Formgehölze für den Vorgarten

Ein typischer Vorgarten, wie er überall in Deutschland zu sehen ist. Studenten der Fakultät für Landschaftsarchitektur an der TU München bekamen von der "ZEIT" den Auftrag, diese Fläche neu zu gestalten. Sie überlegten sich eine Zielgruppe, für die sie ihren Garten entwerfen wollten und gaben den erdachten Bewohnern Namen. | © Nico Baldauf
15 Milliarden Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Gärten und Pflanzen aus. Mit so viel Geld hätte sich 2012 das griechische Haushaltsdefizit ausgleichen lassen. Wir haben mit dem Landschaftsarchitekten Udo Weilacher von der TU München über diese neue Landlust gesprochen und seinen Studenten das Foto eines recht trostlosen Grundstücks überlassen – mit der Bitte, aufregende Gärten zu entwerfen. Die Ideen sehen Sie hier. Das Dossier zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.
- Datum 27.03.2013 - 06:14 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite




Scheinbar sind für Architekturstudenten Grundstücksgrenzen nicht direkt bindend. Die Grenzmauer (Abgrenzung zum Nachbargrundstück) wird abgerissen und mal eben locker die verfügbare Fläche auf das benachbarte Fremdgrundstück erweitert. So hat dann auch der nette Rechteck-Teich in Bild 13 genügend Platz (Dayana Valentien: Der Villengarten). Dayana Valentien versetzt die Grenze des Grundstücks auch in Bild 12 (Der schräge Garten) schnell mal nach vorne, so gibt es mehr Raum dahinter. Würde man das Ganze von oben betrachten, wäre das ursprünglich vorgegebene Grundstück nun fast doppelt so groß wie zuvor. Genialer Schachzug - typisch Architekt. Völlig utopisch auch, die vielen hinter Hecken versteckten Weglein der Elisabeth Maria Thiel (Ein Garten mit vielen Räumen) in Bild 4 auf dem Grundstück tatsächlich unterzubringen. Die gelbe Blütenhecke vor dem Haus scheint direkt ans Haus gepflanzt - wäre da nicht noch der weiße Blütenstrauch rechts, der ja ebenfalls direkt an der Hauswand wächst, aber hinter der gelben Hecke. Perspektive? Das alles klappt irgendwie nicht, dafür reicht der ursprüngliche Platz einfach nicht aus. In Bild 3 wird sowieso alles aufgehoben, was irgendwie und irgendwo an eine Grundstücksbegrenzung erinnern könnte. Schade, für mich bei 50% der Bilder Aufgabenstellung nicht beachtet. Setzen, 4 minus!
Bild 1 ist mein Favorit. Tut mir leid, liebe Studenten.
Ein frueherer Architekt (12 Jahre in dem Bereich gearbeitet)...
Diese Arbeiten erinnern mich an die 12. Klasse, Kunst-Grundkurs ...
... warum werden die hier noch mal gezeigt?
Sie haben Lebensbäume vergessen!
Wenn die Deutschen 15 Milliarden für den Garten ausgeben, dann gehen meinem Gefühl nach etwa 10 Milliarden für Thujen und Kirschlorbeerhecken drauf. In einem Neubaugebiet, das in den letzten Jahren rund um einen Hof, der meiner Familie gehört, entstanden ist, haben mindestens 80 Prozent aller Neubürger eine blickdichte Hecke aus einem dieser Gehölze um ihre handtuchgroßen Gärten gezogen. Viele werden sich wundern, warum es in Garten und Haus so dunkel ist, warum eigentlich keine Vögel im Garten sind und unter den Hecken partout nichts wachsen will.
Das Zeug sollte man verbieten - was manche Gemeinden sogar schon tun.
Die auf jeden Fall auch!
Für diesen monotonen Wahnsinn gibt es eigentlich nur folgende Argumente:
- Der Garten ist immergrün
- Der Garten ist „pflegeleicht“
- Das Zeug wächst schnell
- Das Zeug ist blickdicht
- Das Zeug ist unverwüstlich das „industriefest“
Und dann stehen die Herrschaften bei einem am Gartenzaun – wenn Sie denn noch einen Blick dafür haben – und schauen staunend auf einen blühenden Apfelbaum oder die roten Früchten der Kornelkirsche.
... dass Sie nicht zu bestimmen haben. Mir scheint, Ihnen könnten noch mehr Dinge einfallen , die man den Leuten verbieten kann.
