Lust auf StadtStadt ist, was du daraus machst

Stadt- und Landleben lassen sich vereinen, sagen viele unserer Leser: Wer seine Umgebung mitgestalte, der könne die Vorteile beider Lebensweisen genießen. von 

Beete im New Yorker High Line Park, die auf einer stillgelegten U-Bahn-Strecke angelegt wurden.

Beete im New Yorker High Line Park, die auf einer stillgelegten U-Bahn-Strecke angelegt wurden.  |  © Spencer Platt / Getty Images

Viele Vorzüge, die dem Leben auf dem Land nachgesagt werden, hat auch die Stadt zu bieten. Das war die These unserer Themenwoche "Lust auf Stadt".

Das Stadtleben an sich ist prima, antworteten die Stadtfans. Frankfurt am Main zum Beispiel biete ihm alles, was er brauche, schrieb Leser Pseudonormo – "von Versorgungsleistungen (Arzt, Einkaufen) über Kultur, Natur und Erlebnis." Entspannung finde er im Stadtwald oder am Mainufer. Er vermisse nichts.

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Landfans widersprachen. Natur und Ruhe, gute Luft, wenig Verkehr und bezahlbare Mieten gebe es in der Stadt einfach nicht, schrieb Leser Purecynicism . Auch für Lodjur kommt ein Leben in der Stadt nicht infrage: "Dauerlärm, Verkehrskollaps, unfreundliche, gestresste, zum Teil regelrecht hasserfüllte Menschen, die anderen das Leben zur Hölle machen."

Land- und des Stadtleben als die einzigen Alternativen hinzustellen, sei falsch, warfen uns andere vor. "Bei dem Kontrast zwischen Land und (Groß-)Stadt kann man noch anmerken, dass es zwischen den Extremen noch das gesunde Mittelding gibt – Städte mit circa 100.000 Einwohnern", schrieb zacc . Die meisten Menschen lebten schließlich in mittelgroßen oder kleineren Kommunen, ergänzte kassandra_k . Auch Pseudonormo plädiert für den Mittelweg : "Sie können abseits jeder Autobahn in ein kleines Dorf in der Altmark ziehen oder nach Lust auch nach Berlin oder München . Das allerbeste aber ist: Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten zwischen drin!"

Lust auf Stadt - die Themenwoche
Alle Beiträge zu unserer Themenwoche "Lust auf Stadt" sehen Sie, wenn Sie auf dieses Bild klicken.

Alle Beiträge zu unserer Themenwoche "Lust auf Stadt" sehen Sie, wenn Sie auf dieses Bild klicken.   |  © Tasos Katopodis/Getty Images

Städte sind eine große Errungenschaft. Sie ermöglichen Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Doch viele Stadtbewohner hadern mit dem beschleunigten, vernetzten, von globalen Kräften geprägten Arbeits- und Lebensstil, den die Stadt ihnen abverlangt.

ZEIT ONLINE widmet sich eine Woche lang dem guten Leben in der Stadt. Wir stellen Projekte und Ideen vor, dank derer sich der Wunsch nach mehr Freiraum, nach Natur und Teilhabe mit einem Leben in Ballungsräumen vereinbaren lässt.

Von Eisenhüttenstadt über New York bis Basel finden unsere Autoren gute Gründe, auch die Zukunft in großen und kleinen Städten zu verbringen. Weil man in ihnen schwimmen und Gemüse anbauen, sie der Nase nach oder mit dem Fahrrad entdecken kann.

Die Folgen der Serie

Lust auf Stadt: Das gute Leben bleibt urban
Eisenhüttenstadt: Eine Stadt wartet auf ihre Pointe
Tempelhofer Feld: Entfaltung auf dem Rollfeld
Schwimmen im Rhein: Wie Basel lernte, im Fluss zu leben
Smellscapes: Die Stadt mit der Nase entdecken
Stadtleben mit Kind: Kleine Menschen unter vielen
Landleben mit Kind: Die Härte des Lebens in kindgerechten Dosen
Stadt für Senioren: Ohne Aufhebens aufeinander achten
Wohngemeinschaft: Eine Siedlung für alternde Künstler
Städte im Film: Paris von unten, New York von innen
Orte der Stille: Die Stadt der leisen Töne
Grüne Stadt: Klimaanlagen mit Wurzeln und Laub
Bauen mit Holz: Atmende Fassaden statt Platte
Fahrrad in der Stadt: Mit dem Rad durch offene Türen
Seilbahn: Leise über den Dächern reisen

Alle Beiträge zur Themenwoche finden Sie hier.

Als E-Book

Die Serie Lust auf Stadt gibt es auch als E-Book. Erfahren Sie alles über die einzigartigen Seiten die nur eine Stadt bieten kann, in dieser für Ihren eReader hochwertig aufbereiteten Fassung. Unser E-Book steht Ihnen dabei als ePub-Version für Ihren eReader, sowie als Mobi-Version für Ihr Kindle Lesegerät zur Verfügung.

