Gewissensbisse : Was soll ich kaufen – Kuh- oder Sojamilch?

In der Serie "Gewissensbisse" erläutert Theresa Bäuerlein Grundfragen des Essens. In der neuen Folge: Was belastet die Klimabilanz mehr – Soja- oder Kuhmilch?
Was ist besser für's Klima – der Griff zur Frischmilch oder der zum Sojaersatz? © REUTERS/Alexandra Beier

Soll ich Sojamilch kaufen? Oder ist das für das Klima noch schlechter, weil dafür Regenwald abgeholzt wird?
Ganz einfach: Kaufen Sie das, was Sie lecker finden.

Die Sorge, Ihr Soja Latte könnte das Klima weiter aufheizen, ist relativ unbegründet. Zwar stimmt es, dass die Produktion von Sojabohnen große Flächen des Regenwalds zerstört.

Das braucht Sie als Sojamilchtrinker aber aus zwei Gründen nicht zu belasten: Erstens sind die Bohnen für die Sojamilch, die Sie hier bekommen, meist weit entfernt vom Regenwald gewachsen. Was Sie hier in normalen Supermärkten finden, wird meistens Sojamilch des europäischen Marktführers Alpro Soya sein. Und der bezieht seine Bohnen hauptsächlich aus Kanada und Frankreich.

Theresa Bäuerlein

1980 in Bonn geboren. Studium der Journalistik an der Deutschen Journalistenschule und der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2003 ist Theresa Bäuerlein Autorin, vor allem für Neon, Essen & Trinken und die Süddeutsche Zeitung. Sie wohnt in Tel Aviv und Jaibling, Bayern.

Zweitens landen die meisten Bohnen, die auf abgeholzten Regenwaldflächen wachsen, nicht in Milchgetränken, sondern in Tierfutter. Wenn Sie also keine Milch vertragen oder Sojamilch einfach lecker finden: nur zu.

Sie brauchen aber auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie lieber Kuhmilch trinken. Es heißt zwar immer wieder, Kühe würden per Flatulenz das Klima aufheizen, weil sie beim Verdauen das Treibhausgas Methan produzierten. Das ist grundsätzlich schon richtig: Methan entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden, zum Beispiel in Sümpfen oder in Mägen von Wiederkäuern. Aber es ist, wie so oft, nur die Hälfte der Wahrheit.

Sicher: Jene hochgezüchteten Turbokühe, die in Massenställen stehen und vor allem Kraftfutter essen, sind tatsächlich fleischgewordene Milchfabriken – und produzieren entsprechende Emissionen. Kühe, die auf Weiden grasen, bewirken dagegen einen interessanten Doppeleffekt: Zwar rülpsen und blähen sie teilweise sogar noch mehr Methan, als ihre Kollegen im Stall.

Gleichzeitig aber verbessern ihr Grasen und die Fäkalien, die sie dabei fallen lassen, die Bodenqualität – sofern der Bauer etwas von Beweidung versteht und öfter einmal die Weide wechselt. Und ein guter Boden bindet Treibhausgase. Manche Anbauverbände, wie Demeter, machen sich den Weidegang der Kühe daher ausdrücklich zur Regel, dem Klima zu Liebe.

Aber auch bei konventioneller Milch ist die Klimabilanz nicht so schlecht, wie oft behauptet wird: In einer in diesem Sommer veröffentlichten Studie verglichen schwedische und amerikanische Forscher Getränke wie Kuhmilch, Sojamilch, Orangensaft und Hafermilch in Bezug auf ihre Klimabilanz. Kuhmilch schnitt in dieser Liste überraschenderweise am besten ab.

Grund dafür ist eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung: Zwar erzeugt die Produktion von Kuhmilch mehr Emissionen als etwa Sojamilch – aber die Nährstoffdichte der Kuhmilch ist so hoch, dass pro Emissionseinheit mehr Nährwert herausspringt.

Welche Milch Sie kaufen, ist in diesem Fall also tatsächlich mehr eine Geschmacks- als eine Gewissensfrage.

Kommentare

184 Kommentare Seite 1 von 16 Kommentieren

Kühe auf der Weide? Was ist mit Milch aus Massentierhaltung?

Was wurde nun verglichen? Biomilch mit Sojamilch? oder konventionelle Milch aus Massentierhaltung mit Sojamilch.

