50 Jahre Babynahrungs-Konzern Hipp Hipp Hurra!

Hipp Babynahrung feiert seinen 50. Geburtstag – und auch seine Zielgruppe wird immer älter. Jedes vierte Gläschen wird inzwischen von einem Erwachsenen verspeist.

Nur wenige Menschen geben es freiwillig zu. "Na gut, ich hab es schon mal probiert ...", hört man aus dem Bekanntenkreis. Nur ein paar reden ganz offen über ihre Sucht: "Ich find' das Zeug super, ich kauf es inzwischen auch für mich."

Kaiserschmarrn in Apfelmus, zartes Gartengemüse, oder Tagliatelle mit Seefisch in Rahmbrokkoli - jedes vierte Gläschen Hipp-Babynahrung wird inzwischen von Erwachsenen verspeist, sagt Firmenchef Claus Hipp. Sein Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. In den sechziger Jahren löste Hipp mit dem Trend zum Essen aus dem Glas eine kleine Revolution in der Ernährungsbranche aus. Heute hält der Konzern in Pfaffenhofen an der Ilm 46 Prozent am Babynahrungsmarkt und liegt damit vor Nestlé und Milupa.

Über die Vorliebe der Erwachsenen für seine Gläschen kann sich der Konzern freuen. Denn der Markt für Babykost stagniert. Bei Unternehmensgründung gab es in Deutschland noch doppelt so viel Geburten wie heute. "Der Markt für Tierfutter ist inzwischen schon viel größer als der Markt für Babynahrung ­ und er wächst schneller", sagt der Marketingleiter des Konzerns, Reiner Tafferner.

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Der Firmenchef sieht den demografischen Wandel nicht unbedingt als Nachteil: "In unserer Gesellschaft, die immer älter wird, wird Babynahrung auch im Erwachsenenbereich eine Zukunft haben", sagt Hipp, der schon in den sechziger Jahren auf biologischen Anbau setzte. "Wir haben Menschen mit Bio-Produkten großgezogen, die uns dann nachher als Parteipolitiker erklären wollten, wie das geht."

Die gute Bekömmlichkeit von Babynahrung und die Tatsache, dass die dafür verwendeten Lebensmittel besonders streng kontrolliert werden, mag ein Grund sein, dass ältere Menschen öfter zum Gläschen greifen. Eine weitere Zielgruppe sind nach Angaben des Firmenchefs junge Mütter. Sie sitzen als "Vorkosterinnen" ohnehin an der Quelle. Außerdem seien Gemüse und Obst in Babybrei-Form kalorienarm und eigneten sich daher für eine Diät, um die Schwangerschaftspfunde wieder loszuwerden.

Schlechte Noten erhielt der Konzern unlängst von der Zeitschrift Öko-Test. Diese hatte Ende Februar in mehreren Fertigprodukten – unter anderem Hipp – zwei krebserregende Stoffe ­ gefunden, wenn auch in kleinen Mengen. Der Konzern wies den Bericht zurück.

Ernährungswissenschaftler sehen die Ernährung aus dem Glas ebenfalls kritisch. "Im Prinzip hat sich die Kindernahrung dadurch grundlegend geändert", sagt der Kinderarzt und Ökotrophologe Michael Krawinkel von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das sei nicht nur gut. Zwar habe die Babynahrung eine hohe Qualität, es fehle aber die geschmackliche Vielfalt. "Es gehört zum Lernprozess, dass Kinder merken, dass es unterschiedliche Geschmacksrichtungen gibt - eine Möhre schmeckt nicht immer gleich", sagt Krawinkel. Bei einem Fertigprodukt gebe es diese Unterschiede nicht. "Selbst zubereitetes Essen schmeckt natürlicher."

 
Leser-Kommentare
  1. ich kenne keinen erwachsenen, der babynahrung zu sich nimmt. und ich kenne einige hunderte. ich habe auch noch nie von so etwas gehört. somit komme ich auf einige tausende. das phänomen muss sich wohl in anderen kreisen abspielen.

    waren da früher nicht mal unmengen an zucker enthalten? wieso kochen eltern nicht selber für ihr kind, statt so ein fastfood zu kaufen?

    ich muss jedesmal über die werbung lachen, was ein kind doch so alles benötigt, vitamine, fettsäuren, mineralien, und schwupp welches produkt dazu direkt parat ist. lieber verbraucherschutz, ich spende sofort 1000 euro, wenn so ein mist demnächst verboten wird. ehrlich jetzt.

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    • JensW
    • 18.03.2010 um 9:04 Uhr

    "wieso kochen eltern nicht selber für ihr kind, statt so ein fastfood zu kaufen? "

    hmmm...ich wage zu bezweifeln, daß früher alle Eltern für ihre Kinder gekocht haben...ich vermute mal, dass mindestens 50% von der Oma (die damals einfach noch öfter in der Nähe (= im selben Block oder selben Dorf wohnte) gekocht wurde...
    und wer ein Dasein als Hausfrau nicht schätzt, noch dazu keinen Bock hat Unmengen zu kochen und wegzuschmeißen (Babys mögen beileibe nicht alles...) kann auch die 6-8 Monate, die es nötig ist Fertignahrung kaufen.

