Gemüse Tomate mit Zebrastreifen
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Eine Tomate für den Grill

Im Garten des Chateau de la Bourdaisiere hat der Prinz mehr als 630 verschiedene Tomatensorten angepflanzt

Im Garten des Chateau de la Bourdaisiere hat der Prinz mehr als 630 verschiedene Tomatensorten angepflanzt

Dem Öko-Prinzen hat es vor allem die "Ananas" angetan, ein fetter Klops mit einem Rekord-Gewicht von bis zu drei Kilogramm. "Ihr Fleisch ist so fest, dass man sie in Scheiben schneiden und wie ein Steak grillen kann", schwärmt er. "Einfach deliziös!"

Eigentlich ist de Broglie Banker. Der Prinz, der aus einem der ältesten Adelshäuser Frankreichs stammt und mit Physik-Nobel-Preisträger Louis-Victor de Broglie verwandt ist, verbrachte viel Zeit in Indien und Lateinamerika. "Als mein Bruder mir 1991 vorschlug, dieses Schloss, das bereits zwei Mal direkt oder indirekt unserer Familie gehörte, zu kaufen und in ein Hotel umzuwandeln, zögerte ich nicht lange. Ich interessierte mich aber primär für den Garten, und so bekam ich den Spitznamen Prince Jardinier."

Hüter der Tomaten: der "Prince Jardinier" Louis Albert de Broglie

Hüter der Tomaten: der "Prince Jardinier" Louis Albert de Broglie

Unter diesem Label vermarktet de Broglie nun schicke Gartenutensilien – und Kleidung. Sein Ziel sei es gewesen, sagt der 47-Jährige, "eine Sammlung aufzubauen, die nicht nur meiner Neugier Genugtuung verschaffte, sondern mich die Geschmäcker, Düfte und Sinnesempfindungen meiner Kindheit wieder entdecken ließ".

Jeden September zelebriert der Prinz ein Tomaten-Festival im Schlosspark. Das hat die Tomate auch nötig. Die nach der Kartoffel am zweihäufigsten konsumierte Frucht der Welt ist längst Opfer ihrer eigenen Popularität geworden. "Um sie wirtschaftlich erfolgreich zu machen, wird sie viel zu viel gegossen", beklagt Nicolas, der Gärtner. "Damit erhält man das gewünschte Marktgewicht, aber der Geschmack geht verloren."

In Bourdaisière hingegen lässt man der vielseitigen Frucht alle ihre Freiheiten. Darüber wacht der Prinz persönlich  – von einem hohen Stuhl aus am Rande des Gartens. "Das ist der ideale Ort zur Reflexion über die Zerbrechlichkeit der Biodiversität", sagt er, "und besser als Meditation".

Château de la Bourdaisière, 37270 Montlouis-sur-Loire. Das "Festival de la Tomate" findet vom 11. bis 12. September 2010 statt
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...ist es zweifellos, alte Tomatensorten anzubauen und zu pflegen. Seit etlichen Jahren praktiziere ich das auch. Es gibt in der Tat Sorten, die unvergleichlich gut schmecken. Ochsenherztomaten, Olirose, Federle und Black Plum, Marmande, Bonner Beste, um nur einige zu nennen, bieten eine Fülle geschmacklich sehr unterschiedlicher Varianten an, die von den üblichen "Ladentomaten" einfach nicht erreicht werden.

    Wer die Möglichkeit hat, einige m² Boden damit zu bepflanzen, wird mit unvergleichlichen Geschmackserlebnissen belohnt.

    Wer sich für alte Tomatensorten interssiert, kann im Net unter dem Suchbegriff Heirloom-Tomatoe fündig werden.

    Z.B. hier: http://www.tomatobob.com/

    oder in Österreich unter:
    http://jo.tomatenundander...

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