Irgendwo sollte doch jeder noch ein Plätzchen haben können, an dem er tun und lassen darf, was er will. Meinen Sie denn, was Sie tun, finden alle richtig? Sollten wir etwa?
Die auf jeden Fall auch!
Für diesen monotonen Wahnsinn gibt es eigentlich nur folgende Argumente:
- Der Garten ist immergrün
- Der Garten ist „pflegeleicht“
- Das Zeug wächst schnell
- Das Zeug ist blickdicht
- Das Zeug ist unverwüstlich das „industriefest“
Und dann stehen die Herrschaften bei einem am Gartenzaun – wenn Sie denn noch einen Blick dafür haben – und schauen staunend auf einen blühenden Apfelbaum oder die roten Früchten der Kornelkirsche.
... dass Sie nicht zu bestimmen haben. Mir scheint, Ihnen könnten noch mehr Dinge einfallen , die man den Leuten verbieten kann.
Irgendwo sollte doch jeder noch ein Plätzchen haben können, an dem er tun und lassen darf, was er will. Meinen Sie denn, was Sie tun, finden alle richtig? Sollten wir etwa?
Es gibt keinen zwingenden Gegensatz zwischen Nutz- und Ziergarten. Mein Gemüsehochbeet hat beim Tag des offenen Gartens oft die meisten bewundernden Kommentare bekommen - dabei hatte ich einfach nur bunten Mangold an die Ecken gesetzt und zwischen das Gemüse Ringelblumen für die Bodenverbesserung gesät. Am Rand noch Kapuzinerkresse gegen Schädlinge - fertig ist das nützliche UND schöne Beet.
Rasenfllächen, hecken und Blümchen sind so ziemlich das nutzloseste was man mit fruchtbarem Boden anstellen kann.
in 20 Jahren wette ich wird der großteil dieser Grundbesitzer dank massiv steigender Nahrungsmittelkosten auf grund rapide schwindender Energieverfügbarkeit für die Landwirtschaft, die letzte Zierhecke gegen einen Kartoffelacker getauscht haben..
Permakultur und Energiesparender Eigenanbau werden dann die Norm sein. Und man wird sich die Augen reiben, wieso man das nicht schon lange vorher gemacht hat..
Es gibt keinen zwingenden Gegensatz zwischen Nutz- und Ziergarten. Mein Gemüsehochbeet hat beim Tag des offenen Gartens oft die meisten bewundernden Kommentare bekommen - dabei hatte ich einfach nur bunten Mangold an die Ecken gesetzt und zwischen das Gemüse Ringelblumen für die Bodenverbesserung gesät. Am Rand noch Kapuzinerkresse gegen Schädlinge - fertig ist das nützliche UND schöne Beet.
Es gibt keinen zwingenden Gegensatz zwischen Nutz- und Ziergarten. Mein Gemüsehochbeet hat beim Tag des offenen Gartens oft die meisten bewundernden Kommentare bekommen - dabei hatte ich einfach nur bunten Mangold an die Ecken gesetzt und zwischen das Gemüse Ringelblumen für die Bodenverbesserung gesät. Am Rand noch Kapuzinerkresse gegen Schädlinge - fertig ist das nützliche UND schöne Beet.
Der Blauregen über der Gartenmauer tut einem in der Seele weh!
Es gibt nur einen vernünftigen Platz für Blauregen: Rechts und links der Haustür.
... zu entwerfen, macht noch nicht den Architekten. Zu Haus und Garten auch noch gleich die Bewohner frei zu erfinden, war eine (Pardon) dumme Fragestellung. Die Antworten sind entsprechend.
Aufgefallen ist, dass es anscheinend ausgeschlossen war, am Haus irgendwas zu ändern. Grausig, diese Sägezähne um Eingang und Fenster! Da war der alles umhüllende Efeu allerdings ein Geniestreich, den man aber nicht allen Wänden aufbürden darf.
Die grellfarbigen Mülltonnen haben alle "Gestalter" irgendwo verschwinden lassen. Dabei sind das doch die zukünftigen Leitfossilien unserer Gesellschaft. Weniger närrisch bunte Dinger könnten wir Heutige ja glatt verwechseln. Ich habe allerdings schon gesehen, dass andere Primaten mit diskreteren Unterscheidungsmerkmalen gut zurechtgekommen sind.
Auf einem Bild ist sogar die Zufahrt ans Haus verschwunden, ganz im Zuge der Zeit. Da muss man Oma und Opa später mal den ganzen Weg runter tragen. Das kostet dann extra.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren