WeihnachtenSPUG – die Gesellschaft zum Schutz vor unnützen Geschenken
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 "Weihnachten steht für Dollars"

Für den jährlichen Beitrag von 10 Cent erhielten die SPUG-Mitglieder eine Anstecknadel – der Name des Vereins gerahmt von einem Lorbeerkranz – und die Freiheit, Nein zum übermäßigen Konsum zu sagen. Eine der schönsten Errungenschaften der Gesellschaft war wohl die von ihr initiierte Weihnachtsfeier im selben Jahr. "Kommt und bringt das mit, was nichts kostet", hatte Anne Morgan die SPUGs aufgefordert: "Gütige Gedanken, Hilfe, Zusammenarbeit." Eingeladen waren alle SPUGs und jeder, der sich an Weihnachten einsam fühlte. Im Dezember 1913 hatte die Gesellschaft bereits 14.000 Mitglieder . Das Wort SPUG wurde sogar in das amerikanische Wörterbuch aufgenommen. Aber auch die Werbeindustrie war auf die Bewegung aufmerksam geworden: "Kaufen Sie bei uns nützliche Geschenke, die auch ein SPUG-Mitglied gutheißen würde", war in Kaufhausprospekten zu lesen.

Die SPUGS hielten nur noch wenige Jahre durch. Als die Große Depression über die Vereinigten Staaten kam, geriet ihr Anliegen in Vergessenheit. Doch heute, 100 Jahre später, sind die Worte von Eleanor Belmont noch genauso gültig wie zu ihren kämpferischen Tagen: "Weihnachten steht nicht mehr für Liebe. Es steht für Dollars. Wir haben das schönste, was wir kennen, kommerzialisiert: das Geben. Deswegen fordere ich alle Männer und Frauen in den Vereinigten Staaten auf, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass unsere Weihnachtszeit wieder zu dem wird, was sie einst war: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."
 

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Leserkommentare
    • bepeace
    • 25. Dezember 2012 13:16 Uhr

    wunderbarer Artikel und vielen Dank dafür.
    Gab es tatsächlich nichts entsprechendes in Europa?

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    im Zuge der fortschreitenden Amerikanisierung des europäischen Kontinents...

  1. im Zuge der fortschreitenden Amerikanisierung des europäischen Kontinents...

    Antwort auf "nur in Amerika?"
  2. Nett - aber wer will sich denn wirklich "dafür einsetzen, dass unsere Weihnachtszeit wieder zu dem wird, was sie einst war: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."

    Unsere Wirtschaft lebt von diesem Fest, es wird bei Atheisten genauso gefeiert wie inzwischen bei türkischen Familien und einfach als Fest gesehen - seine christlichen Wurzeln sind zudem ohnehin fragwürdig. Friede und Wohlgefallen liegen inzwischen in den Händen der Regierenden, die nur in unseren Breiten frei gewählt sind und sind nicht an Weihnachten gekoppelt.

    Es ist auch fragwürdig, die Verbraucher zu weniger Konsum aufzufordern, wenn gleichzeitig über ein maues Weihnachtsgeschäft geklagt wird.

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    Ich finde die christlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes (Weihnacht, definiere ich als "geweihte Nacht" sprich: Heilige Nacht, Heiliger Abend) keineswegs fragwürdig.

    Als Atheist, der ich nicht bin, bliebe mir aber auch nichts anderes übrig als das Fest als grandioses Wirtschaftsfest zu feiern, nein, ich würde nur mitmachen - mitlaufen - mitschwimmen, aber nicht feiern.

    Die Wurzeln des "heiligen Wirtschaftsfestes" (fragen sie den CocaCola Weihnachtsmann) halte ich dagegen für überaus fragwürdig.

  3. Ich finde die christlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes (Weihnacht, definiere ich als "geweihte Nacht" sprich: Heilige Nacht, Heiliger Abend) keineswegs fragwürdig.

    Als Atheist, der ich nicht bin, bliebe mir aber auch nichts anderes übrig als das Fest als grandioses Wirtschaftsfest zu feiern, nein, ich würde nur mitmachen - mitlaufen - mitschwimmen, aber nicht feiern.

    Die Wurzeln des "heiligen Wirtschaftsfestes" (fragen sie den CocaCola Weihnachtsmann) halte ich dagegen für überaus fragwürdig.

    Antwort auf "Rückwärtsgewandt"
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    Wieso bliebe ihnen als Atheist nichts anderes übrig, als den Konsum zu feiern?
    Schon mal recherchiert, dass seit tausenden von Jahren zu dieser Zeit (Wintersonnwende) gefeiert wird? Nun hat seit in paar hundert Jahren eben mal die Kirche dieses Fest für sich entdeckt und solange herumgerechnet, dass Jesus Geburt auf diese Zeit fällt. Ich bin mir sicher, in etlichen hundert oder tausend Jahren feiern die Menschen immer noch zu dieser Zeit, aber wahrscheinlich aus anderen Gründen.