Bio-Soja wird auch in Deutschland u. Österreich angebaut. Bei Sojafuttermittel für die Massentierhaltung kann man fast mit Sicherheit davon ausgehen dass sie aus ehemaligen Regenwäldern stammen.

Und für alle Städter: Eine Kuh gibt nur Milch wenn Kühe gekalbt haben, die in die Kalbfleischproduktion wandern. Auch Milchkühe halten den Streß ständig hohe Milchleistungen zu liefern nicht lange aus.[...]
Anm: Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/km

Ich hoffe mal...

...dass Sie sich darüber im klaren sind dass Sie mit den "Fleischesser sind Mörder" oder "Fleisch=Mord"-Kommentaren den Tatbestand der üblen Nachrede und Verleumdung erfüllen, welche strafbar sind. Denn dort wo andere beleidigt werden hört das Recht auf freie Meinungsäußerung auf. Ich hoffe auch dass die Zeit-Redaktion dies hier endlich einmal umsetzt.

Außerdem scheint sich der Kommentator über die rechtlichen Begriffe im klaren zu sein. Mord setzt einen Grund aus niederen Beweggründen voraus, was hier nicht der Fall ist, wenn dann höchstens Totschlag.

Aber so etwas ist sicherlich schwer zu unterschieden wenn man dermaßen geblendet ist.

Und damit wir uns richtig verstehen: Ich esse vielleicht 1 -2 mal im Monat Fleisch...

Und es ist doch Mord!

Genau. Niedere Beweggründe. Sind hier absolut gegeben. Man züchtete eine Kuh so, dass Sie ohne das Melken sterben oder zumindest große Schmerzen haben würde, man gibt ihr schlechtes Futter, lässt sie in der Massentierhaltung stehen, man schwängert sie ständig damit sie kalbt um dem Kalb künstliche Milch zu geben und es sofort von der Mutter zu trennen, während es nach eben dieser schreit. Anschließend wird die Mutterkuh nach ca. 5 Jahren ermordet obwohl sie viele Jahre mehr leben könnte. Aber da sie ja keine Milch mehr geben kann, wird sie eben umgebracht. Das Kalb lebt da meist schon nicht mehr.

Und warum das ganze? für Kuchen, Plätzchen, Joghurtdrinks, Käse, Bärchenwurst.

Oh jaaaa! Wir töten die Tiere ja nur damit wir überleben können, und nicht etwa weil wir es lecker finden und uns die Gefühle der Tiere egal sind.

Der Mensch ist so ignorant und doppelmoralisch wenn es darum geht das recht auf Unterdrückung als gottgegeben hinzustellen.

Nehmen Sie sich...

...ein Strafgesetzbuch (ich denke mal BGB reicht) und schauen Sie was dort unter Mord steht. Und dann werden Sie feststellen, dass diese Vorgaben nicht erfüllt sind. Für Nahrung zu sorgen ist KEIN niederer Beweggrund.

Über die Haltung und die Art des tötens können wir diskutieren, und Sie würden sich wundern, wieviele Gemeinsamkeiten wir haben, aber ich lasse mich nicht als Mörder bezeichnen.

[...]
Bitte achten Sie auf eine gegenseitig respektvolle Diskussion. Danke. Die Redaktion/km

Rechtlich...

...gesehen ist es das halt nicht.

Da können Sie noch so oft schreihen, sich auf den Boden werden und mit allen vieren strampeln, es macht die Aussage nicht richtiger...

So sind so ziemlich alle fleischessenden und fleichfressenden Wesen auf diesem Planeten Mörder (ich werde mich jetzt gleich mit erhobenen Zeigefinger vor meine Karte stellen!)

Und Sie wundern sich wirklich dass man Ihre Argumentation nicht ernst nimmt?

Steckt im Furchensumpf ein Mörder oder nicht?

Selbstverständlich ist ein Fleischesser kein Mörder, auch der Milchtrinker ist kein Mörder. Seien sie also ganz beruhigt, lieber Furchensumpf.

Auch glaube ich nicht, dass man Milch=Mord kommutativ betrachten sollte; das ergibt ja nur Unsinn.

Ob Fleischkonsum oder Milchkonsum ethisch vertretbar sind, halte ich persönlich für äußerst fragwürdig; da halte ich es doch eher mit Franz von Assissi oder den buddhistischen Waldmönchen und ernähre mich vegetarisch und soweit es geht vegan. Um gleich weiteren Gegenargumenten zu begegnen: Dies gilt auch für Schuhwerk, Kleidung, Mobiliar usw.: Kein Leder.

