Schumacher auf der Berlin Fashion Week Eisige Eleganz
Die Designerin Dorothee Schumacher hat die Berlin Fashion Week eröffnet. Ihre morbide, von den zwanziger Jahren inspirierte Kollektion passt zur winterlichen Umgebung.
© Gareth Cattermole/Getty Images

Knappe Minikleider und winterlich-kuschelige Mäntel präsentierte Dorothee Schumacher bei der Eröffnung der Berlin Fashion Week
Durch grauen Schneematsch und über den vereisten, grob gestreuten Bebelplatz bahnen sich die Gäste den Weg ins Veranstaltungszelt der Berlin Fashion Week. Viele der geladenen Damen tauschen dort sofort ihre Ugg-Boots und Lederstiefel gegen High Heels oder glänzend geputzte Halbschuhe ein.
Zu dieser winterlich-trüben Stimmung passte die Kollektion von Dorothee Schumacher, die auch in diesem Jahr wieder die Eröffnungsschau bestritt. Ihre Entwürfe wirkten futuristisch und etwas morbide. Dennoch strahlten sie die Eleganz aus, für die das Modehaus bekannt ist.

Dorothee Schumacher-Singhoff, 42, gründete 1989 das Modelabel Schumacher. 2006 war ihre Modefirma als einzige deutsche an der Ausstattung für den Hollywoodfilm Der Teufel trägt Prada beteiligt. Sie arbeitet und lebt in Mannheim.
Vor 20 Jahren hatte Dorothee Schumacher, die nie eine Ausbildung an einer Modeschule absolvierte, ihre erste T-Shirt-Kollektion herausgebracht. Heute zählt ihr Unternehmen mit Sitz in Mannheim zu den erfolgreichsten Modefirmen Deutschlands.
Die neue Kollektion ist geprägt von dunkelblauen und aschgrauen Samtkleidern, die zum Teil mit Blumen und Ornamenten bedruckt sind. Fell-Boleros und metallisch glänzende Bouclé-Jacken kombinierte Schumacher mit schmal geschnittenen Bundfaltenhosen. Zu schwarzen und dunkelgrauen Trenchcoats aus Wolle und paillettenverzierten Wollstrickjacken zeigte sie streng geschnittene Kostüme mit abgesetzten Krägen und Revers.
Akzente in der ansonsten in kaltem Beige, Blau, Schwarz und Braun gehaltenen Kollektion setzte die Designerin mit fließenden Seidenoberteilen und Kleidern in klarem Lila, knalligem Tannengrün oder einem leuchtenden Senfton.
Insgesamt bleibt Schumacher ihrem Motto treu, Lieblingsstücke für Frauen zu entwerfen, die weder einen streng klassischen Business-Look noch zu sportliche Mode tragen wollen. Ihre mit liebe- und teils humorvollen Details geschmückten Modelle sind sowohl im Büro als auch zu festlichen Anlässen tragbar.
Für den großen Auftritt hält Schumacher aber auch sexy Entwürfe bereit, wie etwa ein enges, hochgeschlossenes Lederkleid und sehr knappe Minikleider, die sie mit Stulpen aus schwarzer Spitze oder Kaschmir kombiniert. Einige der dunklen Wollkleider, die mit üppigen Schalkrägen aus Fell, betonten Schultern oder mit zierlichen Broschen festgesteckten Fellschals drapiert waren, erinnerten an den leicht verruchten Look der zwanziger Jahre. Morbide Eleganz aus Mannheim, mit der man wunderbar durch den nächsten Berliner Winter kommen wird.
- Datum 20.01.2010 - 16:39 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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