Eine von 25 Ideen für die Zukunft: Ein Abend mit dem Tänzer Marian Walter im Berliner Staatsballett

"Wir wollen und dürfen Stellung beziehen, wenn auch nicht in eine politische Richtung", drückt Zepter etwas schwammig den Anspruch ihres Heftes aus. Tatsächlich argumentiert Autor David Iselin durchaus schlüssig, warum sich männliche Manager zunehmend "pöbelnd" verhalten: Sie sind dauererschöpft und eingeschüchtert durch neue, weibliche Konkurrenz . Pointiert nimmt das Magazin auch Stellung zum Thema Demokratie . Wer in China das Modell der Zukunft vermutet, liegt falsch, vielmehr erwartet uns der Aufstand der Jungen, die in lokalen Occupy-Bewegungen ihr Mitspracherecht einfordern werden.

Die Deutschen in einer globalisierten Welt

The Germans schreibt aus nationaler Perspektive, die sich zur globalen Welt öffnet. Das setzt eine Souveränität im Umgang mit dem Deutsch-Sein voraus, die man so bisher nicht kannte. Das Magazin will zeigen, dass sich in einer globalisierten Welt auch in Deutschland die Dinge verändern: Familie , Arbeit , Bildung , Internet , das sind die Schlagworte um die das Heft kreist. " The Germans spiegelt ein neues Selbstverständnis, das unsere Leser längst haben", glaubt Zepter.

Dazu gehört die Einsicht, dass in Deutschland nicht nur gute Ingenieure, sondern hervorragende und durchaus eigenwillige Musiker, Stadtplaner, Designer und Wissenschaftler leben. Und die Überzeugung, dass hier alle zu Europa gehören und, dass die segregierte Überflussgesellschaft eine neue Gemeinschaftsform finden muss.

Zum Auftakt präsentiert The Germans unter dem Titel "Was jetzt glücklich macht" 25 Ideen aus Deutschland, darunter ist auch ein alternatives Energieversorgungsmodell aus Berlin. Die stilprägende Hauptstadt darf nicht fehlen, schließlich "hat Berlin uns ein neues Selbstbewusstsein gegeben", wie Zepter im Editorial schreibt. Schöne Kleider, ein Café mit Seele oder der luxuriöse Lieblingssessel für zu Hause gehören ebenfalls zu den 25 Dingen für die Zukunft.

Politik, Meinung und Debatte als Lifestyle neben Bio-Konsum und Mode . The Germans ist ein mit Politik garniertes Stilmagazin, ein Argumentationswerkzeug für den Abend im Bio-Regio-Restaurant. "Es ist für mich selbstverständlich, dass Politik, Mode und Kultur mit gleichem Ernst besprochen werden", sagt Zepter. Dem ersten Heft gelingt dieser Spagat, dank nicht zu gefälliger Meinungstexte und gehaltvoller Erzählungen, wie jene der in Paris lebenden Deutsch-Iranerin Jina Khayyer, die ihre Verwandten in Teheran besuchte und elf Seiten lang anregend nah davon berichtet.

The Germans soll eben auch das Selbstverständnis zeigen, dass Deutsche international und selbstbewusst auftreten dürfen und können im 21. Jahrhundert. Der Titel ist, so Zepter, "ein Synonym für die Deutschen in einer globalisierten Welt." Entspannt und souverän treiben sie in dieser Welt herum, ganz wie der Mann auf dem Titelblatt.