    Oder haben Sie alles selbst gekocht?

    Beste Grüße!

    ... schreiben wahrscheinlich auch, daß "Babynahrung" (die!) "seinen" (!) 50. Geburtstag feiert ... (Und maulen dann, es wäre ja "der Konzern" gemeint – wovon der Quatsch noch quätscher wird.)
    Merke: Auf ZEIT online gibt es keinen Schlußredaktion mehr ;-)

    • JensW
    • 18.03.2010 um 9:04 Uhr

    "wieso kochen eltern nicht selber für ihr kind, statt so ein fastfood zu kaufen? "

    hmmm...ich wage zu bezweifeln, daß früher alle Eltern für ihre Kinder gekocht haben...ich vermute mal, dass mindestens 50% von der Oma (die damals einfach noch öfter in der Nähe (= im selben Block oder selben Dorf wohnte) gekocht wurde...
    und wer ein Dasein als Hausfrau nicht schätzt, noch dazu keinen Bock hat Unmengen zu kochen und wegzuschmeißen (Babys mögen beileibe nicht alles...) kann auch die 6-8 Monate, die es nötig ist Fertignahrung kaufen.

    Oder haben Sie alles selbst gekocht?

    Beste Grüße!

    ... schreiben wahrscheinlich auch, daß "Babynahrung" (die!) "seinen" (!) 50. Geburtstag feiert ... (Und maulen dann, es wäre ja "der Konzern" gemeint – wovon der Quatsch noch quätscher wird.)
    Merke: Auf ZEIT online gibt es keinen Schlußredaktion mehr ;-)

  2. Kann ein Patient nichts mehr essen und wird zu Hause versorgt, kann man ihm Hipp-Fertiggericht geben oder Essen durchpassieren, je nach Zeit und Fähigkeit. Leider sind die Babynahrungen schwer in Verruf gekommen durch Schwermetalle, Dioxine und Co... Jedoch: Schadstoffeintrag passiert so oder so... Superbio vielleicht ein bisschen weniger.

    • JensW
    • 18.03.2010 um 9:04 Uhr

    "wieso kochen eltern nicht selber für ihr kind, statt so ein fastfood zu kaufen? "

    hmmm...ich wage zu bezweifeln, daß früher alle Eltern für ihre Kinder gekocht haben...ich vermute mal, dass mindestens 50% von der Oma (die damals einfach noch öfter in der Nähe (= im selben Block oder selben Dorf wohnte) gekocht wurde...
    und wer ein Dasein als Hausfrau nicht schätzt, noch dazu keinen Bock hat Unmengen zu kochen und wegzuschmeißen (Babys mögen beileibe nicht alles...) kann auch die 6-8 Monate, die es nötig ist Fertignahrung kaufen.

    Oder haben Sie alles selbst gekocht?

    Beste Grüße!

    Antwort auf "nicht in meinem umfeld"
    • Puzi
    • 18.03.2010 um 9:40 Uhr

    Nun ich kenne jede Menge - 20 /100... Speziell in der Oberstufe grassierte es wie eine Welle (erste Diätversuche?) Natürlich blieben die jungen Damen knallhart dabei, dass es nur ganz toll schmeckt...

  3. ... schreiben wahrscheinlich auch, daß "Babynahrung" (die!) "seinen" (!) 50. Geburtstag feiert ... (Und maulen dann, es wäre ja "der Konzern" gemeint – wovon der Quatsch noch quätscher wird.)
    Merke: Auf ZEIT online gibt es keinen Schlußredaktion mehr ;-)

    Antwort auf "nicht in meinem umfeld"
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    Was hat in einer solchen Beitrag auch der Grammatik verloren? Der Genitiv ist des Dativs Tod!

    Was hat in einer solchen Beitrag auch der Grammatik verloren? Der Genitiv ist des Dativs Tod!

  4. Wie können in Glasbehältern eigentlich wirklich wichtige Vitamine, etc. erhalten bleiben?

  5. Was hat in einer solchen Beitrag auch der Grammatik verloren? Der Genitiv ist des Dativs Tod!

    • Hoeckt
    • 18.03.2010 um 19:02 Uhr

    Bei HIPP sieht man wieder, wie bei uns die Marktmechanismen funktionieren: "Für das Kind immer nur das Beste" und "Liebe Eltern - mit HIPP macht Ihr keine Fehler bei der Ernährung der Kleinkinder". Damit wird das Sicherheitsbedürfnis unerfahrenen Eltern genutzt. Es gibt genügend Veranstaltungen für Jungeltern, die über moderne Ernährung für Kleinkinder informieren. I.ü., die Portionen sind so klein, dass man die im handumdrehen selbst herstellen kann. Ein Lieblingsrezept meiner Jungs vor 20 Jahren: Eine mehlige Kartoffel mit roh geraspelter Karotte vermischen; 1 EL Olivenöl unterheben. Fertig. Und es gibt jede Menge schnelle Abwandlungen. Frisch, kostengünstig, vollwertig.
    Ich habe Hipp mal bei einer Bücherleseung erlebt; ein eitler Fatzke, der sich selbst und seine Aktivitäten weit überschätzt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 9
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  • Schlagworte Nestlé | Babynahrung | Bioprodukt | Essen
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