Mir kommt es dabei nicht auf das Klima an, auch nicht auf genmanipuliert oder nicht; mir geht es ethisch alleine um die Frage der Leidreduktion bei fühlenden Wesen. Kein Tier soll, soweit es geht, durch meine Unachtsamkeit oder schlimmer noch, durch meine Gier, leiden müssen.

"Für Nahrung zu sorgen ist KEIN niederer Beweggrund."

Ist BÄRCHENWURST Nahrung? Sind Milchlotionen Nahrung? Brauchen wir wriklich jeden Tag Fleisch um uns zu ernähren?

Ich bitte Sie! Das sit ein scheinargumetn! Wir morden eben NICHT um uns zu ernähren. Das sind Luxusgüter. Wir könnten genauso darauf verzichten, wenn wir es wollen würden. Genau so könnten Sie Pelz als Kleidung klassifizieren und ihn daher als legitim bezeichnen. Der Mensch braucht weder steak noch Kuhmilch noch Eier. Es geht auch ohne Tiermissbrauch.

Ich brauche nicht in ein Gesetzbuch schauen, weil ich mir der Sachlage bewusst bin, dass das Gesetzbuch die Tötung an Tieren nicht als Mord bezeichnet, weil Tiere eben minderwertiger sind als Menschen.

Totaschlag würde hier ja auch nicht passen. der Strafbestand bezieht sich ja auch nur auf Menschen. Bei Tieren wird dies als Sachbeschädigung bezeichnet.

Komisch..

..das ich mit solchen Ansichten überhaupt kein Problem habe? Im Gegenteil, ich stimme zu 98% mit Ihnen überein. Und: Der Ton macht die Musik!

Es geht nicht darum das ich generell gegen den Verzicht bin, aber ich lasse mich nun mal nicht als Mörder bezeichnen von Menschen, welche anscheinend am liebsten alle Fleischesser ausrotten würden. Recht scheinheilige Vorstellung.

Ich werde auch weiterhin 1-2 mal im Monat meine ganz normale Portion Bio-Fleisch essen. Und werde mich deswegen sicherlich nicht als Mörder fühlen.

Wann habe ich gesgat...

...das fleischessende Menschen rechtlich gesehen Mörder sind?
Ich habe gesagt, dass ich in diesem Fall keinen Grund sehe den Status der Tiere minderwertiger bzw niedriger anzusetzen als den der Menschen. entsprechend kann man dann deN Mord an Tieren als solchen bezeichnen. Dass die Mainstreammeinung und das Gesetzbuch nicht dieser Meinung sind ist mir durchaus bewusst. Ich nehme mein demokratisch garantiertes recht auf freie Meinungsäußerung war um in einer Diskussion für meine Meinung zu werben bzw Rechte von Tieren einzufordern.

Ich bin toll, was?

Und ich wälze mich auf dem Boden wann ich will!

Nein...

Tiere PLanen nicht in der Form wie es Menschen tun.

Dass auch Tiere Individuen sind und durchaus auch in begrenztem Bereich vorausschauen können ist nicht Argument dafür, dass sie sich dafür entscheiden könnten nicht zu töten. Dazu fehlt ihnen die Vernunft. Die der Mensch aber hat, weshalb er ja auch keine schwachen Menschen tötet. Nach ihrer Argumentation könnten wir ja auch einfach behinderte oder Kinder von armen Leuten töten:S ei sind schwächer und nutzlos. Tun wir aber nicht.W eil Philosophen (u.a.) den Wert des menschlichen Individuums verbreiten und manifestieren konnte. Dazu brauchte es viele Schriften und soziale Bewegungen. Leider können die Tiere das selber nicht. Ich bin aber als Mensch in der Lage mich in die Lage der Tire die vom Menschen betroffen sind einzufühlen und für sie Entscheidungen zu treffen, wie ich es auch für zb Kinder in einem anderen Rahmen tue.

Schlimmer gehts immer

Wow, da lassen Sie über zig Kommentare raushängen, wie bewandert Sie im deutschen Recht sind - von wegen Verleumdung und Beleidigung - und dann hauen Sie so einen Hammer raus.

Wie Sie mit Sicherheit wissen, unterscheidet das deutsche Rechtssystem zwischen Zivil- und Strafrecht. Das BGB regelt das Zwischeneinander der Bürger. Wo soll man denn bei Mord im BGB nachschauen? Vielleicht bei Sachmängeln?