    Schade, dass Atheisten von Gläubigen oft unterstellt wird, deren Leben sei irgendwie ärmer etc.
    Wir haben jedenfalls Spaß an Weihnachten - ohne Kommerz und ohne Glauben. Einfach die Zeit geniessen!

  4. 5. .....

    Wieso bliebe ihnen als Atheist nichts anderes übrig, als den Konsum zu feiern?
    Schon mal recherchiert, dass seit tausenden von Jahren zu dieser Zeit (Wintersonnwende) gefeiert wird? Nun hat seit in paar hundert Jahren eben mal die Kirche dieses Fest für sich entdeckt und solange herumgerechnet, dass Jesus Geburt auf diese Zeit fällt. Ich bin mir sicher, in etlichen hundert oder tausend Jahren feiern die Menschen immer noch zu dieser Zeit, aber wahrscheinlich aus anderen Gründen.

    Schade, dass Atheisten von Gläubigen oft unterstellt wird, deren Leben sei irgendwie ärmer etc.
    Wir haben jedenfalls Spaß an Weihnachten - ohne Kommerz und ohne Glauben. Einfach die Zeit geniessen!

    Antwort auf "Wurzeln"
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    "Nun hat seit in paar hundert Jahren eben mal die Kirche dieses Fest für sich entdeckt und solange herumgerechnet, dass Jesus Geburt auf diese Zeit fällt."

    Können Sie das irgendwie belegen?

  5. 6. Hä???

    "Nun hat seit in paar hundert Jahren eben mal die Kirche dieses Fest für sich entdeckt und solange herumgerechnet, dass Jesus Geburt auf diese Zeit fällt."

    Können Sie das irgendwie belegen?

    Antwort auf "....."
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    was wollen sie belegt haben? die Berechnung auf den 24./25. Dezember oder dass die Kirche das Fest für sich entdeckt hat?

    Zu beidem finden sich u.a. auf Wikipedia unter dem Stichwort "Weihnachten" die Antworten.

    Dass das Wintersonnwendfest seit Urzeiten von der Menscheit gefeiert wird, sollte aber hinlänglich bekannt sein ...?
    Der Gebursttag Christi ist nicht bekannt und wurde irgendwann quasi festgelegt.
    Der Tannenbaum ist ebenso wenig ein christliches Alleinstellungsmerkmal ...

  6. was wollen sie belegt haben? die Berechnung auf den 24./25. Dezember oder dass die Kirche das Fest für sich entdeckt hat?

    Zu beidem finden sich u.a. auf Wikipedia unter dem Stichwort "Weihnachten" die Antworten.

    Dass das Wintersonnwendfest seit Urzeiten von der Menscheit gefeiert wird, sollte aber hinlänglich bekannt sein ...?
    Der Gebursttag Christi ist nicht bekannt und wurde irgendwann quasi festgelegt.
    Der Tannenbaum ist ebenso wenig ein christliches Alleinstellungsmerkmal ...

    Antwort auf "Hä???"
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    • Marobod
    • 25. Dezember 2012 17:15 Uhr

    findet frueher statt als Weihnachten. Man hat also lediglich einen aehnlichen Zeitraum gewaehlt ohne das tatsaechliche Datum zu nutzen.

    Ich persoenlich nehme den Zeitraum um Weihnachten als Anlaß fuer ein Familienfest wahr und feiere eher die Sonnenwende ,ebenso im Sommer zur Sonnenwende.Schenken tut sich meine Familie gluecklicherweise nur dann wenn sie es fuer angebracht haelt.

    sind eher fast 1700 Jahre, es war ein römischer Kaiser, ein Heide der Christ wurde, der begann den 25. Dezember zu feiern, als Ablöse des Mithras Kults... was auch immer, das weicht weit vom Thema ab. Ich stelle nur fest daß es auf Grund des Glaubens mir nicht möglich scheint mich auf eine Atheistische Sichtweise einzulassen, muss ich aber auch nicht.
    Wenn sie die Tage für Zeit mit Ihrer Familie nutzen und ohne großen Konsum dann freut mich das für sie. Und damit wären wir wieder beim Thema

    • oannes
    • 25. Dezember 2012 16:19 Uhr

    Kommt leider zu spät.

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  • Schlagworte Ebay | George Bernard Shaw | Theodore Roosevelt | USA | England | Weihnachten
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