Mode Die Blogger in der ersten Reihe
Blogger hatten es in der Modeszene schwer: Zu den großen Schauen wurden sie lange nicht eingeladen. Doch mittlerweile nehmen viele Modehäuser das Internet ernst.
© Pascal Le Segretain/Getty Images

In der ersten Reihe sitzt man auf Modenschauen nah an den Weltstars. Auch Blogger dürfen mittlerweile dorthin
Im Le Grand Hotel, im Herzen von Paris, beginnt die Modenschau von Balmain in einer halben Stunde. Mit etwas Verspätung kommt Géraldine Dormoy, die Autorin des Blogs Café Mode, draußen im Gedränge an. Sie hat nicht viel Zeit. Kurzes Hallo zu den Blogger-Kollegen, dann macht sie sich auf die Suche nach Menschen mit Stil. Rasch wird sie fündig: "Kann ich ein Foto von dir machen?" Da sagt keiner Nein. Bereitwillig posieren die Auserwählten, lassen Schuhe, Taschen und Accessoires ablichten und verraten, woher sie alles haben. Die meisten kennen ihren Blog. Natürlich wollen sie von ihr fotografiert werden, das ist ein modischer Ritterschlag.
Die in den letzten Jahren stets zahlreicher gewordenen Blogger kämpfen mit den Fotografen um die besten Bilder. Es gibt einen festen Stamm, um die zehn bis fünfzehn, die man vor jedem Defilee sieht. Die Zahl der Hobby-Blogger dürfte sehr viel größer sein.
Géraldine Dormoy wird sich zusammen mit den klassischen Modejournalistinnen die Präsentation anschauen – von Balmain habe sie in diesem Jahr zum ersten Mal eine Karte bekommen. Keine Selbstverständlichkeit. Die Modewelt ist streng organisiert und folgt zuweilen absonderlichen Hierarchien. Allein durch eine Akkreditierung kommt man keineswegs zu einer Einladung zu den Shows. Die Tickets müssen eigens bei den Modehäusern angefragt werden. Dort entscheidet man dann je nach Erfahrung, Namen oder Belieben, ob eine Einladung verschickt wird und in welcher Reihe Journalist XY sitzen oder stehen darf.
Vor allem in Paris wurden Mode-Blogger lange Zeit ignoriert. Was mit dem Internet zu tun hatte, wurde vom französischen Schneiderverband konsequent vernachlässigt, ja sogar boykottiert. Man wollte um jeden Preis die Exklusivität der Modenschauen bewahren, nur einer Handvoll auserlesener Journalisten sollten die Shows vorbehalten bleiben. Die Bloggerin Diane Pernet kann darüber nur den Kopf schütteln. "Es hat überhaupt keinen Sinn, Kollektionen nur 300 Leuten zu zeigen", sagt die Autorin von A Shaded View on Fashion. Paris sei mit seiner Anti-Internet-Haltung nicht mehr zeitgemäß, sagt Pernet. "In New York und Mailand sitzen die Blogger längst in der ersten Reihe."
Tatsächlich ändern sich die Zeiten. In Mailand wurden in dieser Saison zum ersten Mal vier Bloggern exklusive Plätze in der ersten Reihe reserviert. Während der Show von Dolce & Gabbana saßen die Blogger Scott Schuman, Garance Doré, Tommy Ton und Brian Boy Seite an Seite mit den Weltstars. Eine kleine Sensation und ein Zeichen wachsenden Respekts für die Internet-Szene. Géraldine Dormoy hat für die Show von Balmain nur einen Stehplatz bekommen – für Pariser Verhältnisse allerdings nicht schlecht.
Auf dem Weg zur nächsten Show wirft Dormoy rasch einen Blick auf die Kommentare zu ihrem letzten Twitter-Post, den sie während der Präsentation von Balmain eilig getippt hatte. Es muss schnell gehen. Während der Schauen schreibt sie täglich um die fünfzehn Twitter-Meldungen. Vor der Show von Rick Owens trifft sie ihre Blogger-Kollegen wieder: Garance Doré unterhält sich angeregt mit Carine Roitfeld, der Chefredakteurin der französischen Vogue – und neuerdings auch Chefin der Bloggerin, seit sie im November letzten Jahres eine Zusammenarbeit mit dem Modemagazin startete.
- Datum 19.10.2009 - 09:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Und zwar die "Fug-Girls" von der Seite http://gofugyourself.cele...
Den Blog verfolge ich schon seit Jahren. Die zwei Schreiberinnen featuren zweimal jährlich die Fashion Week in NY für das New York Magazine. Sie haben über 100.000 Leser am Tag!
Anhand von diesem Blog kann man auch sehr gut erkennen wie sie den Sprung von kleinem Fun-Blog zu einem Blog mit verschiedenen Einnahmequellen geschafft haben. Sie haben außer Werbebanner auch noch ein Buch geschrieben und außerdem oben genannten Gig gelandet.
Die Aufmerksamkeit der Modefirmen ist pragmatischer Natur. Eingeladen werden vornehmlich Blogger deren Blog besonders hohe Userzahlen aufweist. Die Qualität spielt dabei eine untergeordnete Rolle und so sagt die Einladung rein gar nichts über die Wertschätzung oder die modejournalistische Kompetenz von Bloggern aus. Internationale Blogs in englischer Sprache sind aufgrund ihrer größeren Reichweite natürlich relevanter als dänische oder deutschsprachige Blogs. Als Modestudentin lese ich viele Blogs und halte Garance Dore oder Brian Boy für völlig überbewertet. Der Typ läut in Frauenkleidern rum, so what? Wirklich was zu sagen hat er nicht.
Mein persönlicher Lichtblick im Einheitsbrei der Blogs ist das
http://hype-magazine.com des deutschen Stylisten Sven Barthel, der nicht mit Insiderinformationen und unbequemen Wahrheiten geizt. Sozusagen die S-Klasse in der Blogsphäre.
Ber jeder Blog hat seine ganz eigene Zielgruppe, meine drei deutschen (!)Favoriten:
1) http://hype-magazine.com (für Fashion-Profis ein Must, und für Alle die wissen wollen warum die Modebranche so tickt wie sie tickt)
2) http://strawberrykittens-... (für Alle, die wissen wollen wie man sich auch mit wenig Geld stilvoll kleidet, Bloggerin Nadine aus Leipzig macht´s vor)
3) http://www.styleclicker.net (wenn schon Strretstyle, dann von Gunnar Hämmerle fotografiert, dem Auge schlechthin)
[Entfernt. Werbung ist im Forum der ZEIT nicht erwünscht. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
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