Radfahrer. Neulich habe ich sogar eine wissenschaftliche Studie gelesen, in der ausgerechnet wurde dass Radfahrer im Durchschnitt länger leben. Voraussetzung sind aber sichere Radwege und ein Verkehr bei dem ALLE aufeinander Rücksicht nehmen, Autofahrer, Fussgäner und Radfahrer. Sonst kann es schnell ungesund werden wenn ein rücksichtsloser Autofahrer mit Handy am Ohr einen ohne zu blinken ummäht oder wenn auch umgekehrt, wenn ein rücksichtsloser Radler ohne Licht oder Klingel den Gehweg entlang jagt.
Ryyyk's Kommentar kann ich nur bestätigen - auch ich bin viel seltener erkältet seit ich mit dem Rad zur Arbeit fahre. Zudem fühle ich mich viel fitter und ausgeglichener. Dagegen sind die meisten übergewichtigen Personen in meinem Bekanntenkreis Autofahrer - ich kenne keine/n übergewichtigen Radfahrer. Neulich habe ich sogar eine wissenschaftliche Studie gelesen, in der ausgerechnet wurde dass Radfahrer im Durchschnitt länger leben. Voraussetzung sind aber sichere Radwege und ein Verkehr bei dem ALLE aufeinander Rücksicht nehmen, Autofahrer, Fussgäner und Radfahrer. Sonst kann es schnell ungesund werden wenn ein rücksichtsloser Autofahrer mit Handy am Ohr einen ohne zu blinken ummäht oder wenn auch umgekehrt, wenn ein rücksichtsloser Radler ohne Licht oder Klingel den Gehweg entlang jagt.
Münster gilt ja als eine der Fahrradhauptstädte Deutschlands. Für mich als Fußgänger würde sich die Lebensqualität verbessern, wenn es weniger Radfahrer gäbe. Wenn ich springen muß, dann fast nie wegen irgendwelcher Autos, sondern fast immer wegen Fahrradfahren. Auf dem Bürgersteig oder in Fußgängerzonen herumzurasen, und wild zu klingeln, wenn man nicht schnell genug aus dem Weg ist, ist ja normal. Und bei Dunkelheit dann gerne ohne Licht. Daß man Bushaltestellen vorsichtig zu passieren hat, weiß auch niemand. Man hat ja eine Klingel. Man sollte diesen Fahrradfahrern mal bewußt machen, daß das eine Nötigung ist. Also eine Straftat.
Sie haben Recht. Wie in Münster nur relativ schmale Streifen des (ursprünglichen) Fußweges durch rötliche Färbung als Fahrradstreifen markiert sind, passiert genau das, was Sie schreiben. Auch dies ist in Holland meist besser, also fast nur getrennt gestaltet - der Fußweg ist höher angelegt, sodass eine strikte Trennung kaum zu umgehen ist. Selbstverständlich braucht dies mehr Raum. Wenn Sie sich selbst und ihren Mitbürgern dem Fahrrad für den größten Teil innerstädtischen Fahrens verschreiben würden, kann die Stadt die Straßen zugunsten der Radwege schmaler gestalten (besser aber ist es, die Stadt geht voran, weil der größte Teil der Bürger erwartet, dass der Staat die Initiative ergreift).
dass es rücksichtslose Radfahrer gibt. Aber sind diese ein Argument gegen bessere Radwege und mehr politische Unterstützung des Radverkehrs?
Es gibt auch rücksichtslose Autofahrer, die Radwege zuparken, zu schnell fahren, drängeln...
Es gibt rücksichtslose Fussgänger, die in Fünferreihen den kompletten Fuss- und Radweg blockieren...
Am besten alles verbieten, oder wie?
daß die von Ihnen zu Recht monierten Verhaltensweisen nicht auf das Fortbewegungsmittel zurückzuführen sind. Ich denke vielmehr, wer auf dem Fahrrad rücksichtslos ist, ist es auch als Fußgänger oder am Steuer eines Kfz.
Sie haben Recht. Wie in Münster nur relativ schmale Streifen des (ursprünglichen) Fußweges durch rötliche Färbung als Fahrradstreifen markiert sind, passiert genau das, was Sie schreiben. Auch dies ist in Holland meist besser, also fast nur getrennt gestaltet - der Fußweg ist höher angelegt, sodass eine strikte Trennung kaum zu umgehen ist. Selbstverständlich braucht dies mehr Raum. Wenn Sie sich selbst und ihren Mitbürgern dem Fahrrad für den größten Teil innerstädtischen Fahrens verschreiben würden, kann die Stadt die Straßen zugunsten der Radwege schmaler gestalten (besser aber ist es, die Stadt geht voran, weil der größte Teil der Bürger erwartet, dass der Staat die Initiative ergreift).
dass es rücksichtslose Radfahrer gibt. Aber sind diese ein Argument gegen bessere Radwege und mehr politische Unterstützung des Radverkehrs?