Genießen Sie unser enhanced E-Book  inklusive Videos und begleiten Sie uns auf der Suche nach dem Grün im Grau, wie wir regional angebaute Lebensmittel im urbanen Raum finden und über den Dächern der Stadt schweben. Entdecken Sie auch weitere E-Books von ZEIT ONLINE:

www.zeit.de/ebooks

Stadt, Land oder Mittelding – das sei nicht die entscheidende Frage, schrieb Charlie Marlow . Es gehe um die Frage "arm oder reich". In Berlin zum Beispiel sei es ein erheblicher Unterschied, ob man in Berlin im Prenzlauer Berg oder in Marzahn-Hellersdorf wohne. Ein ganz anderes Leben führe wiederum jemand, der es sich in einem alten Bauernhof hübsch eingerichtet hat – oder ob man in einem kleinen Kaff festsitze, dessen kultureller Höhepunkt das Schützenfest ist.

Ungeachtet der sozialen Frage plädierten einige Kommentatoren für Eigeninitiative. TDU brachte es so auf den Punkt : "Wer es nicht hinkriegt, seine Lebensqualität und auch Romantik zu finden, soll weder die Stadt noch das Land sondern sich selbst verantwortlich machen. Mach was aus der Welt, die um dich herum ist. Allen schlechten Planern, Verklemmten und Provinzlern zum Trotz."

Eine Idee für solche Eigeninitiativen entwickelte Susanne Schmidt in ihrem Leserartikel "Niemand soll alleine essen müssen" : Sie träumt davon, in Berlin Gemeinschaftsküchen aufzubauen. Leser Mark Max Henckel wiederum schlug vor , den Hamburger Stadtteil Ottensen autofrei zu machen. Und die Münchnerin Ina Sinnig wünscht sich eine zumindest verkehrsberuhigte Stadt, in der es viel mehr Orte zum Verweilen gibt.

Zur freien Lebensgestaltung könne auch gehören, umzuziehen, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, schreibt Tezcatlipoca . Die Freiheit, sich den Wohnort aussuchen zu können, hätten aber nicht alle, meinten andere. Viele Menschen würden derzeit aufgrund hoher Kosten aus den Städten verdrängt. So schildert es auch Leser Sebastian Müller, der mit seiner Familie gern in Hamburg geblieben wäre, sich die Miete dort aber nicht mehr leisten kann.

Möglicherweise ermöglicht die technische Entwicklung es aber, beide Lebensbereiche kombinieren zu können. Leser Horizonte würde am liebsten im ländlichen Raum wohnen und von dort online im Homeoffice in einem interessanten Job arbeiten. "Mit zwei Schritten auf die Terrasse. Fluss, Seen, regionaler Flughafen, (...) maximal eineinhalb Stunden bis zum internationalen Flughafen – ein Traum!"

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Leserkommentare
    • gorgo
    • 28. Mai 2013 8:36 Uhr

    Noch ein Hinweis - es gibt Regionen, oft an der Grenze und damit interessanterweise ziemlich weg von der eingeschleiften (Haupt-)und Großstadtwahrnehmung, da kann man auf dem Land leben, hat aber mehrere (!) sehr schöne Städte in erreichbarer Nähe.

    Und erreichbar bedeutet hier oft: Man ist schneller dort, als in den Großstädten wie Berlin, München, Hamburg an einem anderen Ort!

    Bsp: Saarland - in weniger als zwei Stunden in Paris (!), und recht schnell im Rheinland mit seinen vielen Städten. In Frankreich oder Holland kann man auf dem Land leben - und ist sehr rasch in deutschen oder anderen Großstädten. Frankfurt Oder ähnlich. Im Schwarzwald entlang der Schweizer Grenze hat man Grün - und eine halbe Stunde bis STunde nach Zürich, Freiburg, Basel, Luzern...
    Hier überall hat man nicht nur Stadt und Land, sondern auch gleich mehrere Sprachen, viele Kulturen etc., kommt auch mal an einem Wochenende (mit dem Zug natürlich, klar) noch weiter (etwa über Paris nach London oder über Basel gleich nach Lausanne oder Meiland, über Frankfurt O. nach Warschau oder an die Ostsee...) - also über den Tellerrand bezogen die Frage diskutieren.

    • gorgo
    • 28. Mai 2013 8:39 Uhr

    "Und erreichbar bedeutet hier oft: Man ist schneller dort, als in den Großstädten wie Berlin, München, Hamburg an einem anderen Ort!" - muss heißen: an einem anderen Ort innerhalb dieser Städte, natürlich! In Berlin ist man leicht mal eine oder eineinhalb Stunden unterwegs.

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  • Serie Lust auf Stadt
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Stadt | Autobahn | Entspannung | Flughafen | Miete | Natur
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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