Hätte eben fast meine Tastatur eingenässt. Vielleicht weniger dick auftragen, dann bleibt es glaubwürdiger.

Vegan = besser?

In dem System, in dem der größte Teil unserer Lebensmittel zur Zeit noch produziert ist, scheint eine vegane Ernährung tatsächlich am besten moralisch vertretbar - sofern man konventionelle Ware wählt.

Allerdings kann eine nachhaltige Lebensmittelproduktion nach dem heutigen Forschungsstand nicht auf die Einbeziehung von Tieren verzichten. Eine vegane Landwirtschaft ist (noch) ineffizient.

Diese Frage ist nicht so einfach

zu beantworten: was ist in Bezug auf Ernährung "moralisch"?
Wenn es für Veganer um die Anzahl der zu Tode kommenden Tiere geht, dann wäre es lt. Steve Davis gerade sinnvoll, sich von Milch zu ernähren, die von rein rauhfutterfressenden Kühen stammt (z.B. Almenwirtschaft), da mechanisierter Ackerbau wesentlich mehr Wirbeltiere umbringt als reine Weidewirtschaft.
http://oregonstate.edu/de...
Da es aber in der Regel um die normative Aussage geht: "Ihr sollt kein Tier töten!" fallen die realen Kleintiermassaker durch Pflug und Spritze pragmatischerweise unter den Tisch und man fühlt sich mit sich im Reinen. (biovegane Landwirtschaft ist in volkswirtschaftlich relevantem Maß inexistent).
"Moralisch" würden aber die meisten Menschen sicherlich viel weiter fassen als die blosse Frage, wie viele Tiere durch unsere landwirtschaftlichen Aktivitäten sterben. Grünland, das nur für Weidewirtschaft Sinn macht, macht z.B. den großen Anteil der ökologisch wertvollen Flächen aus, Umweltverbände kämpfen daher gegen eine Umwandlung zu Ackerland. Oder auch Arbeitsbedingungen von Menschen: gerade im Bereich Obst und Gemüse ist der höchste Importbedarf, unsere Preisvorstellungen werden dabei oft durch Ausbeutung illegaler Migranten in südlichen EU-Staaten erreicht.
Für viele wäre die so kultivierte Tomate "unmoralischer" als das von "KuhsklavInnen" gemolkene Glas Milch.

Hoffnungslos...

Nach Ihren diversen Äußerungen kann man nur davon ausgehen, dass Sie mit der Bezeichnung "Mord" lediglich etwas Unmoralisches ausdrücken möchten. Der Mensch ist nun aber, ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht, ein "Allesfresser" (wir ernähren uns sowohl von Pflanzen als auch von Tieren).

Den Unterschied zwischen Tötung und Mord im juristischen Sinn erklärt ihre Darstellung nicht. Im Übrigens bezeichnet man mit dem Begriff Mord lediglich die Tötung eines anderen Menschen...

Kurzum: Es wird Ihnen letztlich nichts anderes übrig bleiben, als bei Ihrer Äußerung auch den Verzehr von Pflanzen (auch das sind Lebewesen!!!) als ignorant und "doppelmoralisch" zu bezeichnen.

Da liegen Sie juristisch weit daneben.

1) Da der von Ihnen beanstandete Kommentar bereits moderiert wurde, kann ich die genaue Formulierung nicht mehr nachvollziehen. Aber wenn man die MENSCHENGEMACHTE Trennung zwischen (Säuge-)Tieren und Menschen kritisch hinterfragt (wofür es durchaus gute Gründe gibt... die Begründungslast trägt normalerweise derjenige, der so eine Unterscheidung propagiert und da sehen die Argumente schwach aus, wenn man sich mal die moderne Hirnforschung bei Mensch und Tier anschaut), dann ist Mord juristisch völlig korrekt. Aber eher nicht durch den Konsumenten, sondern eher durch den Schlachter. Und das sage ich als jemand der auch Tierprodukte isst.

