Sie sind das Traumpaar der Fritteusen: Fish'n'Chips. Vor allem die Briten lieben die Kombination aus Backfisch und Fritten, die jetzt ihren 150. Geburtstag feiert. Trotz der wachsenden Konkurrenz durch Döner Kebab, Hamburger, Pizza und indisches Curry sind Fish'n'Chips in Großbritannien nach wie vor die Nummer eins des Fast Food. 300 Millionen Portionen wurden im vergangenen Jahr in mehr als 11.500 Läden auf der Insel verkauft.

Bis Kartoffelstäbchen und Fisch zueinander fanden, dauerte es allerdings seine Zeit. Jüdische Einwanderer aus Iberien brachten Ende des 17. Jahrhunderts erstmals frittierten Fisch nach London. Angeblich soll sich Charles Dickens schon 1837 in Oliver Twist über die kulinarische Neuerung ausgelassen haben.

Frittierte Kartoffeln wurden erst im 18. Jahrhundert in Frankreich als "Pommes Frites" populär. Die günstige und sättigende Erfindung fand auch in den Industriestädten im Norden Englands großen Absatz. Bis heute wird gestritten, wo genau in Großbritannien die beiden Bestandteile letztendlich zusammenfanden. "Ob nun der Norden oder der Süden –  die Diskussion beweist doch nur die Zuneigung des gesamten Landes", sagte der Parlamentarier Lindsay Hoyle anlässlich der nationalen Fish'n'Chips-Woche.

"Das Gericht ist eine nationale Institution", sagt Ahmet Ziyaeddin, der gemeinsam mit seinem Bruder Ali Londons ältesten Fish'n'Chips-Laden führt: das Rock & Sole Plaice. Seit 1871 wird hier, mitten in der Londoner Innenstadt, gebraten und frittiert. Während Ziyaeddin das Fast-Food-Gericht in Reinform anbietet, versuchen andere Gastronomen wie die Great British Eatery in Birmingham, es auch einem Gourmet-Publikum schmackhaft zu machen.

Pünktlich zum 150. Geburtstag bemühte sich die National Federation of Fish Friers sogar, die britische Leibspeise als Kalorien-Schnäppchen zu verkaufen: Es enthalte immerhin 42 Prozent weniger Fett als ein Döner Kebab. Mit rund 1000 Kalorien pro Portion werden es Fish'n'Chips jedoch nie auf die Diätseiten schaffen. 

Auf ein einst ganz wesentliches Detail muss der traditionsbewusste Fish'n'Chips-Kunde heute allerdings verzichten: die Verpackung. Um die Preise möglichst niedrig zu halten, wurde das fettige Essen ursprünglich in der Boulevardzeitung des Vortags gereicht. Seit den achtziger Jahren ist das aufgrund von Hygienevorschriften nicht mehr erlaubt.