Fashion Week Mailand Was in den Hinterhöfen der Palazzi geschah
Das zu Ende gegangene Modefest in Mailand hat seinen Namen wirklich verdient. Und wie bei jeder guten Sause ist das Schönste der Klatsch danach. Sechs Themen zum Mitreden
© Renate Böcker-Lüttke

Mailands Modebranche traf sich zur Präsentation von Tod's im Innenhof eines Stadtpalasts.
Optimistisch wie die Fünfziger in Ostdeutschland
Überall ist Krise. Italien leidet unter Berlusconis Misswirtschaft und der Abwertung durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s, der Rest der Welt an verwandten Krankheiten. Die Mode fühlt sich in solch düsteren Zeiten stets berufen, Licht ins Dunkel zu bringen, wie damals Anfang der Fünfziger Christian Dior mit seinem New Look.
© REUTERS/Stefano Rellandini

Pradas Faltenröcke erinnerten an die fünfziger Jahre.
In Mailand erinnerte man sich an diese gelungene Aufheiterung noch gut. Die Modekritiker und Einkäufer, die sich vom Branchenportal style.com zu ihrer Einschätzung der Mailänder Schauen befragen ließen, sahen jedenfalls bei Jil Sander die "kontrollierte Schönheit der fünfziger Jahre", Prada beschwöre mit einer Pink-Cadillac-Kollektion "die vielleicht letzte Dekade, in denen die Menschen mit ungetrübtem Optimismus in die Zukunft blickten" und nach der Dolce & Gabbana-Schau wollte man sowieso nur noch ein "Diva-Girl der fünfziger Jahre" sein. Der Architekt Rem Koolhas erkannte in den pastelligen Faltenröcken von Prada gar die Farben "der Fünfziger in Ostdeutschland". Leise Zweifel daran, wie viel Substanz der Konserven-Optimismus hat, waren spätestens jetzt erlaubt.
Hinter verschlossenen Türen
© Renate Böcker-Lüttke

Tod's präsentierte seine Taschen in einem Mailänder Palazzo.
Das Atrium, nicht die Straße, ist in Mailand der Ort an dem das Leben spielt. In Io sono L’amore, dem sinnlichsten italienischen Film seit Bernardo Bertoluccis Gefühl und Verführung, fällt der Sohn einer reichen Mailänder Kaufmannsfamilie nach einem Streit mit seiner Mutter in den Pool des Palazzo und stirbt.
Zuvor wurde in jenem Innenhof mit Pool Verlobung gefeiert, wurden heimliche Liebschaften offenbart. Und Offenbarungen spielten sich auch während der Modewoche in den Innenhöfen ab. Unter Marmorbögen, auf Samtsofas und eben am Pool präsentierten Marken wie Tod’s und Sergio Rossi ihre Schuhe und Taschen. Accessoires, das ist ein offenes Geheimnis, sind das Lebenselixier der Mode.
- Datum 29.09.2011 - 10:31 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...war es von jeher, was Italien ausgemacht hat. Hier wurde immer die Kreativität mit vollem Genuss gelebt und wertgeschätzt!
In Deutschland hat man das Handwerk längst ausrangiert. Um sich auf industrielle Massenproduktion zu verlagern...im Sinne des Fortschritts! Alles möglichst billig. Qualität spielt kaum eine Rolle. Ganz gleich, ob bei der Kleidung oder bei der Kochkunst... Es fehlt der Mentalität das, was man "Sinnlichkeit" und "Geniessen-Können" nennt. Es fehlt die Muße. Schade.
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