2) Wenn in dem moderierten Kommentar tatsächlich etwas stand wie "Fleischesser sind Mörder", dann wird jeder mit einem Minimum an juristischen Fachkenntnissen (in Deutschland) sofort an das berühmte Tucholskyzitat und die damit im Zusammenhang stehende Rechtsprechung insbesondere des BVerfG denken und hier nicht so einen Kommentar absetzen.
http://de.wikipedia.org/w...örder
Es handelt sich dabei weder um Beleidigung noch um üble Nachrede, da es sich nicht auf geschlossene Klasse von Personen bezieht. Da können die Moderatoren bei Zeit online auch noch etwas lernen.
"Fleischesser sind Mörder" steht unter dem uneingeschränkten Schutz der grundgesetzlichen Meinungsfreiheit.

Unglaublich

Ich finde es unglaublich, dass ich als Mensch der Tierrechte einfordert, keinen Vergleich ziehen darf zu ähnlichen Handlungen und Ereignissen die Menschen betreffen! Für mich ist es ähnlich verwerflich ein Kalb zu schlachten, wie ein Kind zu schlachten. Das hat für mich moralisch den selben Status, auch wenn mich das Kind aufgrund meiner Gewohnheiten und Zugehörigkeit zur Menschlichen Art vermutlich mehr emotionalisieren würde.

Warum maßt sich die Zeit an, diese MEINUNG als unsachlich ab zu tun? Das ist ein philosophischer Standpunkt!

Glaubhaft

Ich habe mal versucht, meiner Katze klar zu machen, dass sie mir keine Mäuse vor die Tür legen soll, denn ich mag die nicht. Ja meinen Sie, das dumme Biest hat seine moralich zutiefst verwerfliche Untat verstanden? Nee, tags darauf lag nämlich wieder eine von meiner Katze gemäuchelte Spitzmaus auf dem Abtreter. Da fühlt man sich vielleicht bescheiden. Ein Familienmitglied bringt Tiere aus niedrigem Grunde um! Um sie zu verschenken, das ist Morrdd!

Ich befürchtete, dass es sich bei den Mäusen um Muttertiere handelte und dachte gleich an die Mäusewinzlinge, die nun ihrer Mutter beraubt, keine Mäusemilch und keine Nahrung mehr hatten. Das wegen mir, weil ich eine Katze halte; die Mäuschen nun in ihrem dunklen Erdloch qualvoll dahinsiechen. Beim Gedanken an die Mäusenahrung überkam mich dann aber der Schrecken. Mäuse fressen neben Pflanzen auch die Regenwürmer, die meine Gartenerde fruchtbar machen. Dabei haben sie wahrscheinlich noch nicht einmal moralische Bedenken.

Das sind ja auch Mörder, Killer, boohh! Ich dankte meiner Katze und lud sie zum Essen ein. Sie bekam Kittekotz, ich ein Cordon bleu.

Langweilig

Diese ständigen, kurzsichtigen "Argumente" ärgern mich langsam. Wollen Sie mit mir diskutieren oder sich auf niedrigem Niveau lustig machen. Auf zweiteres kann ich verzichten.

Eine Katze hat keine moralische Verantwortung für ihr tun, weil sie aufgrund ihres Intellekts nicht in der Lage ist weitreichend genug zu denken. Ähnlich wie ein Kind. Weshalb ich meinen Vergleich sehr passend finde. Wir würden Kindern oder auch vielen geistig behinderten Menschen auch geringere bis keine Verantwortung für ihr tun zusprechen. Entsprechend muss natürlich der Lebensumstand und die Eigenschaften der Tiere gesehen werden. Ich gehe sogar so weit, dass unterschiedliche Tierarten auch unterschiedliche Tierrechte bekommen sollten,entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse.

Eine eins zu eins Übertragung von Menschenrechten und daraus resultierenden Pflichten ist absurd und in einer ernsten Diskussion doch einfach nur provokanter Müll.

keine üble Nachrede, da kein Mord an Menschen

Ich sehe darin keine üble Nachrede, da aus dem Zusammenhang hervorgeht, dass kein Mord an Menschen gemeint ist.

Von einem Mord an Tieren kann man durchaus reden wenn man die Maßstäbe des StGB zu Grunde legt, da niedere Beweggründe und Grausamkeit zumindest meistens gegeben sind. Der Verbraucher kann zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass diese Mordmerkmale erfüllt sind, aber zumindest meistens ist dies der Fall. Das geht aus den Medien hervor.
Der Verbraucher erfüllt diese Mordmerkmale also jedenfalls fahrlässig, wenn man die Maßstäbe des StGB für den Mord an Menschen zu Grunde legt.

