Gegen die Einsamzeit in der Großstadt wünscht sich unsere Leserin Susanne Schmidt Gemeinschaftsküchen. Dort könne man preiswert essen und gleichzeitig Kontakte pflegen.
Es ist ein Privileg in Berlin zu leben. Das denke ich seit über dreißig Jahren und freue mich über jeden alternativen Freiraum, den sich die Menschen hier erarbeiten. Hier finden sich Gleichgesinnte über Zettelbotschaften an Bäumen und bauen Hochgärten auf Brachflächen oder Kinderbauernhöfe in Mietskasernenruinen.
Eines fehlt aber noch: verbindliche Gemeinschaftsküchen. Ich sehne mich schon lange danach: eine Küchen-Interessengemeinschaft in der Straße oder im Häuserblock, in der ein Mal am Tag für alle hungrigen Mitglieder aus der unmittelbaren Nachbarschaft gekocht wird.
Die Volxküchen sind schon mal ein Anfang. Ich schätze ihre Arbeit und ihren politischen Gedanken sehr. Meine Sehnsucht ist aber pragmatischer: Die Gemeinschaftsküchen, die ich mir vorstelle, wären Räume, die funktional eingerichtet sind und gleichzeitig einen angenehmen Aufenthaltsraum bieten. Soziale Räume, in dem Gäste nach der Arbeit eine frische Mahlzeit bekommen, zuverlässig und einfach. Die Räume könnten in angemieteten Wohnungen, Lagerräumen oder kleinen Läden untergebracht sein.
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Egal, ob ich mit Kindern zusammenlebe, oder Single bin – durch die Gemeinschaftsküchen hätten alle weniger Stress und würden Zeit sparen. Die Stadtbewohner könnten die ständige Schlepperei der Einkäufe und die täglichen Gedanken "Was koche ich heute? Was muss ich einkaufen? Wann wird das Essen fertig sein?" aufgeben. Sie könnten sich sicher sein: In der Gemeinschaftsküche ist das Essen lecker, gut, preiswert und rechtzeitig fertig!
Zudem bietet die Gemeinschaftsküche regelmäßige soziale Kontakte. Niemand sollte alleine essen müssen. Sogar der Energieverbrauch würde gesenkt, wenn nicht mehr jeder seinen eigenen Herd anstellen muss.
- Lust auf Stadt - die Themenwoche
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© Tasos Katopodis/Getty ImagesAlle Beiträge zu unserer Themenwoche "Lust auf Stadt" sehen Sie, wenn Sie auf dieses Bild klicken.
Städte sind eine große Errungenschaft. Sie ermöglichen Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Doch viele Stadtbewohner hadern mit dem beschleunigten, vernetzten, von globalen Kräften geprägten Arbeits- und Lebensstil, den die Stadt ihnen abverlangt.
ZEIT ONLINE widmet sich eine Woche lang dem guten Leben in der Stadt. Wir stellen Projekte und Ideen vor, dank derer sich der Wunsch nach mehr Freiraum, nach Natur und Teilhabe mit einem Leben in Ballungsräumen vereinbaren lässt.
Von Eisenhüttenstadt über New York bis Basel finden unsere Autoren gute Gründe, auch die Zukunft in großen und kleinen Städten zu verbringen. Weil man in ihnen schwimmen und Gemüse anbauen, sie der Nase nach oder mit dem Fahrrad entdecken kann.
- Die Folgen der Serie
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Lust auf Stadt: Das gute Leben bleibt urban
Eisenhüttenstadt: Eine Stadt wartet auf ihre Pointe
Tempelhofer Feld: Entfaltung auf dem Rollfeld
Schwimmen im Rhein: Wie Basel lernte, im Fluss zu leben
Smellscapes: Die Stadt mit der Nase entdecken
Stadtleben mit Kind: Kleine Menschen unter vielen
Landleben mit Kind: Die Härte des Lebens in kindgerechten Dosen
Stadt für Senioren: Ohne Aufhebens aufeinander achten
Wohngemeinschaft: Eine Siedlung für alternde Künstler
Städte im Film: Paris von unten, New York von innen
Orte der Stille: Die Stadt der leisen Töne
Grüne Stadt: Klimaanlagen mit Wurzeln und Laub
Bauen mit Holz: Atmende Fassaden statt Platte
Fahrrad in der Stadt: Mit dem Rad durch offene Türen
Seilbahn: Leise über den Dächern reisenAlle Beiträge zur Themenwoche finden Sie hier.
