Mortadella: 100 Gramm Kunst, dünn geschnitten bitte!
Rosa Schweinefleisch und weiße Speckwürfel: Das ist die Mortadella. Der Künstler Christoph Hänsli hat sie seziert und Wurstportraits voll hintergründigem Witz geschaffen.
Daniel Spoerri, in den 60er Jahren Begründer der "Eat Art", hielt einst gastronomische Höhepunkte mit Leim fest. Er befestigte die Reste beendeter oder abgebrochener Mahlzeiten – leere Flaschen, schmutzige Teller, übrig gebliebene Brotscheiben – an der Tischplatte und hängte die dann auf. Für Spoerri besteht Kunst in dieser Drehung um 90 Grad: Plötzlich sieht man die Dinge in einer andere Perspektive, betrachtet sie nicht mehr von oben, sondern als dreidimensionales Stillleben.
Der Zürcher Künstler Christoph Hänsli hat ebenfalls Essen vom Teller an die Wand gebracht. Doch auf ganz andere Art als sein Landsmann Spoerri. Das faszinierende wie skurrile Ergebnis ist auf dieser Seite und im Original seit knapp einer Woche in der Galerie Nolan Judin (Potsdamer Straße 83) zu sehen.
Hänsli, Jahrgang 1963, hatte irgendwann die Idee, "sich durch eine Wurst zu arbeiten", wie er sagt. Sein Werk kreist um Dinge des Alltags, und was könnte, jedenfalls in Mitteleuropa, alltäglicher sein als Wurst? Schon wenn er in der Kindheit wandern ging, sei die immer dabei gewesen, erzählt der Künstler. Er entschied sich für Mortadella, jene italienische Wurst aus fein gemahlenem Schweinefleisch und groben, fetten Speckwürfeln, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Bologna erfunden wurde. Der Kontrast zwischen dem rosa Fleisch und dem weißen Fett der Mortadella gab malerisch mehr her als es zum Beispiel das Innere einer Salami vermocht hätte.
Hänsli kaufte also eine etwa 22 Zentimeter lange Mortadella und ließ sie vom Fleischer klein schneiden. Die 164 Scheiben (jede rund 1,5 Millimeter dick) und zwei Wurstzipfel fotografierte er von jeweils beiden Seiten. Dann begann er, unter Vorlage dieser Fotos auf weißem Karton 332 Wurstporträts zu malen, im Maßstab 1:1, allerdings nicht ganz originalgetreu – die eigentlich körnige Struktur der Fleischmasse hat sich auf den Bildern in eine monochrome rosa Fläche verwandelt.
Anderthalb Jahre dauerte das alles. Hänsli ging die Sache mit großer Gründlichkeit und Geduld an. Jedes Bild besteht aus gut einem Dutzend Farbschichten: Auf Acryl folgte Öl folgte Firnis. "Sonst wäre es zu nahe bei der Fotografie oder nur ein schneller Witz gewesen." Er baute sogar sechs Gestelle mit Schubkästen, in denen er die Bilder einzeln aufbewahrte. "Ich habe bald gemerkt, dass mit meiner Idee mehr bürokratischer Aufwand verbunden war, als ich geahnt hatte", sagt er.
Hänsli wirkt, wie man sich als Deutscher einen Schweizer vorstellt. Da ist sein unverkennbarer Akzent, und da sind seine ruhige Art und der trockene, bisweilen schwarze Humor. So zeigt eines seiner Bilder einen Kippschalter, über dem "Tür auf" und unter dem "Tür zu" steht. Vorlage, erzählt der Künstler, war der Schalter an einer Krematoriumstür: "Am Ende bleibt eben nicht mehr als ,Tür auf‘ und ,Tür zu‘."
Immer wieder malte Hänsli Werbetafeln von Imbissstuben, Läden und Kneipen, besonders seine Jahre in Berlin, kurz nach dem Mauerfall, boten dafür reichlich Inspiration. "Heiße Bockwurst mit Brot+Senf 1,- " steht auf einer Tafel, "Gurken aus dem Spreewald DM 6,25" auf einer anderen.








