WeihnachtsmenüGans im Fett

Statt in den Ofen kann man die Weihnachtsgans auch in einen Topf mit heißem Fett stecken. Der Vorteil: Sie braucht nur 45 bis 50 Minuten und wird garantiert nicht trocken. von Vijay Sapre

Gans im Fett

Außen knusprig, innen saftig. So soll die Gans sein.  |  © Effilee

Im Süden der Vereinigten Staaten ist die Methode, einen ganzen Truthahn in heißem Fett zu frittieren, in den letzten Jahren sehr populär geworden. Zum einen geht es schnell und das Ergebnis ist wirklich außerordentlich zart und knusprig. Warum, haben wir gedacht, soll man das Gleiche nicht mit einer Gans zu Weihnachten machen?

Man braucht eine Gans, eine ganze Menge Fett, einen ausreichend großen Topf, einen Gasbrenner und gutes Wetter, denn die Aktion eignet sich nicht für die Küche, sondern sollte unbedingt in den Garten verlegt werden. Außerdem einen Drahtkleiderbügel, wie man ihn von der Reinigung mitbekommt, und einen kleinen Topfdeckel. Den Kleiderbügel biegt man auseinander und befestigt an einem Ende den Topfdeckel. Das andere Ende zieht man durch die Gans hindurch, vom unteren Ende zum Hals, die dann praktisch auf dem Topfdeckel sitzt und mit dem Draht später in das Fett hinabgelassen werden kann.

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Effilee
Erschienen in Effilee, Ausgabe 23, Win­ter 2012

Erschienen in Effilee, Ausgabe 23, Win­ter 2012  |  © Effilee

Den Gasbrenner stellt man an einer freien Stelle so auf, dass er auf keinen Fall umkippen kann. Als Nächstes messen wir ab, wie viel Fett wir brauchen, um die Gans schwimmen zu lassen. Dafür legen wir sie in den Topf, gießen so viel Wasser zu, bis sie bedeckt ist und nehmen die Gans wieder heraus.
Nun kann man – zum Beispiel mit einem Stab – markieren, bis zu welcher Stelle das Fett reichen muss.

Sicherheitshinweise

Heißes Fett ist gefährlich, vor allem, wenn eine offene Flamme in der Nähe ist. Hier einige Tipps und Regeln, die sicherstellen sollen, dass nichts passiert.

Ein Feuerlöscher sollte unbedingt griffbereit sein. Wichtig: bei Fettbränden muss es ein Pulver- oder ein CO2-Löscher sein. Auf keinen Fall mit Wasser löschen!

Der Gasbrenner muss auf einer feuerfesten ebenen Fläche stehen, sodass er auf keinen Fall umkippen kann.

Der Topf muss groß genug sein, sodass, auch wenn das Fett sprudelt, nichts überschwappt.

Nur geeignetes Frittierfett mit hohem Rauchpunkt (190 Grad) verwenden.

Die Gans muss von innen und außen sorgfältig abgetrocknet werden, damit es nicht zu sehr spritzt.

Das heiße Fett nie unbeaufsichtigt lassen!
 

Anschließend muss die Gans unbedingt innen und außen sorgfältig abgetrocknet werden. Salzen und pfeffern, dann ist sie schon mal so weit fertig. Um das Fett zu erhitzen, sollte man
sich Zeit nehmen. Idealerweise erhitzt man es in Etappen, erst auf 100 Grad, lässt es eine Viertelstunde ruhen, erhitzt dann auf 130 Grad, lässt erneut ruhen und erhitzt anschließend auf 175 Grad.

Wichtig ist, das Wetter im Auge zu behalten, denn ein Topf mit heißem Frittierfett und ein Regenguss sind eine hochgefährliche Kombination, vor allem, weil ja unter dem Topf ein offenes Feuer brennt. Natürlich wird das Fett heftig sprudeln, wenn die Gans hineingegeben wird. Deshalb muss man unbedingt, sobald die Temperatur von 175 Grad erreicht ist, den Brenner abschalten. Dann erst wird die Gans vorsichtig in das Fett hinabgelassen.

