Es war der Tag Michalskys – aber auch der Berliner Jungdesigner und der Kunsthochschule Weißensee: Am Freitagnachmittag wurden die wichtigsten Nachwuchspreise des Jahres verliehen – der vom Modehaus Peek & Cloppenburg initiierte "Designer For Tomorrow Award" (DfT) sowie der "Start Your Own Fashion Business"-Preis des Berliner Senats. Das Erstaunliche: Alle Gewinner sind Absolventen der Weißenseer Kunsthochschule – DfT-Sieger Parsival Cserer genauso wie Platz eins bis drei des Senatspreises, Michael Sontag, Perret Schaad und Vladimir Karaleev.

Doch der Reihe nach: Los ging es im klimatisierten Zelt am Bebelplatz, P&C hatte zur Preisverleihung geladen. Seit Januar 2009 engagiert sich der Konzern für die Förderung des deutschen Modenachwuchses. Der Gewinner erhält ein Preisgeld, ein individuelles Förderprogramm, sowie die Möglichkeit, während der nächsten Fashion Week eine eigene Schau auszurichten. Wie im vergangenen Jahr gab es 150 Bewerbungen, die zehnköpfige Fachjury wählte acht Finalisten, diese zeigten am Freitag ihre Arbeiten. Bewerben durften sich alle Absolventen der vergangenen zwei Jahre, deren Kollektionen bislang nicht im Handel erhältlich waren. Die Kollektion des 28-jährigen Gewinners, Parsival Cserer, besteht hauptsächlich aus Kleidern mit passenden Cardigans, alle in mehrfarbigen digitalisierten Strickmustern, die stark geometrisch ausfallen und anmuten wie eine Mixtur aus Opa-Pulli und Tetrisspiel.

Gleich im Anschluss folgte Nachwuchspreis Nummer zwei, "Start Your Fashion Business": Im alten WMF in der Klosterstraße präsentierten die fünf Finalisten der über 100 Bewerber ihre Kollektionen. Der von Tanja Mühlhans, Referentin für Kreativwirtschaft des Berliner Senats, ins Leben gerufene Wettbewerb richtete sich an alle Modelabels, die vor maximal fünf Jahren gegründet wurden. Zeigen durften die mit der überzeugendsten Kollektion und dem besten Businessplan. Neben einem Preisgeld erhalten die drei Gewinner professionelle Unterstützung in der Gründungs- und Aufbauphase ihrer Marke. Viele junge Labels sind mittlerweile etabliert, nun geht es um Wachstum. Darum will Mühlhans diese bei betriebswirtschaftlichen Belangen unterstützen. Und darum sind die fünf Finalisten keine No-Names mehr: Perret Schaad, Vladimir Karaleev, Margiotta Plaskova, Sadak sowie der Sieger Michael Sontag. Sontags nüchterne, elegante Frauenmode mit seinen cremefarbenen, schwer drapierten, aber stets leicht fallenden Kleidern lobte bereits die "International Herald Tribune"-Modepäpstin Suzy Menkes.

(Erschienen im Tagesspiegel)