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Mehr als die Hälfte aller Deutschen essen mehrmals wöchentlich Fleisch (51 Prozent), 42 Prozent ein bis zweimal pro Woche. 6 Prozent der Befragten leben vegetarisch oder vegan. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE erhoben hat.

Einen deutlichen Unterschied gibt es zwischen Männern und Frauen. Während fast zwei Drittel der männlichen Befragten mehrmals wöchentlich Fleisch konsumieren, sind es bei den Frauen nur 39 Prozent. Der Anteil der Vegetarier ist bei beiden Geschlechtern ähnlich – bei Männern sind es 5, bei den Frauen 7 Prozent.

Nach politischen Parteien unterteilt, essen die FDP-Wähler am meisten Fleisch (61 Prozent mehrmals wöchentlich), gefolgt von Unionswählern (55 Prozent), SPD (52 Prozent) und der Linken (48 Prozent). Am wenigsten Fleisch konsumieren erwartungsgemäß die Grünen-Wähler. Hier essen 38 Prozent mehrmals wöchentlich Fleisch, 43 Prozent ein bis zwei Mal pro Woche, 19 Prozent nie.

Die Einkommensstarken essen am meisten Fleisch

Je höher das Nettoeinkommen, desto höher der Fleischkonsum. In Haushalten, die monatlich  bis 2.000 Euro zur Verfügung haben, konsumieren 39 bis 48 Prozent der Befragten mehrmals wöchentlich Fleisch. Ab 2.000 Euro aufwärts sind es bereits 55 Prozent, der höchste Konsum ist in der Einkommensklasse von 3.500 bis 4.000 Euro zu verzeichnen: 68 Prozent essen hier mehrmals wöchentlich Fleisch.

Der Fleischkonsum geht mit steigendem Alter zurück. Während  61 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 64 Prozent der 25- bis 34-Jährigen mehrmals wöchentlich Fleisch konsumieren, sind es in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren nur noch 50 Prozent. Bei den über 55-Jährigen gaben nur 44 Prozent an, täglich Fleisch zu essen.

Der "Veggie-Day" spaltet die Deutschen

Die Frage, ob sie einen "Veggie-Day" befürworten, spaltet die Deutschen: 45 Prozent der Befragten würden es begrüßen, wenn Kantinen an einem Wochentag nur fleischlose Gerichte anbieten würden. 43 Prozent lehnen eine solche Regelung ab. Unterstützt wird der Vorschlag auch hier vorwiegend von Frauen (57 Prozent), bei den Männern sind nur 33 Prozent für einen "Veggie Day". 75 Prozent der Grünen-Wähler unterstützen den Vorschlag ihrer Partei. Die Mehrheit der Wähler der anderen Parteien tut das nicht.

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Ernährung sollte Privatsache bleiben, finden mehr als die Hälfte der Deutschen. Auf die Frage, ob der Staat fleischlose Ernährung fördern solle, antworteten nur 36 Prozent mit Ja, 53 Prozent möchten keine Einmischung des Staates. Eine Förderung fleischloser Ernährung seitens der Politik fordern nur Anhänger der Grünen (65 Prozent). Die Linken-Wähler sind mit 46 Prozent Zustimmung und 48 Prozent Ablehnung gespalten, die Wähler der übrigen Parteien mehrheitlich dagegen.

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Junge Menschen mehr an fleischloser Ernährung interessiert

Am wenigsten Fleisch essen die Befragten, die sich in Schulausbildung befinden – nur 32 Prozent gaben an, mehrmals wöchentlich Fleisch zu konsumieren. Mit 13 Prozent hat die Gruppe der Schüler und Berufsschüler im Vergleich mit Berufstätigen den höchsten Anteil an Vegetariern oder Veganern. Gemessen nach Altersstruktur liegt die Zahl der Vegetarier oder Veganer bei den 18 bis 24-Jährigen mit 9 Prozent ebenfalls am höchsten. In dieser Altersgruppe gibt es zudem am meisten Unterstützer eines "Veggie Day": 49 Prozent befürworten diese Idee.

Diese Umfrage wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 6. bis 8. August 1.038 Menschen.