Frühlingsanfang Den Winter weggrillen
Im Hochsommer Würstchen zu wenden, ist keine Kunst. Der wahre Grillmeister wagt sich schon in der Winterzeit an den Rost. Ein Selbstversuch von Robert Lücke

Grillen ist, wenn man trotzdem nicht friert - da kann man sich auch schon mal Ende März hinter den Rost stellen
Im Juli bei 27 Grad im Schatten ein paar Koteletts und Würstchen auf den Gasgrill legen, das kann jeder. Das echte Abenteuer sieht so aus: Ende März bei sechs Grad im zugigen Kellereingang stehen, um zum ersten Mal im Jahr Duft und Geschmack gegrillten Fleisches genießen zu können. Hochsommergrillen ist was für Rentner, Schrebergärtner und Baumarktgänger. Echte Fans grillen, wenn sie Hunger haben und ignorieren das Wetter.
Das denke ich zumindest, seit ich das Blog des Herdecker Vereins "Grillsportfreunde" entdeckt habe. Dort schrieb "Mag Grillkaiser" am 8. Januar – Sturmtief "Daisy" war gerade im Anflug auf Deutschland – "Was soll man in so einer Nacht auch anderes machen als grillen?" Mag kaufte sich zwei Kilo Schweinenacken und legte sie auf den Rost. Draußen, versteht sich. Zum Beweis lud er gleich ein paar Fotos hoch. Wer Grillen nicht als sinnfreies Sommervergnügen, sondern als Sport versteht, schreckt auch vor sibirischen Wintern wie diesem und unsteten Frühjahren nicht zurück. Grillen ist, wenn man trotzdem nicht friert. Mag ist mein Vorbild. Außerdem war gerade Frühlingsanfang, und bei mir im Rheinland herrschen 13 Grad. Wen interessiert's, dass es gerade in Strömen regnet?
Zunächst zur Hardware: Der Grill steht im Keller, er trägt noch ein paar Rest-Fettspuren, aber ich bekomme ihn recht schnell wieder halbwegs sauber, zum Glück war der Rost geputzt. Und die Software? Kohle ist keine mehr da, also auf zur Tankstelle. Da stehen Frostschutzmittel neben Schoko-Osterhasen, aber keine Kohlesäcke. "Jetzt?", ist die einzige, etwas schrill formulierte Reaktion der Verkäuferin auf meine Nachfrage nach Grillkohle. Nächste Station: Baumarkt. Der Verkäufer muss erst 20 Minuten im Lager suche, bis er einen Sack vom letzten September gefunden hat, Grillanzünder habe ich noch, Gott sei Dank. Und das Fleisch? Die Fleischtheke bietet noch nichts von den vielen marinierten Schweinenacken- und -bäuchen sowie Rinderhüftstücken, die es von Juni bis August durchgehend gibt. Also muss ich selbst ran. Beim türkischen Metzger kaufe ich Lammkoteletts, beim deutschen Metzger Bratwürste und Nackensteaks. Die Fleischstücke mariniere ich kurz in Öl, einer Kräutermischung und etwas zerdrücktem Knoblauch.
Wohin nun mit dem Grill? Ich suche mir eine Ecke am eigenen Carport, einer Art Grillhütte fürs Auto, was gut ist, denn natürlich regnet es an diesem Spätnachmittag, dazu weht es zugig um die Ecke aus Südwest. Als ich anfange, ein Häufchen Kohle in der Grillmulde zu bilden und Anzünder drüberkippe, bleibt ein altes Ehepaar auf der Straße kurz stehen und blickt mich rätselnd an. Ich bilde mir ein, in ihrem Blick auch etwas Missbilligendes, Strafendes zu erkennen. Offenbar ist Grillen im März in Deutschland anstößig, vielleicht sogar ein Verstoß gegen eine etwaige Grillordnung? Ich nicke ihnen zu – keine Reaktion. Ich zünde an, es gibt dieselbe Stichflamme wie im Sommer, und wieder weiß ich, dass ich zu viel Anzünder genommen habe.
Dummerweise habe ich nicht bedacht, dass es um sieben Uhr abends bereits dämmert und um halb acht stockfinster ist, weswegen mich der Bewegungsmelder und der Flutlichtscheinwerfer im Carport, der eigentlich Autoradiodiebe verscheuchen soll, nun alle 20 Sekunden in gleißendes Licht taucht, um mich nach weiteren 20 Sekunden wieder in tiefschwarze Nacht zu hüllen. Vielleicht hätte ich doch besser bis zur Sommerzeit-Umstellung warten sollen.
Die Szenerie – ich alleine im Regen im Carport am Grill – wird durch das stroboskopartige Licht-an-Licht-aus-Spiel noch bizarrer. Jeder Fußgänger, der die Straße entlanggeht, guckt nun wahlweise erschrocken oder mitleidig. Zwei Jugendliche mit Biermix-Flaschen in der Hand rufen: "Guck mal, der Super-Griller!", und ich weiß nicht, ob das nun ein Kompliment war oder nicht.
Nach 25 Minuten ist die Glut gut, und ich lege Würste, Steaks und Lammkoteletts drauf. Wie immer tropft das Fett in die Holzkohle und verursacht karzinogene Stichflammen – wie schön! Ich streue ein paar alte Rosmarinäste in die Glut, und es riecht plötzlich so wunderbar und fantasieanregend nach Sommer, lauen Abenden und nettem Plausch mit Freunden auf der Terrasse bei gutem Wein. So gut, dass ich schnell nach drinnen laufe und mir ein Bier aus dem Kühlschrank hole.
