Das weiße Kreuz auf rotem Grund – die Schweizer Fahne – hat im Ausland Karriere gemacht. Wolldecken der Schweizer Armee sind begehrt, werden recycelt zu Accessoires, Rucksäcken und Geldbörsen. Tassen und Müslischalen im nationalen Look sind auch in deutschen Haushaltswarenläden zu finden. Auf diesen Trend setzt der Verlag Fona mit dem Kochbuch Militärchuchi – Kochen nach Art der Armee.

Der Buchumschlag zeigt mit Eintopf gefülltes Blechgeschirr dekorativ platziert auf einer Armeedecke. Der Inhalt des schmalen Buches ist auf das Wesentliche reduziert: Rezepte. Zuerst kommen Suppen und Eintöpfe, gefolgt von Fleischgerichten, Salaten und Saucen und den Abschluss bildet Süßes.

Die vorgestellten Speisen sind eine Auswahl aus dem Reglement 60.006 d Kochrezepte der Schweizer Armee. Früher regelte diese Weisung bis zur Messerspitze, was Armeeköche zuzubereiten hatten, um das Land verteidigungsbereit zu halten. Mittlerweile ist der Rezeptteil verschwunden, die Anleitung beschränkt sich auf Hygiene, Convenience Food und Schnittarten in der Feldküche.

"Die Armeekost mögen alle", schreiben die Herausgeber und empfehlen ihr Kochbuch vor allem Familien und Vereinen. Deshalb sind die Mengenangaben in zwei Ausführungen angegeben: für vier und für zehn Personen.

Schweizer Soldaten, das merkt man beim Blättern, essen nicht unbedingt typische Schweizer Küche. Chinapfanne, Curry-Reissalat und Spareribs erinnern verdächtig an den internationalen Mischmasch, der in deutschen Kantinen und Kneipen aus der Tiefkühltruhe kommt.

Die Armeeköche setzen dabei eher auf Deftiges. Auch zweifelhafte Küchenhelfer wie Bouillonpaste, Obst aus der Dose, Bratensaucen- und Vanillecremepulver kommen zum Einsatz. Das dient der Haltbarkeit und sorgt für ein gerüttelt Maß an Nährwerten. Frisch und leicht ist diese Küche aber nicht.

Dafür liefern die Gerichte wegen ihrer – für hochdeutsche Ohren – kernigen Namen Stoff für Tischgespräche: Die Fotzelschnitte zum Beispiel ist die Schweizer Cousine des Armen Ritters. Schnitz und Drunder, ein Kartoffelgericht mit gedünstetem Dörrobst, ist entfernt verwandt mit Himmel und Erde. Chriesi-Chratzete nennen sich dicke Pfannkuchen, die dem österreichischen Kaiserschmarrn ähneln. Das muss man aber recherchieren, ein Glossar fehlt.

Gekocht habe ich Älplermagronen – ein klassisches Hüttenessen, mit dem man schnell und preiswert große Gruppen glücklich machen kann. Das Rezept verlangt keinerlei Kunstfertigkeit: Nudeln und Kartoffeln werden gekocht, Zwiebeln geröstet, das alles mit Milch, Käse und Sahne verrührt. Rustikal ist das, der Gaumen hat keine Mühe mit irgendwelchen Raffinessen. Lediglich das Apfelmus als Beilage liefert einen kleinen säuerlichen Kontrapunkt.
Fazit: Wer gerne kocht und Lust auf Neues hat, wird in diesem Kochbuch nicht fündig. Wer eine Horde ausgehungerter Pfadfinder für wenig Geld satt machen will, vielleicht schon.

Rezept Älplermagronen

4 Pers. 10 Pers.

500g 1,2 kg festkochende Kartoffeln
200g 500g Magronen (Teigwaren, Makkaroni)
40ml Öl 100ml Öl
200g 500g Zwiebeln, in feinen Scheiben
400ml 1l Milch
200ml 1/2l Rahm
200g 500g geriebener Sbrinz (Hartkäse)
Salz, Pfeffer

1. Kartoffeln schälen, in Würfelchen schneiden, im Dampf bissfest garen.
2. Magronen in Salzwasser al dente kochen, abgießen.
3. Zwiebeln im Öl unter Rühren rösten.
4. Im Magronentopf Milch und Rahm aufkochen, Magronen und Kartoffeln beifügen, Käse untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. In vorgewärmten Schalen/Tellern anrichten, geröstete Zwiebeln darüberstreuen.
Variante: Anstelle des Sbrinz können auch Käsereste verwendet werden.

Tipp: Mit Apfelmus oder -kompott servieren.