Zwischen Glamour und Grusel

Anastasia, 1994 | © Inez van Lamsweerde & Vinoodh Matadin
"Mode ist immer in mir, wie eine Sprache", sagte die Fotografin Inez van Lamsweerde einmal. Doch anstatt diese Sprache einfach weiter zu benutzen, brach die Niederländerin sie auf – mit ihren Fotografien. Als eine der ersten entwickelten sie und ihr Lebensgefährte Vinoodh Matadin digital veränderte Modefotos.
Anstatt die Digitalisierung zum Glätten und Retuschieren der Bilder einzusetzen, nutzte das Künstler-Duo sie, um eine zweite, fast unheimliche Bedeutung in das Motiv zu legen. Ihren Durchbruch schaffte van Lamsweerde 1993 mit der Serie Thank You Thighmaster, in der sie den Unterschied zwischen Models und lebensgroßen Puppen verwischte.
Im Laufe ihrer Karriere arbeiteten Lamsweerde und Matadin für berühmte Modehäuser wie Yves Saint Laurent, Chanel, Balmain, Gucci, Louis Vuitton und Chloé. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Schönheit und Schrecken, sind einmal gefällig, dann wieder grotesk. Gerade dieser Zwiespalt ist es, der den Betrachter zum genauen Hinsehen zwingt.
Die Ausstellung "Pretty Much Everything – Photographs 1985-2010" ist vom 25. Juni bis September 2010 im Fotografiemuseum Foam in Amsterdam zu sehen
- Datum 23.06.2010 - 16:38 Uhr
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