Es gibt auch rücksichtslose Autofahrer, die Radwege zuparken, zu schnell fahren, drängeln...
Es gibt rücksichtslose Fussgänger, die in Fünferreihen den kompletten Fuss- und Radweg blockieren...
Am besten alles verbieten, oder wie?
daß die von Ihnen zu Recht monierten Verhaltensweisen nicht auf das Fortbewegungsmittel zurückzuführen sind. Ich denke vielmehr, wer auf dem Fahrrad rücksichtslos ist, ist es auch als Fußgänger oder am Steuer eines Kfz.
... wenn man alle zusammenrechnet, auch die *Zeit*, die der Mensch an Arbeit aufwendet, om sich ein Verkehrsmittel zu beschaffen und zu unterhalten (wenn er/sie also NICHT fährt). Ivan Illich kommt zu dem Schluss, dass das Auto so viel von unserer Zeit frisst, wenn wir nicht fahren, das auto somit höchstens 25 km/Stunde fährt.
In seinem Aufsatz "Die sogenannte Energiekrise oder die Lähmung der Gesellschaft." schreibt er zudem:
"Die Auswirkungen der Fahrzeuge auf das 24-Stunden-Zeitbudget von Individuen und Gesellschaften sind kaum erforscht. Verkehrsstudien liefern uns Statistiken über den Zeitaufwand pro Kilometer (...). Das Fehlen einer Kostenrechnung zum gesellschaftlichen Zeitbudget sollte uns jedoch nicht zu der Annahme verleiten, daß eine solche Berechnung unmöglich sei, noch sollte sie uns davon abhalten, aus dem wenigen, das wir wissen, Schlüsse zu ziehen. Unsere beschränkten Informationen zeigen, daß überall auf der Welt, nachdem ein Fahrzeug die Geschwindigkeitsbarriere von 25 km/h überschritt, der verkehrsbedingte Zeitmangel zunahm. Nachdem die Industrie diese Schwelle des Pro-Kopf-Ausstoßes erreicht hatte, machte der Verkehr den Menschen zu einem Heimatlosen neuen Typus: einem Geschöpf, das dauernd seinem Bestimmungsort fern ist und ihn aus eigener Kraft nicht erreichen kann, doch täglich erreichen muß. Heute arbeiten die Menschen einen erheblichen Teil des Tages, um das Geld zu verdienen, das sie brauchen, um überhaupt zur Arbeit zu kommen."
Sie haben Recht. Wie in Münster nur relativ schmale Streifen des (ursprünglichen) Fußweges durch rötliche Färbung als Fahrradstreifen markiert sind, passiert genau das, was Sie schreiben. Auch dies ist in Holland meist besser, also fast nur getrennt gestaltet - der Fußweg ist höher angelegt, sodass eine strikte Trennung kaum zu umgehen ist. Selbstverständlich braucht dies mehr Raum. Wenn Sie sich selbst und ihren Mitbürgern dem Fahrrad für den größten Teil innerstädtischen Fahrens verschreiben würden, kann die Stadt die Straßen zugunsten der Radwege schmaler gestalten (besser aber ist es, die Stadt geht voran, weil der größte Teil der Bürger erwartet, dass der Staat die Initiative ergreift).
Da haben Sie mich mißverstanden. Es geht um reine Fußgängerzonen und Bürgersteige ohne anteiligen Radweg. Manche Bürgersteige sind einfach zu schmal, um dort auch noch Platz für Radler zu reservieren. Allerdings wollen einige Radler dann nicht auf der Straße fahren, wo sie dann ja hingehören. Statt dessen belästigen und gefährden sie lieber Fußgänger.
Fahrrad als Alternative zum Auto hört sich verdammt gut an. Zumindest noch sind aber zu viele Fahrradterroristen unterwegs. Vielleicht wäre da eine Kennzeichenpflicht hilfreich.
Sondern den Autos Raum genommen werden - zum Nutzen aller nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer ...
