Kostümbildnerin Katrin Aschendorf"Meine Ideen entstehen am Elbstrand"

"Schön, oder?" In unserer Serie fragen wir Designer, welcher Gegenstand für sie Schönheit symbolisiert. Hier antwortet Katrin Aschendorf, die Fatih Akins Filme ausstattet

Der Elbstrand ist die Inspirationsquelle der Kostümdesignerin Katrin Aschendorf

Der Elbstrand ist die Inspirationsquelle der Kostümdesignerin Katrin Aschendorf

Eine allgemeine Definition von Schönheit gibt es meiner Meinung nach nicht. Ich bin gebürtige Hamburgerin und die schönste Stelle der Stadt ist für mich der Elbstrand am Museumshafen in Altona. Ich gehe hier oft spazieren und denke über die Kostüme für meinen nächsten Film nach.

Das Wasser beruhigt mich und der industrielle Charme der Container und Kräne sowie die vorbeifahrenden Schiffe aus fernen Ländern inspirieren mich. Alles ist offen und weitläufig und lässt meinen Gedanken viel Raum.

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"Schön, oder?" Hier finden Sie alle Artikel zu unserer Serie

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Als ich meinen ersten Film – einen Polizeiruf 110 – alleine ausstatten sollte, war ich so aufgeregt, dass mir kein einziges Kostüm einfallen wollte. Ich bin dann an den Elbstrand gegangen, um abzuschalten. Plötzlich sah ich nach und nach die Figuren und wusste genau, was ich ihnen anziehen werde. Seitdem entstehen an diesem Ort fast alle meine Kostümkonzepte.

Vielleicht bin am Hafen so kreativ, weil ich mich hier geerdet fühle. Hier weiß ich, wohin ich gehöre und wo meine Basis ist – ein Zustand, der mir Sicherheit gibt und mich gleichzeitig anregt.

Wilde Braut: Sibel Kekilli in Fatih Akins "Gegen die Wand"

Wilde Braut: Sibel Kekilli in Fatih Akins "Gegen die Wand"

Das schönste Kostüm, das ich je einer Schauspielerin angezogen habe, war das Hochzeitskleid, das Sibel Kekilli in Gegen die Wand getragen hat. Ich habe es in einem Brautmodengeschäft gekauft und stark verändert, anstelle der Puffärmel habe ich zum Beispiel schmale Spaghettiträger angenäht. Sibel sieht in ihm so zerbrechlich und rührend aus.

Kostüme sollten an ihren Trägern immer wie selbstverständlich wirken. Wenn man als Zuschauer am Ende des Films den Eindruck hat, die Kostüme seien gar nicht aufgefallen, dann habe ich einen guten Job gemacht, finde ich. 

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