Obst statt Süßigkeiten Zuckersüßer Appell

Statt Schokolade und Bonbons möchte Verbraucherministerin Aigner eine "appetitliche Portion Obst" an den Supermarktkassen sehen. Die FDP hält nichts von diesem Vorschlag.

Süße Versuchungen an der Supermarktkasse soll es nach dem Willen von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner künftig nicht mehr geben. "Die Supermärkte sollten statt Süßigkeiten lieber eine appetitliche Portion Obst an ihre Kassen stellen", sagte die CSU-Polikerin der Rheinischen Post. Sie könne dies zwar nicht gesetzlich regeln, sondern nur an den Einzelhandel appellieren. "Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Eltern jene Supermärkte bevorzugen, die die Süßigkeiten von den Kassen wegräumen."

Der Koalitionspartner FDP sieht das etwas anders. Die Ernährungsexpertin der Liberalen, Christel Happach-Kasan, warnte im Bundestag davor, dem Handel Vorschriften zu machen. "Eine derartig bevormundende staatliche Verbraucherpolitik ist mit der FDP-Bundestagsfraktion auch zukünftig nicht zu machen", sagte sie. "Im Koalitionsvertrag von FDP, CDU und CSU wurde eindeutig das Leitbild des mündigen Verbrauchers verankert." Eine Einteilung in gute und schlechte Lebensmittel sei nicht sinnvoll.

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Die Grünen-Abgeordnete Ulrike Höfken sprach von "zuckersüßen, wirkungslosen Appellen von 'Mutter Aigner' an die Discounter". Sie forderte vielmehr eine Kennzeichnung von Dickmachern in Ampelfarben und eine Ausweitung des Schulobstprogramms, dem sich neun Bundesländer noch nicht angeschlossen haben.

Die Süßwarenwirtschaft verwarf Aigners Vorschlag ebenfalls. "Diese Forderung ist nicht neu und hilft nicht im Kampf gegen Übergewicht, wie alle Experten wissen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, Torben Erbrath.

 
Leser-Kommentare
    • bob13
    • 29.01.2010 um 16:46 Uhr
    1. spende

    welche unternehmen haben hier der fdp gespendet?

  1. Typischer FDP-Kommentar. Was bitte hat den das "Leitbild des mündigen Verbrauchers" hiermit zu tun? Ich würde es auch besser finden, wenn die Süßigkeiten von der Kasse verschwinden würden. Nicht, um Erwachsene zu bevormunden, sondern um Eltern das Einkaufen zu erleichtern.

    Eine Lösung des grundsätzlichen Problems, des Übergewichtes bei Kindern, wäre es allerdings auch nicht. Da sind immer noch die Eltern gefordert.

    Die Kennzeichnung von Dickmachern... naja, das würde etwa soviel nutzen wie die berühmten Sprüche auf den Zigarettenschachteln. Das Schulobstprogramm allerdings ist eine andere Sache; das würde ich schon gut finden, wenn sich die Länder alle daran beteiligten.

  2. ist die FDP vor allem immer da, wo es der Wirtschaft nutzt.

  3. 4. Nanny

    Ich habe meine Kinder nicht im Griff, ich bin zu schwach nein zu sagen, meine Kinder sind fett und unbeweglich.
    Wer ist Schuld?
    Der Supermarkt!
    Soviel Staatsgläubigkeit ist schon fast süß

  4. Rund 20 Millionen Euro stellt die EU (!) für das Schuljahr 2009/2010 zur Verfügung, damit Obst und Gemüse an Schulen in Deutschland verteilt werden können.
    http://frontal21.zdf.de/Z...

    Man fasst es kaum, wie sich unsere sog. "Volksvertreter" winden, nur um das Obst nicht an unsere Schüler verteilen zu müssen. Wenn es ja für die notleidende Banker gewesen wäre...aber hier geht es ja nur um unsere Kinder, von denen 2,5 Millionen in Armut und ohne gesicherte, gesunde Ernährung in Deutschland (!) aufwachsen.

    Da mutet Frau Aigners Vorstoß geradezu niedlich an. Es muss mehr kommen, damit sie nicht mehr den Anschein erweckt, nur geheuchelten Aktionismus zu zeigen.

  5. ... wieviele Parteien es schon geschafft haben, so kurz nach der Wahl schon so unbeliebt zu sein, wie die FDP im moment.

    @#1: genau das hab ich mir auch gedacht.

    Überall wird Fettleibigkeit als "Volkskrankheit" proklamiert, die Kosten für das Gesundheitssystem steigen immer weiter, aber mal die Ursachen dafür anzugehen sind natürlich zu tiefe Einschnitte in den freien Wettbewerb. Es geht doch lediglich darum die Süßwaren WOANDERS hinzustellen und nicht zu verbieten.
    Vielleicht sollten wir uns so langsam mal vom Konzept des mündigen Verbrauchers verabschieden.
    Wie konnten solche Leute nur in die Regierung gewählt werden. Armes Deutschland.

    • Pi2010
    • 29.01.2010 um 17:41 Uhr

    wird ja immer offensichtlicher das unser team-merkel sich hier ihre neue ddr2.0 aufbau

  6. Zahnpasta statt Kippen, Seife statt Schnaps. Und überhaupt, in Videotheken werden die schmutzigen Videos doch auch im dunklen Bereich untergebracht;-) Nee, so ne richtige Anti-Lösung. 1. Muss man den Kindern beibringen, mit Süßigkeiten richtig umzugehen, entweder fressen sie sonst heimlich oder werden halt fett, wenn sie selber Kohle haben. 2. muss man lernen, selber zu kochen, was nicht heißt, Pulver in warmes Wasser zu schütten. So lange beides nicht gegeben ist, wird die Fettleibigkeit sich halten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 29
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  • Schlagworte Ilse Aigner | FDP | Obst | CSU | CDU | Bundestag | Discounter | Übergewicht
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