- Als E-Book
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Die Serie Lust auf Stadt gibt es auch als E-Book. Erfahren Sie alles über die einzigartigen Seiten die nur eine Stadt bieten kann, in dieser für Ihren eReader hochwertig aufbereiteten Fassung. Unser E-Book steht Ihnen dabei als ePub-Version für Ihren eReader, sowie als Mobi-Version für Ihr Kindle Lesegerät zur Verfügung.
Genießen Sie unser enhanced E-Book inklusive Videos und begleiten Sie uns auf der Suche nach dem Grün im Grau, wie wir regional angebaute Lebensmittel im urbanen Raum finden und über den Dächern der Stadt schweben. Entdecken Sie auch weitere E-Books von ZEIT ONLINE:
Die Einkäufe und die Verwaltungsaufgaben regelt jede Küchengemeinschaft selbst. Um die Kosten und den Aufwand überschaubar zu halten, werden die Arbeiten aufgeteilt. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder – je nach Größe der Küche zwanzig bis fünfzig Menschen – und besprechen den Speisenplan, die Einkäufe und die Kosten. Jedes Mitglied abonniert so viele Mahlzeiten wie gewünscht und bezahlt im Voraus einen angemessenen Beitrag.
Habe ich Ihnen Appetit gemacht? Gibt es Gleichgesinnte? Wollen wir zusammen die erste verbindliche Gemeinschaftsküche Berlins gründen?











...und wohne dort auch nicht, aber die Idee an sich ist gut !
Nur, alle Geschmäcker unter einen Hut zu bringen...schwierig ! Da schmuggelt irgendein Veganer seine Religion mit ein und crasht bei jedem Essen die Party, der Vegetarier(als harmlosere Variante) will seinen Kopf durchsetzen, dann kommen die Laktoseintoleranten, die Glutenintoleranten, die BIO-Verkoster, und, und !
Ich z.B. mag keine rote Beete, in keiner Form...jach !
@Guy of Gisborne
Seit wann ist Veganismus eine Religion? Ich kenne keinen Veganer, der sich "irgendwo einschmuggelt" um irgenwelche Partys zu crashen. Ihnen fehlt ein wenig der Respekt vor Menschen, die eine gewaltfreie, umweltfreundliche Ideologie für sich gewählt haben - ganz anders als Menschen, die dem Karnismus und Speziesismus anhängen.
@Guy of Gisborne
Seit wann ist Veganismus eine Religion? Ich kenne keinen Veganer, der sich "irgendwo einschmuggelt" um irgenwelche Partys zu crashen. Ihnen fehlt ein wenig der Respekt vor Menschen, die eine gewaltfreie, umweltfreundliche Ideologie für sich gewählt haben - ganz anders als Menschen, die dem Karnismus und Speziesismus anhängen.
Ich weise nur gleich am Anfang auf die nächst liegende Problematik dabei hin, die heutzutage nicht übergangen werden kann und von vorn herein einer Klärung bedarf:
Mit welchem ethischen und bewusstseinsmäßigen Anspruch soll gekocht werden ? Soll oder darf das Essen Fleisch enthalten, soll oder darf es vegetarisch sein oder vegan? Soll es aus biologischem Anbau sein oder darf es auch aus unkontrolloiertem Anbau sein? Darf das Essen z.B. Zucker enthalten(es gab ja dankenswerterweise sogar im pharmaphilen SPIEGEL gerade erst einen großen Artikel über die Schädlichkeit von Zucker in unserer Ernährung)?
...danach?
...danach?
...danach?
Hier greifen manche Gegenargumente, die diese "Idee" als völlig undurchdacht erscheinen lassen.
1. Wäre es eine gute Idee, gäbe es Gemeinschaftsküchen schon seit 1000 Jahren.
2. Die Autorin geht davon aus, dass das Essen pünktlich, preiswert, lecker und was nicht alles sein werde. Mit welcher Begründung? Sind alle Berlinerinnen und Berliner Spitzenköche, die locker für 20-50 Menschen auf den Punkt kochen können?
3. Wer räumt den Dreck (auch hinter dem Herd!) weg, wie wird mit latenten Geringerleistern umgegangen, wie mit Leuten, die ihre Arbeit "schlecht" machen, z. B. nachlässig beim Ressourcenvebrauch oder Reinigen sind, wie mit Ein- und Aussteigern?
