Designer Dawid Tomaszewski Die Seele des Kleides
Der junge Berliner Designer Dawid Tomaszewski arbeitet nach den Methoden der alten Schule. Seine imposanten Seidenroben fertigt er von Hand, mit Nadel und Garn.

Jede Rüsche ist handgefertigt: ein schwarzes Kleid aus Dawid Tomaszewskis Sommerkollektion 2011
Dawid Tomaszewskis Atelier befindet sich im Erdgeschoss eines gediegenen Charlottenburger Altbaus. Es ist kurz nach Mittag an einem brütend heißen Spätsommertag. Aber hier drinnen ist es kühl und beim Anblick der bodenlangen Roben, die der Designer ordentlich auf einer Stange aufgereiht hat, könnte man annehmen, dass selbst die Kleider in diesem Atelier vor äußeren Einflüssen sicher sind.
Auf jeden Fall sehen sie nicht aus wie die Berliner Straßenmode, den hautengen Jeans und den bunten Jersey-Shirts, die man überall sieht. "Mode hat nichts mit dem Bedrucken eines T-Shirts zu tun", sagt Tomaszewski. "Für mich ist Mode etwas Nachhaltiges." Ein Kleid müsse so verarbeitet sein, dass man es auch in zehn Jahren noch gerne aus dem Schrank nimmt.
Seine trägerlose Robe in einem hellen Grauton und einem Rückenelement, das mit roten Kristallsteinen besetzt ist, könnte so ein Kleid sein. Das creme- und anthrazitfarbene Cocktailkleid mit Hunderten von papierdünnen Seidenvolants ist ebenfalls ein zeitloses Modell. Wie der Großteil von Tomaszewskis Kollektionsstücken wurde es in seinem Atelier von Hand gefertigt. "Ein Kleid in Handarbeit zu nähen", sagt Tomaszewski, "bedeutet, es mit Inhalt zu füllen."
Eine seiner vier Mitarbeiterinnen ist gerade dabei, glänzende, schwarze Pailletten übereinander geschichtet auf einen Probestoff zu nähen. Die Näherin arbeitet sich dabei nicht nur die Finger wund, ihre Nagelbetten sind schon übersät mit blutig roten Einstichen.

Dawid Tomaszewski, 30, ist in Polen geboren. Zunächst studierte er am London College of Fashion Modedesign, wechselte dann an die Universität der Künste in Berlin und beendete sein Studium an der polnischen Kunstakademie in Posen. Anschließend zog er nach Paris, wo er für ein Jahr als Designassistent bei Comme des Garcons tätig war. 2009 gründete Tomaszewski sein eigenes Modelabel in Berlin.
Manchmal muss ein Stoff sogar komplett auseinander genommen werden. In seiner aktuellen Winterkollektion 2010 gibt es Kleider, deren Materialien Tomaszewski zunächst aufschnitt, ausfranste und anschließend wieder zusammennähte. Die Volants seiner Sommerkollektion hat er aus einer Stoffschnecke ausgeschnitten, von Hand gefärbt, zum Trocknen im Innenhof aufgehängt und gebügelt. "Mit der Nähmaschine wäre das unmöglich gewesen, die Stoffe sind dazu zu fein", sagt er.
Bis zu 15 Meter Seide stecken in einem einzigen Kleid. Zusammen mit den aufwendigen Applikationen erinnern die Roben an Skulpturen, wie etwa an Richard Serras Torqued Ellipses. Die verdrehten, rostigen Stahlkreise des Bildhauers haben Tomaszewski zu seiner kommenden Sommerkollektion inspiriert. "Bildhauer erfinden oft neue Wege, Materialien zu verarbeiten und das versuche ich auch."

