Dämpfen, braten, langweilen
Die Bilder, die Anja Hitzenberger in einer Essenshalle vor den Toren des Olympischen Parks in Peking gemacht hat, zeigen ein Stück chinesischer Esskultur als tragikomisches Kammerspiel. Vor schreiend-bunten Werbeplakaten warten die Verkäufer halb erschöpft, halb gelangweilt auf den nächsten Ansturm auf ihre Ware. Überquellende Töpfe und Spieße voll Frittiertem wollen dem Betrachter den Mund wässrig machen, doch die Künstlichkeit der Szene verstört. Derzeit ist Hitzenbergers 15-teilige Serie "Chinese Fast Food" in der WhiteBox Galerie in München zu sehen.
- Datum 18.11.2012 - 08:20 Uhr
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'Serialität, Zusammenstellung immer gleicher "Schnappschüsse"' - da bin ich voll bei Ihnen, das finde ich genauso spannend und von solchen Fotogalerien bin ich ein großer Fan!
Leider ist dies meiner Meinung nach nicht gänzlich gelungen. In einem Foto (die Fotos in der Gallerie wurden inzwischen übrigens geändert!?) läuft ein Kunde ins Bild bei einem anderen wurden Schriftzeichen durch die Komposition zur Hälfte durchschnitten. Die Fotos können sich nicht zwischen der Beschreibung der visuellen Formen oder der abgebildeten Personen entscheiden oder beides gar beides zu vereinen.
Man hätte doch den Einheitsbrei dieser "visuellen Normen und Präsentationsformen" in dieser Szenerie schön durch akkurat eingehaltene Linien ausdrücken können. Ich denke da beispielsweise an Andreas Gursky, ein Meister der Aneinanderreihung.
Daher ist es mein persönlicher Eindruck, dass die Fotos ohne große Sorgfalt und Liebe zum Detail gemacht wurden. Das gewisse künstlerische Etwas vermag ich nicht zu entdecken. Das ist nur mein Empfinden und soll in keiner Weise herabwürdigend sein. Ich kann nachvollziehen, dass die Szenerie auf andere, die nicht in China gelebt haben, imposanter erscheinen mag.
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