Modedesignerin Gabriele Strehle "Jedes gute Design braucht einen Bruch"Seite 2/2

Gabriele Strehle, 1951 in Hawangen im Allgäu geboren, trat nach ihrer Ausbildung an der Münchner Meisterschule für Mode 1973 in das Nördlinger Familienunternehmen Strehle ein. Als Chefdesignerin baute sie gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Gerd Strehle eine der wichtigsten Modemarken Deutschlands auf. Seit 1995 laufen ihre Kollektionen unter dem Label "Strenesse".
In meinen Kollektionen versuche ich, edle Materialien nicht auf ganz klassische Art zu verarbeiten, sondern sie mit modernen Techniken zu kontrastieren. Etwa, indem ich einen Kaschmirstoff mit dicken Handkantenstichen bearbeite oder Leder mit Animal-Prints bedrucke. Es ist reine Handwerkskunst, etwas so zu brechen, dass es nicht kantenlos wird.
Die Menschen sind heute wieder qualitätsbewusster und legen mehr Wert auf natürliche Materialien. Egal, was sie kaufen, es soll eine gewisse Langlebigkeit haben. Und es darf nicht laut sein.
Ich schöpfe viel aus der Natur. Bei einem Spaziergang am Tegernsee oder einer Radtour an der Weißach kann ich mich am besten entspannen. Oder wenn ich auf die Sumpfeiche in unserem Garten schaue, deren Blätter sich so richtig tief rotbraun färben, inspiriert mich das. Das Reinste auf der Welt ist doch eigentlich die Natur.
Protokoll: Bettina Hensel
- Datum 13.01.2010 - 09:55 Uhr
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- Serie Designer über Schönheit
- Quelle ZEIT ONLINE
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einer der besten Kunsthandwerker überhaupt!
http://www.ernst-gamperl.de/
Nicht so Gabriele Strehle - 2002 entwarf Strenesse die Damenuniform der Lufthansa. Es gibt vermutlich wenig ehren- und auch anspruchsvollere Designaufgaben als eine solche Uniform zu entwickeln. Die Schnitte sind zum Teil richtig gut, die Qualität aber eine Katastrophe.
Jeder Jackenellenbogen, jedes Hinterteil in Rock oder Hose glänzt nach kürzester Zeit wie eine Speckschwarte. Die Baumwollblusen sind nach drei Wäschen nicht mehr dunkelblau, was ja nicht so schlimm wäre, da man sie nachfärben könnte. Wäre da nicht diese gelbe Paspel - leider nicht aus 100% Kunstfaser. Die Oberbekleidung ist im Winter zu kalt, im Sommer viel zu warm - und so weiter und so fort.
Gutes Design geht wirklich anders. Das arbeitet mit und nicht gegen Material und Funktion. Wie Ernst Gamperl eben.
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