EU-VerbraucherschutzParfumklassiker verlieren ihren Duft

Chanel "No. 5" oder "Shalimar" müssen wohl umkomponiert werden: Die EU will Bürger vor Allergien schützen und beschränkt deshalb natürliche Duftstoffe in Parfums.

Jasminblüten nach der Ernte

Jasminblüten nach der Ernte

Duftklassiker wie Chanel No. 5, Shalimar oder Opium sind in Gefahr, Parfümeure in ganz Europa alarmiert: Die EU will ihre Bürger vor Allergien schützen und prüft dafür ein Verbot diverser Inhaltsstoffe. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll Anfang des kommenden Jahres vorgestellt werden. Dann sollen vor allem natürliche Essenzen nur noch beschränkt einsetzbar sein. Das gefährdet manche Duftkomposition und die Existenz deren Hersteller.

Und nicht nur die Streichliste sorgt für Aufregung in der Branche: Die Pläne der EU würden die Hersteller auch dazu zwingen, ihre bestgehüteten Geheimnisse preiszugeben, die Rezepturen.

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Bereits in der Vergangenheit wurden die Zusammensetzungen der Parfums angepasst. Entweder als Folge der immer strenger werdenden Auflagen der International Fragrance Association (IFRA) oder aufgrund steigender Kosten für natürliche Ingredienzen.

Verbot des wichtigen Eichenmooses

Bei etwa drei Prozent der EU-Bürger besteht die Gefahr, dass sie auf natürliche Essenzen in Parfums allergisch reagieren. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit SCCS der Europäischen Kommission empfiehlt, den Anteil zwölf natürlicher Substanzen auf 0,01 Prozent im Parfum zu beschränken. Spuren von Eichenmoos und Baumflechte sollen ganz eliminiert werden. Da diese allerdings Grundzutaten der Chypre-Parfums sind, würde damit die Veränderung vieler Klassiker erzwungen.

Wenn die EU alle Empfehlungen der SCCS umsetzt, müssten nach IFRA-Schätzungen rund 9.000 Parfüms neu gemischt werden oder mit synthetischen, allergenfreien Stoffen reformuliert werden. Das könnte auch das erfolgreichste Parfum der Welt, Chanel No. 5, betreffen – ein Duft, der aus dem Jahr 1921 stammt. Hochwertige Parfums bestehen häufig aus einer Mischung natürlicher und synthetischer Substanzen. Die Zusammensetzung zu ändern, kann die Hersteller mehrere hunderttausend Euro kosten.

Die Europäische Kommission teilte mit, es sei kein Verbot von bestimmten Parfums geplant. Bislang werde nur geprüft, wie die Empfehlungen in ein Gesetz einfließen könnten.

 
Leserkommentare
  1. Weit mehr als die genannten 3 % aller Europäer reagieren mittlerweile höchst allergisch auf die EU.

    Nach der Zwangsbeglückungslogik dieser Organisation müsste sie sich somit eigentlich selbst abschaffen.

    13 Leserempfehlungen
  2. Der Verbraucher wird doch wohl selbst herausfinden können, welches Parfum er verträgt und welches nicht. Ein Beipackzettel zur besseren Information wäre da viel sinnvoller.
    Doch in der EU werden die Bürger als unmündig betrachtet.

    11 Leserempfehlungen
  3. Das größte Allergen in Europa ist die EU selbst... Um weiter eine medizinische Betrachtung anzustellen: Die haben ein Porzellansyndrom (Sprung in der Schüssel).

    8 Leserempfehlungen
  4. Allergiker reagieren nicht nur auf natürliche Duftstoffe, sondern gerade bei Deos etc. auf Chemie !

    Das gleiche gilt bei Seifen und Waschmitteln - da spielen die natürlichen Allergene aus Pflanzen gar keine Rolle .

    Verbraucher sollten lieber vor den potentiell krebserregenden, auf alle Fälle aber allergenen E- Zusatzstoffen in Lebensmitteln geschützt werden -
    nur da traut sich niemand heran : die Nahrungsmittelherstellerlobby sorgt dafür !

    7 Leserempfehlungen
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    Duftstoffe sind häufig reizend für Haut und Schleimhäute und manchmal auch allergieauslösend.
    Es ist dabei völlig irrelevant, ob so ein Duftstoff aus "natürlichen" Rohstoffen extrahiert wird, oder künstlich in chemischer Synthese hergestellt wird.
    Die Eigenschaften bleiben die gleichen.

    Duftstoffe sind häufig reizend für Haut und Schleimhäute und manchmal auch allergieauslösend.
    Es ist dabei völlig irrelevant, ob so ein Duftstoff aus "natürlichen" Rohstoffen extrahiert wird, oder künstlich in chemischer Synthese hergestellt wird.
    Die Eigenschaften bleiben die gleichen.

  5. welches Produkt er verträgt. Der Regelwahnsinn kennt keine Grenzen. Vielelicht sollte die EU die Bürger vor sich selber Schützen und sich selber verbieten.

    6 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk, raw
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  • Schlagworte Europäische Union | Chanel | Duft | EU-Bürger | Opium | Euro
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