Kochen Soljanka oder Sauerbraten?Seite 2/2
Hobkinson: Ja, auf jeden Fall. Die Offenheit des Westens spiegelt sich in der Internationalität der Küche: der Überschwang und die exotischen Trends wie Toast Hawaii. Die ostdeutsche Küche ist da purer. Durch die Isolation sind mehr echte deutsche Gerichte erhalten geblieben und weiter verbreitet. Soljanka im Osten zeigt die russische Verbundenheit, während Westdeutschland fast gar nicht mehr deutsch sein wollte.
ZEIT ONLINE: Sie werden ein "wiedervereinigtes" Dessert servieren. Was wird es sein?
Hobkinson: Im Ostsektor reißt die Mauer ein – ein symbolischer Stacheldraht aus karamellisiertem Zucker, der im Westen auf der Schwarzwälderkirschtorte "landet“. Der Westsektor isst sich durch den karamellisierten Stacheldraht und erreicht die hausgemachte Stolleneiscreme.
ZEIT ONLINE: Was ist Ihrer Meinung nach das Skurrilste an der deutschen Küche überhaupt?
Hobkinson: Das Skurrilste ist definitiv der Döner Kebab. Erfunden in Kreuzberg von einem türkischen Immigranten, der beeindruckt war vom deutschen Pragmatismus des Auf-die-Hand-Imbiss. Der Döner Kebab ist wohl das international am weitesten verbreitete Fastfood nach dem Burger. Und Sauerkraut natürlich. Es kam den ganzen Weg aus China nach Deutschland, um hier Ruhm und Anerkennung zu finden.
Die Fragen stellte Friederike Milbradt
- Datum 09.11.2009 - 09:52 Uhr
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eine gelungene Aktion, auf die wohl nur Frauen kommen konnten.
Hoffe sie wird Aufmerksamkeit in allen Regionen Deutschlands und vor allem Koch- Kreisen, finden!
Bin aufgewachsen mit genau diesem Prinzip- Meine Mutter aus Baden, mein Vater aus Thüringen, kenne Ost- und West Verhältnisse aus eigener Erfahrung und auch die Küche. So wächst vielleicht die deutsche Gesellschaft wirklich einmal zusammen oder ist auf gutem Weg, dazu. Danke diesen beiden, kreativen Köchinnen!!!
Bei uns kommen vogtländische "Grüne Klöße" auf den Tisch. Genau wie in meiner Kindheit, in der ich nie an Hunger oder Armut leiden musste.
Bei uns gab es immer dann Fleisch, wenn wir Appetit hatten und das gab es auch in der Mangelwirtschaft - im Gegensatz zu den heutigen Hartz IV-Empfängern konnten wir uns wenigstens jeden Tag ein ordentliches Essen leisten!!!
Frau Hopkinson, wenn Sie statt Kunst und Theater zu studieren eine Kochlehre absolviert hätten, dann hätten Sie dabei vermutlich auch gelernt, wie man ein Menü zusammenstellt das den Namen Menü auch verdient hat.
Aber heutzutage ist kochen ja kein Handwerk mehr, heute werden "Events" veranstaltet...
Setzen, Sechs! Was anderes fällt mir dazu nicht ein.
Maultaschen mit Sauerkraut ????
Igitt. Also entweder in der Suppe oder abgeröstet mit geschmälzten Zwiebeln.
Und abgesehen davon, bei der Zusammensetzung der Menüs kann man keine Geschmacksrichtung wirklich genießen.
octopus_vulgaris hat völlig recht.
Daß der Döner keine Berliner Erfindung ist, wird oft negiert. So schrieb Helmuth von Moltke 1836: „Unser Mittagsmahl nahmen wir ganz türkisch beim Kiebabtschi ein. Dann erschien auf einer hölzernen Scheibe der Kiebab oder kleine Stückchen Hammelfleisch, am Spieß gebraten und in Brotteig eingewickelt, ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht.“
Im Übrigen gabs in Schulspeisung und Kantine regelmäßig Sauerbraten und auch Toast Hawaii. Auch auf den Speiskarten der DDR war das Standard.
Geschichtskenntnisse sind also eher mangelhaft bei den beiden Köchinnen.
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