Edition Frédéric MalleKurator der Meisterparfums

Kein Preislimit, keine Duftvorgaben, keine Marktanalysen: In der Edition von Frédéric Malle können die besten Parfumeure der Welt aus dem Vollen schöpfen. Das riecht man. von 

Der Parfumkurator Frédéric Malle und seine Edition

Der Parfumkurator Frédéric Malle und seine Edition  |  © Julia Magenau

Wir stellen uns Musiklisten zusammen, zitieren Zeitgenössisches auf unseren Social-Media-Profilen, veröffentlichen Bücher im Selbstverlag: Wir alle sind Kuratoren. Durch die Vermischung von Konsum und Kreation, nicht zuletzt befördert in digitalen Medien, sind wir zu öffentlich sichtbaren Gestaltern unserer Lebenswelt geworden.

Der Kurator ist eine der wichtigsten Figuren der Gegenwart. Er kümmert sich, im Wortsinn, um das, was ihm lieb und teuer ist. Er schafft den publizistischen Rahmen, in dem die Kunst seiner Wahl angemessen gefeiert werden kann. Frédéric Malle widmet sich dem Parfum, im großen Stil.

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Duft bestimmt sein Leben. Sein Großvater gründete die Parfumlinie von Christian Dior. Nach dem Kunstgeschichtsstudium trat Malle die Ausbildung in einem von Frankreichs besten Parfumlaboren an. Er wurde Duftberater für die großen Kosmetikfirmen und ist seit 2000 künstlerischer Direktor seiner eigenen Edition de Parfums.

Der 50-Jährige kennt die Branche und ihre Schwächen: Heute sind Parfums oft nicht viel mehr als flüssiges Marketing großer Luxushäuser. Weder tragen sie individuellen Ausdruck in sich, noch helfen sie dem Träger oder der Trägerin dabei, ein solchen zu betonen. Unter diesen Umständen müssen Parfumeure den künstlerischen Anspruch an ihr Handwerk verleugnen.   

Duftnoten – Alles über Parfum

In einem Themenschwerpunkt widmen wir uns der Kunst des Parfums, weil über Duft viel zu wenig geschrieben und gesprochen wird. Die Serie Duftnoten – Alles über Parfum auf ZEIT ONLINE will das Bewusstsein für Parfums schärfen und einen kritischen Diskurs über eine vernachlässigte Kunstform anregen.

Wie entsteht ein olfaktorisches Meisterwerk? Wer sind die Meister hinter den großen Klassikern? Mit welchen Worten kann ich meinen Lieblingsduft beschreiben? Und welche olfaktorischen Schätze gibt es abseits der bekannten Marken zu entdecken?

Der Schwerpunkt

Bisher erschienen:

Essay: Wir sollten besser riechen

Glossar: Von Absolue bis Zibet

Parfum-Portale: Im Netz duftet's

Jean-Claude Ellena: Zu Besuch beim Herrn der Düfte

Parfum-Rohstoffe: Wie kommt die Natur in die Flasche?

Ironiefreie Zone: Parfum, das einzig wahre Accessoire

Die Top Ten: Duftempfehlungen von Luca Turin

Im Labor bei Chanel: Der Parfumeur Christopher Sheldrake

Parfum-Erfahrungen: Mein Duft und ich

Weltmarkt Parfum: Welche Düfte verkaufen sich wo am besten?

Der junge Wilde: Der Pariser Parfumeur Francis Kurkdjian

Promiparfums: Popstars aus der Flasche

Meister des Orients: Serge Lutens erklärt die wahre Weihnachtsgeschichte

Müssen gute Parfums teuer sein? Dominique Ropion im Interview

In loser Folge ab Mai 2013:

Nischenparfums – Kleine Firmen mit großem Bouquet

ALS E-BOOK

Die Serie Duftnoten - Alles über Parfum gibt es auch als E-Book. Gehen Sie auf Entdeckungsreise in die Welt des Parfums in dieser für Ihren eReader hochwertig aufbereiteten Fassung. Unser E-Book steht Ihnen dabei als EPUB-Version für Ihren eReader, sowie als MOBI-Version für Ihr Kindle Lesegerät von Amazon zur Verfügung.

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In der Edition de Parfums hingegen dürfen sie aus dem Vollen schöpfen. Keine Budgetvorgaben, keine Marktanalysen, unbegrenzter Zugriff auf die feinsten Rohstoffe und keine Kompromisse. Fertig ist das Parfum erst, wenn Komponist und Kurator zufrieden sind.

Aber waren nicht auch Coco Chanel oder Christian Dior Kuratoren ihrer Parfums? Nein, muss man leider sagen. Ihre Parfumeure arbeiteten im Stillen, keiner von ihnen durfte den Markenschöpfer überstrahlen. Bis heute entstehen Parfums meist in den Laboren von Zulieferern. Sie entwerfen den Duft, verwahren die Rezeptur, und der Luxusabnehmer druckt am Ende sein Logo drauf. Es zählt allein das Image. Im Gegensatz dazu ist Frédéric Malles Edition ein Denkmal für die Kunst der Parfumerie. Sie wäre wie geschaffen fürs Museum – wenn die Werke nicht erst auf der Haut eines Menschen ihre Schönheit offenbarten.

Schlicht die Verpackung, opulent der Inhalt: die Düfte der Edition

Schlicht die Verpackung, opulent der Inhalt: die Düfte der Edition  |  © Edition de Parfums

Malle hat die besten Parfumeure der Welt um sich geschart, darunter Jean-Claude Ellena, Olivia Giacobetti und Dominique Ropion. In den 13 Jahren seit der Gründung der Edition sind 21 Parfums erschienen. Das neuste, Dries Van Noten mit Namen, ist eine olfaktorische Interpretation der Mode des belgischen Designers, komponiert von Bruno Jovanovic aus Nelken, Jasmin, Patschuli, Vanille und Moschus. Dabei geht es in der Edition nie um Mode, sondern um Stil. Die Düfte sind zeitlos, keiner orientiert sich an aktuellen Trends.

Une Rose von Edouard Fléchier zum Beispiel geht tief ins Herz der Türkischen Rose, gibt ihr Erdung mit Holz-, Trüffel- und Knoblauchnuancen und eine unwiderstehliche Anziehungskraft durch einen Hauch von, tja, Bibergeil. So etwas würde kein Parfumeur dem Massenmarkt anbieten. Auch das introvertierte Dans Tes Bras von Maurice Roucel hätte dort keine Chance als Abbild einer stillen, warmen Umarmung. Und Géranium Pour Monsieur von Dominique Ropion wäre mit seiner rosig-minzigen Frische viel zu dandyhaft für die Douglas-Filiale.

Deshalb verkauft Malle seine Düfte nur in ausgewählten Fachgeschäften, die für seine großen gläsernen Kühlschränke mit den rot-schwarzen Flakons gern Platz schaffen. Die Preise der Parfums variieren je nach Wert der Rohstoffe. Sie sind meist etwa ein Drittel teurer als ein durchschnittlicher Dior-Duft. Und unendlich viel eleganter.

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    • Serie Duftnoten – Alles über Parfum
    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Chanel | Christian Dior | Duft | Parfum | Rohstoff | Rose
    • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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