4. Das größte Problem würde die Verhandlung von kleinen Härten und Problemen sein; der Erste ist heute (vermeintlich) krank und kann nicht, wer springt ein? Der Zweite kocht einfach sauschlecht. Der Dritte kann "diesen Monat" nicht alles begleichen und hofft auf Nachsicht. Der Vierte runiert den Herd, sieht aber nicht ein, ihn zu ersetzen. Der Fünfte wäscht sich nicht regelmäßig die Griffel, etc. pp.
5. Die Leute sollen sich einmal im Monat auf einen Speiseplan einigen? Nichts für ungut; You made my day!
Für mich hat die Vorstellung, mit 20-50 Leuten einen so delikaten Bereich wie die tägliche Nahrungsaufnahme in Strukturen, wo niemand die Verantwortung, aber jeder Stimmrecht hält, etwas abstoßendes; ein ewiger Konflikt-Herd, der nach wenigen Monaten implodieren würde und die Stimmung im Kiezumfeld ruinierte.
Lieber Harry_Huemsen,
schade, dass Sie von vornherein so skeptisch sind. Niemand behauptet, dass die Gemeinschaftsküche von Anfang an reibungslos und für alle immer absolut perfekt sein würde! Aber da jedes Mitglied freiwillig dabei wäre und es einen klaren gemeinsamen Nenner gebe - das tägliche Essen, wären nach ein paar Diskussionen und Anlaufschwierigkeiten sicherlich alle grundlegenden organisatorischen Fragen geklärt und ein angenehmer Ablauf gewährleistet. Aus Fehlern können wir alle lernen und da eh "nur" Menschen mitmachen würden, die bereit wären zu diesem Projekt, wische ich alle Ihre Bedenken mit einem sauberen Lappen vom Tisch.
1. Wenn es alles, was gut wäre, schon gäbe, dann wird es in der Zukunft auch keine guten neuen Sachen geben? Ganz schön pessimistisch, wie ich finde.
2. Die Autorin schreibt nicht, dass jedes Mitglied der Gemeinschaftsküche kochen muss, weshalb es unwichtig ist, ob jede BerlinerIn gut kochen kann oder nicht. Falls dies so sein sollte und abwechselns gekocht wird, könnte man einen Kochplan erstellen, der gute und weniger gute Köche zusammen an einem Tag kochen lässt.
3. Dreck wird von allen weggeräumt, Einsteiger sind willkommen, Aussteigern kann man das Aussteigen sowieso nicht verwehren (und will man auch nicht). Mit den "schlecht" arbeitenden Teilnehmern ist das wie in der Familie, in der Beziehung oder in der Firma: Man spricht es an und redet darüber.
Lieber Harry_Huemsen,
schade, dass Sie von vornherein so skeptisch sind. Niemand behauptet, dass die Gemeinschaftsküche von Anfang an reibungslos und für alle immer absolut perfekt sein würde! Aber da jedes Mitglied freiwillig dabei wäre und es einen klaren gemeinsamen Nenner gebe - das tägliche Essen, wären nach ein paar Diskussionen und Anlaufschwierigkeiten sicherlich alle grundlegenden organisatorischen Fragen geklärt und ein angenehmer Ablauf gewährleistet. Aus Fehlern können wir alle lernen und da eh "nur" Menschen mitmachen würden, die bereit wären zu diesem Projekt, wische ich alle Ihre Bedenken mit einem sauberen Lappen vom Tisch.
1. Wenn es alles, was gut wäre, schon gäbe, dann wird es in der Zukunft auch keine guten neuen Sachen geben? Ganz schön pessimistisch, wie ich finde.
2. Die Autorin schreibt nicht, dass jedes Mitglied der Gemeinschaftsküche kochen muss, weshalb es unwichtig ist, ob jede BerlinerIn gut kochen kann oder nicht. Falls dies so sein sollte und abwechselns gekocht wird, könnte man einen Kochplan erstellen, der gute und weniger gute Köche zusammen an einem Tag kochen lässt.
3. Dreck wird von allen weggeräumt, Einsteiger sind willkommen, Aussteigern kann man das Aussteigen sowieso nicht verwehren (und will man auch nicht). Mit den "schlecht" arbeitenden Teilnehmern ist das wie in der Familie, in der Beziehung oder in der Firma: Man spricht es an und redet darüber.
...in Berlin wüßte ich Abhilfe: Ich würde sie gerne zum Essen einladen, Menü nach Wunsch, ohne anschließendes Geschirrabwaschen.
Was für eine schöne Idee! Allerdings ist diese "Einsamzeit" eine Ergänzung der Redaktion und deswegen kann ich Ihre Einladung leider nicht annehmen. Aber mein "Dankeschön" an Sie kommt von mir!
Was für eine schöne Idee! Allerdings ist diese "Einsamzeit" eine Ergänzung der Redaktion und deswegen kann ich Ihre Einladung leider nicht annehmen. Aber mein "Dankeschön" an Sie kommt von mir!
Ich kann Uni-Mensen empfehlen. Für Nichtstudenten fehlt zwar der Studentenrabatt, aber vergleichsweise preiswert sind die Mahlzeiten immer noch.
Verschiedene Firmen haben eigene Kantinen, die auch für Gäste zugänglich sind. So soll man in der Kantine des Bundestages (als der noch in Bonn beheimatet war) sehr gut und preiswert gespeist haben.
Wie wäre es mit dem reduzierten "Mittagsgericht" in verschiedenen Restaurants? Die Preise sind nicht vergleichbar mit dem Abendangebot. Die Qualität der Gerichte aber ist es.
Oder man tut sich mit ein paar Gleichgesinnten zusammen und ruft einen Cateringservice. So macht es z.B. unsere Schule, um ein warmes Mittagsgericht für die Kinder anbieten zu können. (Meine Kinder ziehen es vor Brote mitzunehmen.)
Gemeinsames Merkmal aller dieser Angebote: Sie sind deutlich teurer als wenn man für sich und die seinen zu Hause kocht, und das wird zwangsläufig immer so sein, wenn man private Arbeiten in den öffentlichen Raum verlagert. Schon alleine deshalb, weil zu Hause keine Standards (z.B. in der Hygiene) eingehalten und überprüft werden müssen (womit ich natürlich nicht andeuten will, dass diese Standards in privaten Küchen nicht eingehalten würden, aber eben im privaten und nicht überprüfbar öffentlich).
Außerdem entsteht Verwaltungs-Overhead, und auch der muss bezahlt werden. Einkaufen für 50 Leute macht sich halt nicht von alleine. Man kann sich die Sachen auch liefern lassen, aber der Lieferservice will schon wieder Geld haben.
Lieber Gustav.Wendtland
Denn: Eine Mensa ist so ziemlich das Gegenteil von meinem Vorstellung von verbindlichen Gemeinschaftsküchen: Sie sind für eine große Masse Mensch gemacht und selbst die feinsten Mensen sind auf unpersönliche, schnelle Abfertigung der Kunden konzipiert. Ich träume von überschaubaren Gruppen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, von kurzen Wegen nach Hause, von Selbstorganisation und Verwaltung. Dabei hat jede Gemeinschaftsküchengruppe selbstverständlich die Freiheit, ihr Konzept ganz auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu erarbeiten.
Lieber Gustav.Wendtland
Denn: Eine Mensa ist so ziemlich das Gegenteil von meinem Vorstellung von verbindlichen Gemeinschaftsküchen: Sie sind für eine große Masse Mensch gemacht und selbst die feinsten Mensen sind auf unpersönliche, schnelle Abfertigung der Kunden konzipiert. Ich träume von überschaubaren Gruppen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, von kurzen Wegen nach Hause, von Selbstorganisation und Verwaltung. Dabei hat jede Gemeinschaftsküchengruppe selbstverständlich die Freiheit, ihr Konzept ganz auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu erarbeiten.
Bleiben also noch die subventionierten Suppenküchen z.B. der kirchlichen Betreiber.
Da gibt es warme Mahlzeiten (fast) umsonst, weil der Rest durch Spenden gedeckt wird und die Angestellten in der Regel nur minimale Löhne bekommen (1-Euro Jobber).
Ob das allerdings das Ziel sein sollte, wage ich zu bezweifeln.
Immerhin sind das Orte, wo es den meisten eher peinlich ist, wenn sie sie aufsuchen müssen.
Da hilft ein gemeinsames Kochen eher nicht. Da hilft nur, sich Freunde suchen - aber eben nicht mit so einer unausgegorenen Idee. Sie könnten beginnen mit einem Kochkurs; evtl. finden Sie dort Gleichgesinnte und Sie könnten die Einladung hier aus der community annehmen. Das wäre mal ein Anfang.
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