Und man betreibt erst recht keine Kunst damit. Entschuldigung, wenn ich das ein klein wenig geschmacklos finde.
Die Kunst sollte einzig und allein mit Variationen des Motives "Röhrender Hirsch vor Berglandschaft" spielen. Alles weitere sollte man der Religion oder Politik überlassen!
Jahrhundertelang wurde mit Leinöl (der Bestandteil „α-Linolensäure” ist durchaus wichtig in einer ausgewogenen Ernährung) und den daraus hergestellten Leinöl-Farben Malerei betrieben.
Aber mit Getreide in den Tank fahren ...
Die Kunst sollte einzig und allein mit Variationen des Motives "Röhrender Hirsch vor Berglandschaft" spielen. Alles weitere sollte man der Religion oder Politik überlassen!
Jahrhundertelang wurde mit Leinöl (der Bestandteil „α-Linolensäure” ist durchaus wichtig in einer ausgewogenen Ernährung) und den daraus hergestellten Leinöl-Farben Malerei betrieben.
Aber mit Getreide in den Tank fahren ...
Die Kunst sollte einzig und allein mit Variationen des Motives "Röhrender Hirsch vor Berglandschaft" spielen. Alles weitere sollte man der Religion oder Politik überlassen!
Ja, die Moralapostel und Konsumkritiker melden sich auch reflexartig zu Wort. In Deutschland wird mehr als die Hälfte der Nahrungsmittel weggeworfen, völlig ohne jeglichen gesellschaftlichen Mehrwert und es wird auch weiterhin passieren, solange die produzenten bis zum Abwinken subventioniert werden. So ein bischen Moradella, der Eintrittsgelder und soweiter bringt, die Kunstbereichert, das ist dann natülich ein Vebrechen. Naja, es geht ja ums Prinzip, ne.
...ist so was gekonnt? Dann sind wir alle Kunstler in irgendwas...
... denn, wenn man's kann ist es ja keine Kunst mehr ...
... denn, wenn man's kann ist es ja keine Kunst mehr ...
Jahrhundertelang wurde mit Leinöl (der Bestandteil „α-Linolensäure” ist durchaus wichtig in einer ausgewogenen Ernährung) und den daraus hergestellten Leinöl-Farben Malerei betrieben.
Ick hab' jerade meen Käsebrötchen uff die Heizung jelegt.
na, hoffentlich findet er eine mit Steuergeld versorgte Institution, die sich das Wurstwerk auf irgendeinen Büroflur hängen will, um Weltoffenheit und Kunstsinn zu zeigen.
Vielleicht mal im BMELV bei Frau Aigner fragen.
dass in Deutschland täglich Tonnen von Lebensmitteln vernichtet werden (entweder direkt durch deren Entsorgung oder indirekt durch die Verfütterung zur Fleischproduktion), ist kein Grund diese Praxis auch noch mit einem Kunstprojekt zu adeln. M.E. manifestiert sich durch einen solchen Umgang mit Lebensmitteln erst unser gestörtes Verhältnis dazu.
Schön, dass es Menschen gibt, die den Wert von Lebensmitteln noch zu schätzen wissen und hierfür auch gerne das Stigma des Kunstbanausen auf sich nehmen.
Dass die Hälfte weggeschmissen wird (das ist nur das, was der Supermarkt wegschmeißt), liegt nicht in einem falschen Umgang im Konsum, sondern an einer Überproduktion. Diese wird durch staatliche Subventionierung künstlich und gezielt herbeigeführt, weil man nicht auf Lebensmittelliferungen angewiesen sein möchte und Lebensmittel billig halten möchte.
Dass die Hälfte weggeschmissen wird (das ist nur das, was der Supermarkt wegschmeißt), liegt nicht in einem falschen Umgang im Konsum, sondern an einer Überproduktion. Diese wird durch staatliche Subventionierung künstlich und gezielt herbeigeführt, weil man nicht auf Lebensmittelliferungen angewiesen sein möchte und Lebensmittel billig halten möchte.
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