Einen fahrlässigen Mord gibt es nicht. Nun könnte man sagen, Mord ist gegeben, weil der Verbraucher sich vorher informieren muss, will er sich nicht durch den Kauf von Fleisch, dass von Tieren stammt, die durch Grausamkeit oder aus niederen Beweggründen ermordet wurden, des Mordes schuldig machen.
Wenn das nicht der Fall ist, liegt Totschlag, fahrlässige Tötung oder Anstiftung zum Mord vor.
Denn der Verbraucher stiftet durch den Kauf andere dazu an, weiterhin Tiere zu ermorden*. Für die Morde*, die in der Vergangenheit durch den Schlachter begangen wurden, ist er nicht verantwortlich, falls er nicht Fleisch von eben dem gekauft hat. Aber dafür, dass in der Zukunft Morde an Tieren begangen werden, ist er verantwortlich, da er den Schlachter dazu anstiftet.
Ich denke, hier liegt Anstiftung zum Mord nach den Maßstäben des StGB vor.

* = Mord nach den Maßstäben des StGB für den Mord an Menschen

Vergleich nach Kosten-Nutzen-Rechnung Unsinn

"Grund dafür ist eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung: Zwar erzeugt die Produktion von Kuhmilch mehr Emissionen als etwa Sojamilch – aber die Nährstoffdichte der Kuhmilch ist so hoch, dass pro Emissionseinheit mehr Nährwert herausspringt."

Sojamilch und Milch nach dem Nährwert zu vergleichen ist Unsinn. Beides dient nicht dem Nährwert, sondern dem Geschmack. Man nutzt es, um es z. B. zu trinken oder daraus Eierspeisen zuzubereiten.

Und Sojamilch enthält auch Eiweiß.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor...

... dürfte ein Satz aus der von mir kurz überflogenen Studie sein:
"emissions from the consumer phase, including transportation of the beverage from the retailer, storage at home and waste were not included in this study"

D.h. die Emissionen, die durch Futtermittelimporte aus Brasilien entstehen, sind nicht eingerechnet, was die Bilanz um Einiges rumreißen dürfte.

Und für die Veganismusdiskussion: Eine Annäherung an den Veganismus ist allein von der Biomasse her sinnvoll, aber diese Polarisierung, "Milch ist Mord" und Beleidigungsklagenandrohungen, sind echt unnötig. Wer mehr Fleisch isst, hat den größeren ökologischen Fingerabdruck. Alles weitere sind Gewohnheiten und persönliche Entscheidungen.

Lesen Sie bitte richtig:

"...aber diese Polarisierung, "Milch ist Mord" und Beleidigungsklagenandrohungen, sind echt unnötig."

Ich habe niemanden eine Klage angedroht, es soltle nur mal endlich den Leuten klar werden, was für einen Blödsinn sie von sich geben.

Wenn ich jetzt hier schreiben würde dass alle Vegetarier und Veganer alles idiotische Weltverbesserer wären, die keine Ahnung von der Realität haben (nur ein Gedankenspiel), dann würde sich hier sofort aufgeregt werden, und mein Beitrag würde (völlig zu recht) zensiert. Aber ich muss mich als Mörder bezeichnen lassen?

Wenn ich eine Bank ausraube...

....oder eine Bank ausrauben lasse, bin ich meiner Meinung nach ein Bankräuber.

Sehen Sie, ich glaube der Dissens besteht darin, dass die Tiere nunmal als Gegenstände angesehen werden, die man ruhig töten darf. Ds hohe Wort des Mordens ist nun mal dem Menschen vorbehalten. Daher echauffieren sich die Menschen, wenn man Mord im Zusammenhang mit Tieren nennt. Ich aber weise ja gerade darauf hin, dass es keinen Grund gibt, Tiere wie Objekte zu behandeln und viele es nicht zu tun, weshalb das Wort "Mord" zumindest erwägenswert ist.

Milch und Fleisch

Was die Energieeffizienz betrifft, ist Milch, scheint's, tatsächlich nicht viel besser als Fleisch. Laut einer Studie des Bard College ist die Fleischproduktion in dieser Hinsicht zwar extrem ineffizient: Für 100 in den Prozess investierte Kalorien bekommt man nur 6 Rindfleischkalorien heraus. Bei Milch sind es 21 Kalorien. Rohe Sojabohnen schneiden hier am besten ab (415 Kalorien im Ergebnis) - nur sind die leider unverdaulich.