- Datum 25.03.2010 - 12:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ohne eigenes Haus, lautet die Frage ist nur wo kann und darf man Grillen? Wenn ich grillen will, muss ich mind. 20-30km fahren.
Tierfresserei. Warum schreiben Sie nicht mal einen Artikel über Soja oder Weizenwürstchenß über alternatives Grillgut, das leckrer ist. Wegen dem kein Tier leiden und stebren musste? Wegen dem regenwald und wohnraum nicht platt gemacht wurde?
Achja...ich hab vergessen...dazu müsste man ja mal weiter denken, als bis zur Kantine.
ist eine wunderschöne Sache, wenn man Platz und einen guten Schlachter hat. Wenn ich aber durch die Parks gehe und sehe, was aus Einweggrills und billigstem Fleisch wird, wird mir nur schlecht bei all dem Gestank und Müll, der in den Städten verbreitet wird.
bescheiden schmeckt und ich dem armen Rind nicht sein Futter wegnehmen will.
Und die Semmel war doch bestimmt aus Weizen.
"Tierfresserei. Warum schreiben Sie nicht mal einen Artikel über Soja oder Weizenwürstchenß über alternatives Grillgut, das leckrer ist. Wegen dem kein Tier leiden und stebren musste? Wegen dem regenwald und wohnraum nicht platt gemacht wurde?"
@deftone:
Nichts ist leckerer als Fleisch. Und grillen ist eigentlich gar nichts für Vegetarier. :D
Wenn man genug tierisches Eiweiß zu sich nimmt, hat man vielleicht auch die entsprechenden Gehirnzellen um vernünftig (recht-)schreiben zu können...
ist eine wunderschöne Sache, wenn man Platz und einen guten Schlachter hat. Wenn ich aber durch die Parks gehe und sehe, was aus Einweggrills und billigstem Fleisch wird, wird mir nur schlecht bei all dem Gestank und Müll, der in den Städten verbreitet wird.
bescheiden schmeckt und ich dem armen Rind nicht sein Futter wegnehmen will.
Und die Semmel war doch bestimmt aus Weizen.
"Tierfresserei. Warum schreiben Sie nicht mal einen Artikel über Soja oder Weizenwürstchenß über alternatives Grillgut, das leckrer ist. Wegen dem kein Tier leiden und stebren musste? Wegen dem regenwald und wohnraum nicht platt gemacht wurde?"
@deftone:
Nichts ist leckerer als Fleisch. Und grillen ist eigentlich gar nichts für Vegetarier. :D
Wenn man genug tierisches Eiweiß zu sich nimmt, hat man vielleicht auch die entsprechenden Gehirnzellen um vernünftig (recht-)schreiben zu können...
ist eine wunderschöne Sache, wenn man Platz und einen guten Schlachter hat. Wenn ich aber durch die Parks gehe und sehe, was aus Einweggrills und billigstem Fleisch wird, wird mir nur schlecht bei all dem Gestank und Müll, der in den Städten verbreitet wird.
bescheiden schmeckt und ich dem armen Rind nicht sein Futter wegnehmen will.
Und die Semmel war doch bestimmt aus Weizen.
Tofu Würste. Dafür müssen keine Mitlebewesen leiden.
Fleisch fördert bekanntlich nicht gerade den Verstand was man am Vorgängerkommentar merkt. Soja wird zu mind. 90% für Tierfutter verwendet/importiert. Außerdem brauchts für 1 kg Rindfleisch 7 kg pflanzl. Futter, besteht das Futter aus tierischen Eiweißprodukten können es auch 17 kg Pflanzenfutter werden.
Fleisch fördert bekanntlich nicht gerade den Verstand - und das ist der grund,
-warum alle Tiere, die für ihre Intelligenz zu Versuchszwecken genutzt werden Fleischfresser sind
-warum bei gleich großen Tieren die Fleischfresser im Normfall intelligenter sind
Denken braucht Energie, das Gehirn ist das energieintensivste Organ des Körpers. Das hat sich erst herausbilden können als überflüssige Energie vorhanden war - nämlich der Darm auf Fleisch umstellte. Der Verdauungstrakt ist nämlich der zweitintensivste Energieverbraucher des Körpers.
Und was passiert mit Kleinkindern, denen tierische Eiweiße verweigert werden?
Also bevor vom Essverhalten auf Intelligenzquotienten geschlossen wird bitte erst eine saubere Faktenlage recherchieren.
Der Artikel ist gut geschrieben, wohltuend selbstironisch und es macht Spaß ihn zu lesen..... warum muß daraus wieder mal eine sinnfreie weil ergebnislose Debatte für oder gegen Fleischverzehr werden ?
Niemand zwingt Vegetarier zum Fleischkonsum - zu Recht, aus Respekt vor ihrer Sicht der Dinge.
Denselben Respekt können aber die Fleischverzehrer einfordern.Beleidigende Äußerungen sind unangebracht.
Meines Wissens stand in dem Artikel nicht, daß die Koteletts aus Massentierhaltung kamen... es könnte sich doch auch um Fleisch aus artgerechter Haltung gehandelt haben
Ich habe herzlich gelacht - und gönne mir jetzt erst einmal eine (garantiert tofufreie) Currywurst, um meinen kurzfristig sensibilisierten IQ schnell wieder aufs Niveau "Knäckebrot" abzusenken. :-)
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