Sobald das Fett sich etwas beruhigt hat, kann man den Brenner wieder einschalten.
Wichtig ist, die Temperatur im Auge zu behalten, sie sollte sich die ganze Zeit über bei ca. 170 bis 180 Grad befinden. Die Garzeit beträgt 8 bis 10 Minuten pro Kilogramm, unsere Gans war nach 45 Minuten außen knusprig und innen zart und saftig. Anschließend aus dem Fett nehmen, am langen Arm gründlich abtropfen lassen und auf einem Blech, das mit Küchenkrepp ausgelegt wurde, mindestens 20 Minuten ruhen lassen.

Erschienen in Effilee
 

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Leserkommentare
  1. Wenn sie ein amerikanisches Rezept sehen, lesen sie es nicht.
    Wenn sie ein amerikanisches Kochbuch bekommen, werfen sie es zum Altpapier. Was amerikanische Kochgewohnheiten taugen, sehen wir in den Medien jeden Tag, Menschen mit einem BMI von 35, auch als Polizist oder Krankenschwester. Wenn sie gute Rezepte suchen, empfehle ich die französische, böhmische oder österreichische Küche, auch Spanien ist sehr gut. Englische und amerikanische Kochkunst: no go. Sorry.

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    Ich bitte ausdrücklich darum, englische und amerikanische Küche nicht in denselben Topgf zu werfen.
    Die englische Küche hat in der Tat einige sehr eklatente Schwächen (die lange Garzeit bei Eintöpfen zum Beispiel), bei Kaltspeisen zum Picknick jedoch ziehe ich gern die englische der französischen Variante vor.

  2. Probieren möchte ich doch mal einen Bissen.

    Ach ja, zur Abschreckung für unvorsichtige:

    http://www.youtube.com/wa...

  3. Für die Christen unter den Lesern:
    Wie sieht eine traditionelle Krippe aus?
    http://www.welt.de/newsti...
    Ein Kind in einem Stall geboren, die ersten Zeugen sind Tiere!
    Wie danken Ihnen die Christen diese freundliche Tat, dass sie ihren Stall teilten mit den Eltern deren Erlösers?!
    Indem sie sie in Massen "fressen", anders kann man das nicht mehr nennen.
    Heute würde Jesus in einem Massentierhaltungsstall geboren werden.
    Einfach mal ein bisschen nachdenken und nachfühlen vor dem nächsten Biss, das wäre schön.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • intolia
    • 21. Dezember 2012 12:16 Uhr

    ... und eine Erkältung bekommt man nach dem Genuss dieser Gans wohl auch nicht mehr ... die Wahrscheinlich eines der 99 von 100 Geflügel zu kaufen, die mit Antibiotika zugedröhnt wurden, ist nicht zu unterschätzen.
    Aber MRSA-Keime gibts umsonst ...

  4. verabscheue! So eine fettige Gans soll noch fettiger werden?

    • intolia
    • 21. Dezember 2012 12:16 Uhr

    ... und eine Erkältung bekommt man nach dem Genuss dieser Gans wohl auch nicht mehr ... die Wahrscheinlich eines der 99 von 100 Geflügel zu kaufen, die mit Antibiotika zugedröhnt wurden, ist nicht zu unterschätzen.
    Aber MRSA-Keime gibts umsonst ...

  5. Ich bitte ausdrücklich darum, englische und amerikanische Küche nicht in denselben Topgf zu werfen.
    Die englische Küche hat in der Tat einige sehr eklatente Schwächen (die lange Garzeit bei Eintöpfen zum Beispiel), bei Kaltspeisen zum Picknick jedoch ziehe ich gern die englische der französischen Variante vor.

    Antwort auf "Mit Einschränkung"
  6. Von dem ganzen hanebüchenen Szenario mal abgesehen, ist der Witz bei der Gänsezubereitung doch der, dass man das gänseeigene Fett möglichst durch Braten aus der Gans rausbekommt, und nicht das Gegenteil macht.

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  • Schlagworte Garten | Wetter | Wasser | Brenner
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