Sichtbeton im Wintergarten
Die eigenwilligen Maserungen und Spuren im Beton sind es, die den Architekten Arno Brandlhuber am brutalistischen Baustil begeistern. In der Berliner Brunnenstraße lebt Brandlhuber über der Galerie KOW und den Redaktionsräumen eines Kulturmagazins. Das Gebäude hat er selbst entworfen und dabei ganz auf klare Linien, Glas und sehr viel Sichtbeton gesetzt. Mehr über Arno Brandlhuber erfahren Sie bei Freunde von Freunden.
- Datum 13.02.2013 - 09:00 Uhr
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ich kenne das haus selbst und es ist ein gebäude, das genau nach berlin-mitte passt. kühl, avantgardistisch und ichbezogen sonnt es sich im (noch) brüchigen charme der nachbarbebauung.
immer wieder wird behauptet, dass architektur in der außendarstellung für die allgemeinheit visuell wohlgefällig zu sein hat. architektur ist ein spiegelbild der gesellschaft. der in der geschichte lange gültige antike dreiklang aus firmitas, utilitas und venustas ist seit 100 jahren überholt. der kritische betrachter und passant sollte froh sein, die neuere entwicklung berlins auf derart anschauliche weise dargestellt zu bekommen und versuchen, gerade weil es ihm vielleicht ein dorn im auge ist, das gebäude als eine art skulptur zu lesen.
die verklemmt banalisierte inneneinrichtung und die miserable sichtbetonqualität sind hingegen ein aushängeschild der verfassung des hiesigen berufsstandes und muss nur nutzer und architekt selbst quälen..
In der Architektur geht es nicht primär um das Material, sondern wie das Licht auf ein bestimmtes Material trifft. Diese Ästhetik wird durch die unterschiedlich ausformulierten Betonoberflächen noch unterstützt.
Man sollte also versuchen sich von der vorgegebenen "Wahrnehmungsmeinung" Beton = Parkhaus lösen und die Fotos unter dem Aspekt der Lichtführung betrachten, dann eröffnet sich vielleicht dem ein oder anderen Betrachter eine neue Welt.
Ein Architekt
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