Wein und WahrheitDer Wein zur Wurst

Die Grillsaison ist eröffnet. Welches Getränk passt zu halb verkohlter Wurst und angekokelten Kartoffeln? Champagner natürlich, sagt Manfred Klimek. Oder Lambrusco.

Trinkt man zur rußfarbigen Wurst nun Roten oder Weißen?

Trinkt man zur rußfarbigen Wurst nun Roten oder Weißen?

Ich komme aus einem Land, in dem es keine Grillsaison gibt. Nicht, dass man in Österreich nicht grillt, ganz im Gegenteil, man tut es oft und gerne. Doch das Grillen hat in diesem immer noch von böhmischer und italienischer Küche geprägten Land keine Tradition. Deswegen macht man darum auch kein solches Brimborium. Ich bin also ohne Grillkultur aufgewachsen. Ein Fremder.

Mag sein, dass mir deswegen jeder Respekt für das Ritual fehlt. Für die Auswahl, den Einkauf, das Marinieren, das erste Bier. Vor allem für das erste Bier. Ich weiß: Bier gehört dazu. Und wahrscheinlich ist Bier auch das beste Getränk am Grill. Aus der Flasche. Plopp. Und runter.

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Doch in meinem Freundeskreis gibt es Menschen, die darauf bestehen, zum eigenhändig auf den Grill geworfenen Steak eine feine Flasche Wein zu trinken. Ein bisschen Kultur muss sein. Denn natürlich halten meine Freunde das Grillen für eine Barbarei. Aber eine Barbarei, die Spaß macht.

Und weil meine Freunde alle sehr gut gefüllte Weinkeller haben, und weil ihr Bedarf nach kultureller Schadensbegrenzung am Grill besonders hoch erscheint, holen sie immer nur die besten Rotweine aus ihrem Keller. Es ist eben besonders originell, zu einem Stück halbverkohlter Wurst und ein paar angekokelten Kartoffeln einen fetten Bordeaux zu trinken. Und als Aperitif einen Riesling. Womöglich ein großes Gewächs.

Manfred Klimek
Manfred Klimek

Manfred Klimek sagt über sich selbst, er habe ein populistisches Weinverständnis mit individueller Note. Alle Weinkolumnen von ihm auf ZEIT ONLINE finden Sie hier.
 

Da wird die eine Barbarei durch eine zweite übertroffen. Ich schreie: Halt! Aufhören! Wenn ihr schon Wein statt Bier trinken müsst, dann trinkt gefälligst Champagner. Oder einen Lambrusco.

Ha, schreit der Weinkenner, einen Lambrusco!? Wer trinkt denn schon einen solchen Dreck? Dieses elend-süße Industriegesöff? Ich trinke Lambrusco. Man muss nur wissen welchen.

Und warum soll man zum braunschwarzen Steak einen Lambrusco trinken? Ganz einfach: weil Frucht, Kohlensäure und Zucker fantastisch mit angebranntem, innen noch blutigem Fleisch harmonieren. Es sind die Gegensätze, die im Mund Spannung und Wohlgeschmack entwickeln. Und die Kohlensäure gibt Volumen.

Leserkommentare
  1. ... die beste Getränke-Auswahl von allen, denn nirgendwo auf der Welt gibt es eine höhere Brauerei-Dichte: Ebensfelder Brauhaus, Hartmann Felsentrunk, Hellmuth Eierberge Urstoff, Schnupp aus Altdrossenfeld, Hübner aus Steinfeld, Schmitt aus Mürsbach, Reckendorfer, Weiherer, Stettfelder, und, und, und ... – die Fränkische Schweiz und der Steigerwald sind voll kleiner und kleinster Brauereien. Da findet sogar ein Weinkenner etwas passenderes als Champagner oder Lambrusco zum Begleiten von gegrillten Koteletts, Steaks, Rippla oder Wärschtla, vom Rost, aber auch zu "Beer Butt Chicken", Lammschulter oder Entenbrust indirekt gegrillt im Weber-Kessel ... Beweis wird gegen Voranmeldung gern im heimischen Garten angetreten. Prost!