Bis zu 15 Meter Seide stecken in einem einzigen Kleid aus Tomaszewskis Kollektion
Trotzdem besinnt er sich gerne auf alte Werte. "In den goldenen Zwanziger Jahren hat man Glamour sehr geschätzt. Das fehlt mir heute." Wahrscheinlich beobachtet er deshalb so gerne die älteren Damen in Charlottenburg, wenn sie im Kostüm zum Einkaufen gehen. "Ich hoffe, dass sich Frauen durch meine Mode noch eleganter fühlen. Das liegt an meiner Mutter. Sie war immer schick gekleidet", erzählt er stolz.
Doch wie passt dazu ein Buch wie That Extra Half an Inch? Der Stilratgeber von Victoria Beckham steht plakativ in einem der Regale in Tomaszewskis Atelier. "Ich muss sagen, ich mag sie einfach", sagt er.
Tomaszewski denkt nicht dogmatisch, für ihn ist der individuelle Geschmack entscheidend, sonst nichts: "Die Zeit, als man etwas gekauft hat, was Millionen andere Leute auch tragen, ist vorbei." Lange habe man in der Mode auf Fast Fashion, die Schnelllebigkeit, gesetzt. Nun werde die Handarbeit zurückkehren, glaubt Tomaszewski. Beinahe ausgestorbene Berufe des Schneider- und Nähhandwerkes hätten so eine Chance, wiederbelebt zu werden. Für den Herbst 2011 plant der Designer zum Beispiel selbstgehäkelte Pullover.
Niemals würde Tomaszewski ein Kleid aus vier Teilen entwerfen, diese auf die Schnelle zusammennähen, mit etwas Futter, einem Etikett und einem Reißverschluss. "Es muss etwas Besonderes sein. Natürlich dauert das ein bisschen länger", sagt er mit Nachdruck. "Aber erst so bekommt ein Kleid Seele."
- Datum 03.09.2010 - 08:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ich liebe es, was zum Teil mit den Stoffen möglich ist und wie dabei gearbeitet wird. Es sind Ideen und Träume, die zu tragbaren Skulpturen werden.
Sie haben aber mit Kleidung im alltäglichen Sinne nur wenig zu tun.
Handarbeit finde ich persönlich ebenfalls gut, solange diese nicht von Kindern der dritten Welt durchgeführt wird und es eine angemessene Entgeltung verspricht.
Hätte der Designer ein Institut gegründet um diese alte Tradition wieder zu beleben oder am Leben zu erhalten, dann wäre ich beeindruckt gewesen. Doch das was er macht ist kurzsichtig und würde auf jeden beliebigen Modedesigner passen.
Von daher... gähn!
Apropos, es gab nie eine Zeit in der jemand etwas gekauft hat, was alle anderen auch trugen. Höchstens versehntlich und sah man jemanden mit dem gleichen Hemd, dann fühlte man sich unbehaglich.
So ein Schmarrn was Tomaszewski erzählt, oder dass mit dem individuellen Geschmack. Lieben Sie etwa nicht die gleiche Frau wie ich?
Lieber Designer, der individuelle Geschmack ist in uns tief verwurzelt.
bedeutet, Massenware für Menschen aller Einkommensgruppen zu verkaufen und diese begeistert in den Städten zu sehen, wie sie millionenfach produzierte Teile tragen. Die Individualität ist heutzutage eine Illusion, die von den H&Ms dieser Welt gut vermarktet wird, ohne dass sie statt findet.
Und so trägt Frau Bandshirts vom Kleiderriesen, ohne je ein Konzert besucht zu haben und fühlt sich verwegen wie 2 Millionen andere auch, die das gleiche Hemdchen erworben haben. Super!
Ich freue mich, dass es seit einigen Jahren wieder mehr Menschen gibt, die Kleidung für sich suchen, die einmalig ist, denn alles andere ist Massenware für die Masse, die sich damit individuell fühlen will.
bedeutet, Massenware für Menschen aller Einkommensgruppen zu verkaufen und diese begeistert in den Städten zu sehen, wie sie millionenfach produzierte Teile tragen. Die Individualität ist heutzutage eine Illusion, die von den H&Ms dieser Welt gut vermarktet wird, ohne dass sie statt findet.
Und so trägt Frau Bandshirts vom Kleiderriesen, ohne je ein Konzert besucht zu haben und fühlt sich verwegen wie 2 Millionen andere auch, die das gleiche Hemdchen erworben haben. Super!
Ich freue mich, dass es seit einigen Jahren wieder mehr Menschen gibt, die Kleidung für sich suchen, die einmalig ist, denn alles andere ist Massenware für die Masse, die sich damit individuell fühlen will.
bedeutet, Massenware für Menschen aller Einkommensgruppen zu verkaufen und diese begeistert in den Städten zu sehen, wie sie millionenfach produzierte Teile tragen. Die Individualität ist heutzutage eine Illusion, die von den H&Ms dieser Welt gut vermarktet wird, ohne dass sie statt findet.
Und so trägt Frau Bandshirts vom Kleiderriesen, ohne je ein Konzert besucht zu haben und fühlt sich verwegen wie 2 Millionen andere auch, die das gleiche Hemdchen erworben haben. Super!
Ich freue mich, dass es seit einigen Jahren wieder mehr Menschen gibt, die Kleidung für sich suchen, die einmalig ist, denn alles andere ist Massenware für die Masse, die sich damit individuell fühlen will.
Als könnte man sich seine Individualität durch ein massenproduziertes Kleidungsstück nehmen lassen...
The Crowd (in unison): Yes! We're all individuals!
Brian: You're all different!
The Crowd (in unison): Yes, we are all different!
Man in Crowd: I'm not.
Another Man: Shhh!
Dass Menschen Individuen sind, ist richtig. Allerdings ist das vom modischen Gesichtspunkt vielfach nicht sichtbar. Und da wir uns im Bereich "Mode" der ZEIT aufhalten, ging es wohl um die Frage der modischen Individualität, die von vielen Menschen weder gelebt noch angestrebt wird.
The Crowd (in unison): Yes! We're all individuals!
Brian: You're all different!
The Crowd (in unison): Yes, we are all different!
Man in Crowd: I'm not.
Another Man: Shhh!
Dass Menschen Individuen sind, ist richtig. Allerdings ist das vom modischen Gesichtspunkt vielfach nicht sichtbar. Und da wir uns im Bereich "Mode" der ZEIT aufhalten, ging es wohl um die Frage der modischen Individualität, die von vielen Menschen weder gelebt noch angestrebt wird.
Wenn eine Frau gut aussieht, ist es egal, was sie anhat, am besten natürlich gar nichts. Sonst schaut sie aber auch in dreckigen Lumpen schick aus.
The Crowd (in unison): Yes! We're all individuals!
Brian: You're all different!
The Crowd (in unison): Yes, we are all different!
Man in Crowd: I'm not.
Another Man: Shhh!
Dass Menschen Individuen sind, ist richtig. Allerdings ist das vom modischen Gesichtspunkt vielfach nicht sichtbar. Und da wir uns im Bereich "Mode" der ZEIT aufhalten, ging es wohl um die Frage der modischen Individualität, die von vielen Menschen weder gelebt noch angestrebt wird.
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