Gault Millau Wahabi Nouri ist Koch des JahresSeite 2/2
Der "Koch des Jahres 2009", Nils Henkel aus Bergisch Gladbach, wurde vom Gault Millau hingegen abgestraft. Wegen "zu viel Chemie im Essen" werteten ihn die Tester von 19 auf 18 Punkte ab. Sie begründeten den Punktabzug für ihn sowie rund zwei Dutzend weitere Köche damit, dass sie sogenannten Heringskaviar servieren, ein aus geräuchertem Hering, Tintenfisch-Tinte und Geliermittel hergestelltes Imitat – für den Gault Millau-Chefredakteur Manfred Kohnke ein Sittenverfall innerhalb der Spitzengastronomie. Henkel reagiert zerknirscht: "Wir haben das nur ein oder zwei Mal im Programm gehabt. Das ist sehr ärgerlich, aber nun ist es passiert."
Auch das Restaurant von Fernsehkoch Johann Lafer in Stromberg bei Bad Kreuznach wurde stark von 17 auf 15 Punkte herabgestuft. Die Tester warnen ihn vor dem Beispiel seines TV-Kollegen Horst Lichter: "Bleib lecker, Lafer, werd' nicht Lichter!"
In der Rangliste der laut Gault Millau besten deutschen Köche führen weiter mit jeweils 19,5 Punkten Harald Wohlfahrt (Baiersbronn), Helmut Thieltges (Dreis in der Südeifel) und Joachim Wissler (Bergisch Gladbach). Die Häuser von Christian Jürgens ("Gourmetrestaurant Überfahrt" in Rottach-Egern) und Christian Lohse ("Fischers Fritz" in Berlin) stießen in den Kreis der acht Häuser mit 19 Punkten auf, was in etwa drei Michelin-Sternen gleichkommt. Aufsteiger des Jahres ist Jakob Stüttgen ("Terrine" in München, 17 Punkte).
Die meisten der 110 besten Restaurants mit mindestens 17 Punkten gibt es in Baden-Württemberg (20), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (18), Bayern (17) und Berlin (11). Ihre Zahl stieg leicht an – ähnlich wie beim zweiten wichtigen Gourmet-Führer Michelin Guide, der in der vergangenen Woche neun neue Sternerestaurants präsentiert hatte.
- Datum 16.11.2009 - 19:09 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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