Da haben Sie mich mißverstanden. Es geht um reine Fußgängerzonen und Bürgersteige ohne anteiligen Radweg. Manche Bürgersteige sind einfach zu schmal, um dort auch noch Platz für Radler zu reservieren. Allerdings wollen einige Radler dann nicht auf der Straße fahren, wo sie dann ja hingehören. Statt dessen belästigen und gefährden sie lieber Fußgänger.
Fahrrad als Alternative zum Auto hört sich verdammt gut an. Zumindest noch sind aber zu viele Fahrradterroristen unterwegs. Vielleicht wäre da eine Kennzeichenpflicht hilfreich.
Sondern den Autos Raum genommen werden - zum Nutzen aller nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer ...
> http://commonman.de/wp/?p...
und meidet die radwege
Da haben Sie mich mißverstanden. Es geht um reine Fußgängerzonen und Bürgersteige ohne anteiligen Radweg. Manche Bürgersteige sind einfach zu schmal, um dort auch noch Platz für Radler zu reservieren. Allerdings wollen einige Radler dann nicht auf der Straße fahren, wo sie dann ja hingehören. Statt dessen belästigen und gefährden sie lieber Fußgänger.
Fahrrad als Alternative zum Auto hört sich verdammt gut an. Zumindest noch sind aber zu viele Fahrradterroristen unterwegs. Vielleicht wäre da eine Kennzeichenpflicht hilfreich.
Auch ich gebe ihnen recht. Manche fahren wirklich wie die Verrückten. Eine Kennzeichenpflicht hielte ich trotzdem für kontraproduktiv.
Über Erziehung und Schule könnte hier noch etwas gehen. Ich habe festgestellt, dass sich Radler mit Führerschein z.B. schon deutlich angepasster verhalten.
Allgemein tut Aufklärung not. Bekleidung und Fahrradtechnik sind heute tatsächlich so weit, dass man problemlos einen 10-Km-Radius ganzjährig bedienen kann.
Sorry, meine Antwort war für M. Münster bestimmt.
Ich könnte mich hier täglich über Fussgänger auslassen, die sich nach Gehör orientieren und ohne zu schauen über Radwege laufen, deren Bewegungsmuster der Braun'schen Molekularbewegung ähneln, ohne dass dem rückwärtigen Verkehrsraum die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird, die den Sinn von Markierungen auf gemeinsam genutzten Wegen komplett ignorieren, die jegliche Verantwortung für die Unversehrtheit ihrer Kinder und Hunde bei anderen Verkehrsteilnehmern sehen und berechtigte Beschwerden mit vulgären Beschimpfungen beantworten.
Ich fordere daher eine Kennzeichnungspflicht für Fussgänger! Diese wandelnden Risikofaktoren müssen zur Rechenschaft gezogen werden!
Auch ich gebe ihnen recht. Manche fahren wirklich wie die Verrückten. Eine Kennzeichenpflicht hielte ich trotzdem für kontraproduktiv.
Über Erziehung und Schule könnte hier noch etwas gehen. Ich habe festgestellt, dass sich Radler mit Führerschein z.B. schon deutlich angepasster verhalten.
Allgemein tut Aufklärung not. Bekleidung und Fahrradtechnik sind heute tatsächlich so weit, dass man problemlos einen 10-Km-Radius ganzjährig bedienen kann.
Sorry, meine Antwort war für M. Münster bestimmt.
Ich könnte mich hier täglich über Fussgänger auslassen, die sich nach Gehör orientieren und ohne zu schauen über Radwege laufen, deren Bewegungsmuster der Braun'schen Molekularbewegung ähneln, ohne dass dem rückwärtigen Verkehrsraum die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird, die den Sinn von Markierungen auf gemeinsam genutzten Wegen komplett ignorieren, die jegliche Verantwortung für die Unversehrtheit ihrer Kinder und Hunde bei anderen Verkehrsteilnehmern sehen und berechtigte Beschwerden mit vulgären Beschimpfungen beantworten.
Ich fordere daher eine Kennzeichnungspflicht für Fussgänger! Diese wandelnden Risikofaktoren müssen zur Rechenschaft gezogen werden!
Auch ich gebe ihnen recht. Manche fahren wirklich wie die Verrückten. Eine Kennzeichenpflicht hielte ich trotzdem für kontraproduktiv.
Über Erziehung und Schule könnte hier noch etwas gehen. Ich habe festgestellt, dass sich Radler mit Führerschein z.B. schon deutlich angepasster verhalten.
Allgemein tut Aufklärung not. Bekleidung und Fahrradtechnik sind heute tatsächlich so weit, dass man problemlos einen 10-Km-Radius ganzjährig bedienen kann.
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