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  2. Wenn Ihnen zum Grillen nicht mehr einfällt als angekokelte Würstchen, sind Sie kulinarisch ein armer Wicht und/oder haben die falschen Freunde. Wenn Sie selber nicht kochen können, suchen Sie sich welche, die stattdessen einen großen Bar de Ligne, eine wild gefangene Dorade (> 2 kg!), Wildlachs, Adlerfisch, Lachsforelle,...(indirekt) grillen! Oder Bistecca fiorentina, ganze Lammkeule, Ochsenfilet... Dann können Sie dazu auch die passenden großen Gewächse trinken.

    Bitte achten Sie auf einen sachlichen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er

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    ... noch erschwerend dazu; ich hab's mir halt nur verkniffen, weil ich dachte, der arme Klimek, da war er schon beim Siebeck zum Grillen eingeladen, da muß man ihn nicht noch tiefer reintreten; das ist schließlich Strafe genug, wie jeder vom letzten Jahr von Siebecks "Grillseminar" unseligen Angedenkens noch weiß.

    ... merken Sie eichnlich nich', d'ss Sie mit Ihrer abgehärmten Puritanernörgelei dabei sind, jeden Spaaß aus diesem Forum ssu vertreiben? Bald kommt kein frisch von der Leber weg schreibender Bonvivant mehr hierher, und die ganze schöne Reglaaame läuft ins Nirwananichts. Das gefällt Ihn'n dann auch nicht, denn dann sagt der Dieter, der Holtzbrink Dieter: Aus die Maus! Kein Geld von Reglaaame, keine Onleinredagsiooon.

    'Bitte achten Sie auf einen sachlichen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er'

    Was, liebe Foristen, will uns die Redaktion damit nur sagen? Ist mein Beitrag unsachlich, weil die Redaktion glaubt, einen Bar de Ligne könne man nicht grillen, oder weil sie nicht weiß was das ist? Oder hält sie es für unsachlich, auf einen ironischen Artikel ironisch zu antworten? Versteht die Redaktion vielleicht keine Ironie, hat sie womöglich keinen Humor (gibt es da keinen Keller, wo man zum Lachen hingehen kann)? Oder leidet sie unter einer mäßigen Kantine und möchte den Mund nicht so unverschämt wässrig gemacht bekommen?

    Ich weiß es nicht. Vielleicht kann mir jemand die Tiefen redaktionellen Denkens erklären?

    ... noch erschwerend dazu; ich hab's mir halt nur verkniffen, weil ich dachte, der arme Klimek, da war er schon beim Siebeck zum Grillen eingeladen, da muß man ihn nicht noch tiefer reintreten; das ist schließlich Strafe genug, wie jeder vom letzten Jahr von Siebecks "Grillseminar" unseligen Angedenkens noch weiß.

    ... merken Sie eichnlich nich', d'ss Sie mit Ihrer abgehärmten Puritanernörgelei dabei sind, jeden Spaaß aus diesem Forum ssu vertreiben? Bald kommt kein frisch von der Leber weg schreibender Bonvivant mehr hierher, und die ganze schöne Reglaaame läuft ins Nirwananichts. Das gefällt Ihn'n dann auch nicht, denn dann sagt der Dieter, der Holtzbrink Dieter: Aus die Maus! Kein Geld von Reglaaame, keine Onleinredagsiooon.

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    Was, liebe Foristen, will uns die Redaktion damit nur sagen? Ist mein Beitrag unsachlich, weil die Redaktion glaubt, einen Bar de Ligne könne man nicht grillen, oder weil sie nicht weiß was das ist? Oder hält sie es für unsachlich, auf einen ironischen Artikel ironisch zu antworten? Versteht die Redaktion vielleicht keine Ironie, hat sie womöglich keinen Humor (gibt es da keinen Keller, wo man zum Lachen hingehen kann)? Oder leidet sie unter einer mäßigen Kantine und möchte den Mund nicht so unverschämt wässrig gemacht bekommen?

    Ich weiß es nicht. Vielleicht kann mir jemand die Tiefen redaktionellen Denkens erklären?

  3. ... noch erschwerend dazu; ich hab's mir halt nur verkniffen, weil ich dachte, der arme Klimek, da war er schon beim Siebeck zum Grillen eingeladen, da muß man ihn nicht noch tiefer reintreten; das ist schließlich Strafe genug, wie jeder vom letzten Jahr von Siebecks "Grillseminar" unseligen Angedenkens noch weiß.

