Sweat Shop Paris Schneidern im Café CoutureSeite 2/2

Ein bisschen Berlin in Paris; der Sweat Shop ist ganz im Retro-Stil eingerichtet

Ein bisschen Berlin in Paris; der Sweat Shop ist ganz im Retro-Stil eingerichtet

Die Idee des Sweat Shops war eigentlich nur eine Art Plan B gewesen für die Österreicherin und die Schweizerin. Holleis hatte früher ihr eigenes Label, das aber nicht mehr so gut lief. Duss arbeitet als Make-up-Artistin für Models und Schauspielerinnen. Bei einem Abendessen lernten sich die zwei Frauen kennen. "Es hat nur so gesprudelt“, sagt Duss. "So ist aus der Krise doch etwas Positives entstanden."

Obwohl es ihren Laden erst seit April gibt, hat sich die Existenz von "Klein-Berlin" so schnell herumgesprochen, dass die Kurse schon Wochen im Voraus ausgebucht sind.

"Wir sind natürlich nicht die Ersten, die auf die Idee gekommen sind, Nähmaschinen zu vermieten", sagt Duss. "Aber bei uns gibt es ein ganzes Paket.“ Die Kurse der Experten, der stundenweise Mietservice und vor allem die Kits. Darunter versteht man halbfertige Teile, meist Accessoires, zum Selbstzusammenbauen. Ein wenig wie Flugzeugmodelle für kleine Jungs, nur schicker.

Georgia ist begeistert, als sie ihr fertiges Bühnen-Accessoire auf ihrer Schulter sieht: "C’est magnifique! Ich singe dieses Jahr die Jeanne d’Arc. Da werde ich es anziehen." Und auch Doczekalski ist zufrieden: "Wenn es nach mir ginge, könnten wir das in unserer nächsten Kollektion bringen."

Plötzlich steht ein junger Mann Anfang 20 in Baggyhose und Kappe im Laden. Er möchte wissen, ob er hier auf einer Overlock-Maschine schneidern kann, einer Spezialmaschine auf dem neuesten Stand der Technik. "Oui, bien sûr“, sagt Sissi und zeigt auf ein Gerät neben der Kühlvitrine. Der junge Mann lächelt zufrieden. "Wunderbar. Ich komme wieder."

Sweat Shop, 13, rue Lucien Sampaix, 75010 Paris

 
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