Karpfenzeit

Fischen wie im Mittelalter

Zum jährlichen Abfischen wird das Wasser fast vollständig aus den Teichen abgelassen. Männer in brusthohen Wathosen holen dann die Fische mit langen Zugnetzen ans Ufer.

Zum jährlichen Abfischen wird das Wasser fast vollständig aus den Teichen abgelassen. Männer in brusthohen Wathosen holen dann die Fische mit langen Zugnetzen ans Ufer.  |  © Herwig Prammer/Reuters

Am liebsten essen die Deutschen den Karpfen zu Weihnachten oder Silvester, knusprig gebacken oder blau, also in leicht siedendem Salzwasser mit Essig oder Weißwein gekocht. Dabei beginnt die Saison bereits im September. In der Region Waldviertel 120 Kilometer nördlich von Wien hat die Karpfenzucht eine Tradition, die bis ins Mittelalter reicht: Damals legten viele Klöster Teiche an, um Adel und Klerus mit Fisch zu verköstigen. Heute werden hier mehr als 400 Tonnen Fisch in etwa 1.500 Teichen gezüchtet – ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region.