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    Antwort auf "falsche Freunde"
  4. ... merken Sie eichnlich nich', d'ss Sie mit Ihrer abgehärmten Puritanernörgelei dabei sind, jeden Spaaß aus diesem Forum ssu vertreiben? Bald kommt kein frisch von der Leber weg schreibender Bonvivant mehr hierher, und die ganze schöne Reglaaame läuft ins Nirwananichts. Das gefällt Ihn'n dann auch nicht, denn dann sagt der Dieter, der Holtzbrink Dieter: Aus die Maus! Kein Geld von Reglaaame, keine Onleinredagsiooon.

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  5. 'Bitte achten Sie auf einen sachlichen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er'

    Was, liebe Foristen, will uns die Redaktion damit nur sagen? Ist mein Beitrag unsachlich, weil die Redaktion glaubt, einen Bar de Ligne könne man nicht grillen, oder weil sie nicht weiß was das ist? Oder hält sie es für unsachlich, auf einen ironischen Artikel ironisch zu antworten? Versteht die Redaktion vielleicht keine Ironie, hat sie womöglich keinen Humor (gibt es da keinen Keller, wo man zum Lachen hingehen kann)? Oder leidet sie unter einer mäßigen Kantine und möchte den Mund nicht so unverschämt wässrig gemacht bekommen?

    Ich weiß es nicht. Vielleicht kann mir jemand die Tiefen redaktionellen Denkens erklären?

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    Freier Autor

    Liebe Kommentatoren,

    wenn Sie so freundlich wären und ein wenig Höflichkeit walten lassen würden. Herrn Klimek als "armen Wicht" und darüber hinaus auch die Redaktion zu beschimpfen, ist schlicht unfreundlich, hämisch und schlechter Stil.

    Wir freuen uns sehr über humorvolle und ironische Kommentare, wirklich. Aber wie gesagt: bitte im Rahmen des Gesitteten und mit wenigstens ein wenig Anstand.

    Daniel Erk

    ... da regieren die Vegetarier und Veganer. Vielleicht hätten Sie mit Grillgemüse argumentieren sollen. Dann hätten Sie vielleicht sogar eine Redaktonsempfehlung erhalten...

    Freier Autor

    Liebe Kommentatoren,

    wenn Sie so freundlich wären und ein wenig Höflichkeit walten lassen würden. Herrn Klimek als "armen Wicht" und darüber hinaus auch die Redaktion zu beschimpfen, ist schlicht unfreundlich, hämisch und schlechter Stil.

    Wir freuen uns sehr über humorvolle und ironische Kommentare, wirklich. Aber wie gesagt: bitte im Rahmen des Gesitteten und mit wenigstens ein wenig Anstand.

    Daniel Erk

    ... da regieren die Vegetarier und Veganer. Vielleicht hätten Sie mit Grillgemüse argumentieren sollen. Dann hätten Sie vielleicht sogar eine Redaktonsempfehlung erhalten...

  6. Mit "verkohlt" will der Autor gegrillte Würste wohl schlecht reden, dabei weiß ich wirklich nicht was daran schlecht sein soll - in Deutschland gibt es so gute Würste.
    Wie auch immer: zu Würsten, Schweinebauch und Rippchen usw gibt es nichts besseres als schönes kaltes Bier - Oberfränkisches ist natürlich besonders gut, siehe K1.

    Zu einem Rindersteak von mir aus Rotwein.

    Eine Leserempfehlung
  7. ... des Bier ich trink.
    Und als kultivierter Forist bin ich der Künste mächtig deren es bedarf ein kleines kunstvoll abgestimmtes Fleischprodukt, von fachlich wohl geschulter Hand geformt, auf den Punkt zuzubereiten, dass ein herrlich auf 8 Grad herabgekühltes Bier ... ach was sage ich ... ein 'Bier' ist ein dem Glanze dieses Kulturgetränkes fast zu banaler Begriff, aber dennoch ... also ein herrlich, königliches, goldenes, zart das Licht des Frühlings huldigendes Bier dazu exzelent zu passen vermag!

