Designer Eva & Bernard "Wir sind auch in Berlin Außenseiter"

Ihr erster Laden war in Tel Aviv, ihr zweiter in Kreuzberg. Das israelische Label Eva & Bernard versucht, die Berliner Modeszene weiblicher zu machen.

Eva & Bernard existieren nicht. Hinter dem Label stehen Nait Rosenfelder und ihr Ehemann Roey Vollman, die gerade ihre zweite Kollektion fertiggestellt haben. Im vergangenen Jahr haben die beiden israelischen Designer ihr Label in Berlin gegründet. Sie legen besonderen Wert auf die "einfache Schneiderkunst", oder das "Easy Tailoring", wie sie es nennen. Sie möchten Damenmode kreieren, die klassische Formen modern interpretiert und gleichzeitig die weibliche Seite der Trägerin betont. Feine Seidenstoffe kombinieren sie mit strengen, abstrakten Schnitten. Ihre Kollektion ist in sanften Tönen gehalten, Ausnahmen sind einige tiefe Rottöne und ein kräftiges Orange.

"Auch wenn unser Label neu sein mag, haben wir bereits viel Erfahrung", sagt Rosenfelder in ihrem Kreuzberger Showroom. Die 39-jährige Designerin arbeitete mehr als zehn Jahre in der Tel Aviver Modeszene. Ihre Karriere begann sie als Autodidaktin. "Es fing als Hobby an, aber schließlich wurde es Zeit für mich, mein eigenes Label zu gründen", sagt sie. Mit ihrem ersten Label, das schlicht und einfach "Nait" hieß, eröffnete Rosenfelder 2002 als erste Modedesignerin ein Geschäft im damals noch sehr heruntergekommenen Tel Aviver Stadtteil Gan Hahashmal. Innerhalb weniger Jahre etablierte sich die Gegend als angesagtes Shoppingviertel mit vielen Boutiquen lokaler Designer.

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Um die aktuelle Kollektion von Eva & Bernard zu sehen, klicken Sie bitte hier

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Rosenfelder war jedoch auch die erste, die von dort wieder wegging. "Die Mode aus Tel Aviv bleibt auch in Tel Aviv. Wir hatten aber höhere Erwartungen als das", sagt ihr Ehemann Vollman, der sich um die Vermarktung des Labels kümmert. "In Tel Aviv fanden wir uns mit unserer Mode in einer Nische, aus der wir heraus wollten. Unsere Kleidung entspricht nicht dem israelischen Geschmack. Dort gibt es keine Tradition, sich schick anzuziehen."

Nach längerer Überlegung beschlossen die beiden, dass Berlin die Geburtsstätte von Eva & Bernard sein sollte. "Ich kann mir keine andere Stadt in Europa vorstellen, wo wir das tun könnten, was wir hier tun", sagt Rosenfelder. "Hier ist es uns möglich, ein Label von Null an aufzubauen. Paris ist unmöglich wegen der hohen Lebenshaltungskosten, die noch zusätzlich zu dem Budget kommen, das man benötigt, um ein Modelabel zu führen." 

Leser-Kommentare
  1. Wenn man schöne Kleidung verkaufen will, dann ist Berlin der falsche Ort. Ohne jede Häme muss man objektiv anerkennen, dass die Berliner sich mit Abstand am schlampigsten und stillosesten kleiden, das Stadtbild selbst ist verlottert wie sonst nirgends.

    Ich möchte mir nicht sagen lassen müssen, du bist angezogen wie ein Berliner und für eine Frau ist das auch eher ein Fusstritt, denn ein Kompliment.

    Das Label sollte einen anderen Standort wählen, sonst wird daraus nichts werden.

  2. 2. Berlin

    Berlin als die Hauptstadt Deutschlands kann sich meines Erachtens durchaus zur deutschen Modehauptstadt entwickeln. International gibt es natürlich bessere Bühnen

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