    Wem das zu banal ist, der kann gerne ganz allein in seinem dunklen Keller gaaaaaanz teure Weine trinken.

    Grillen ist eine Kunst, wie trefflich hier schon den Artikel kritisch ergänzend angemerkt wurde.

    Gruß

    2 Leserempfehlungen
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    ... schön gesagt. Wir hier in der gesegnetsten Bierregion, die es gibt, wissen schon, was wir an unserm "Stöffla" haben. Jetzt beginnt die allerglückseligste Zeit, nämlich die der Hausbrauer- und Brauhausfeste: Die fränkischen Hausbrauer (und so manche aus dem Südthüringer ins Grabfeld reichenden Zipfel) laden zum Umtrunk mit ihrem Frühlingssud – himmlisch ist untertrieben, wenn es in Brünn und Unfinden, in Lindenau und Stressenhausen, in Bad Colberg und Hellingen, in ... – zum Brauhausfest geht. Da werden nicht nur nach überlieferten Rezepten gebraute Tropfen kredenzt. Da werden hier im uralten Dorfbackhaus dort, wo sonst Brote gebacken werden, von denen ein Siebeck noch nicht mal träumen kann, daß es so was noch gibt, Haxen gegrillt und per Lant-Bulldog zum Brauhaus expediert; da drehen sich dort kapitale Wildschweine am Spieß, da ... – ach Ihr Armen, die Ihr dessen nicht teilhaftig werden könnt.
    Ich freu mich drauf. Jedes Frühjahr neu!

    ... schön gesagt. Wir hier in der gesegnetsten Bierregion, die es gibt, wissen schon, was wir an unserm "Stöffla" haben. Jetzt beginnt die allerglückseligste Zeit, nämlich die der Hausbrauer- und Brauhausfeste: Die fränkischen Hausbrauer (und so manche aus dem Südthüringer ins Grabfeld reichenden Zipfel) laden zum Umtrunk mit ihrem Frühlingssud – himmlisch ist untertrieben, wenn es in Brünn und Unfinden, in Lindenau und Stressenhausen, in Bad Colberg und Hellingen, in ... – zum Brauhausfest geht. Da werden nicht nur nach überlieferten Rezepten gebraute Tropfen kredenzt. Da werden hier im uralten Dorfbackhaus dort, wo sonst Brote gebacken werden, von denen ein Siebeck noch nicht mal träumen kann, daß es so was noch gibt, Haxen gegrillt und per Lant-Bulldog zum Brauhaus expediert; da drehen sich dort kapitale Wildschweine am Spieß, da ... – ach Ihr Armen, die Ihr dessen nicht teilhaftig werden könnt.
    Ich freu mich drauf. Jedes Frühjahr neu!

  8. ... schön gesagt. Wir hier in der gesegnetsten Bierregion, die es gibt, wissen schon, was wir an unserm "Stöffla" haben. Jetzt beginnt die allerglückseligste Zeit, nämlich die der Hausbrauer- und Brauhausfeste: Die fränkischen Hausbrauer (und so manche aus dem Südthüringer ins Grabfeld reichenden Zipfel) laden zum Umtrunk mit ihrem Frühlingssud – himmlisch ist untertrieben, wenn es in Brünn und Unfinden, in Lindenau und Stressenhausen, in Bad Colberg und Hellingen, in ... – zum Brauhausfest geht. Da werden nicht nur nach überlieferten Rezepten gebraute Tropfen kredenzt. Da werden hier im uralten Dorfbackhaus dort, wo sonst Brote gebacken werden, von denen ein Siebeck noch nicht mal träumen kann, daß es so was noch gibt, Haxen gegrillt und per Lant-Bulldog zum Brauhaus expediert; da drehen sich dort kapitale Wildschweine am Spieß, da ... – ach Ihr Armen, die Ihr dessen nicht teilhaftig werden könnt.
    Ich freu mich drauf. Jedes Frühjahr neu!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Wes Grill ich zünd..."
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    ... of my beloved husband. It will never be heard again, now the Gestapo have taken him away for good. May they rot in hell forever!

    ... of my beloved husband. It will never be heard again, now the Gestapo have taken him away for good. May they rot in hell forever!

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