Fashion Week Paris Keine Mode für Snobs
Mit dem Anspruch, Haute Couture für junge Frauen zu machen, wurde 1945 das Modehaus Carven gegründet. Jetzt belebt der Designer Guillaume Henry die Marke erfolgreich neu.
ZEIT ONLINE: Herr Henry, war Ihnen Carven ein Begriff, als Ihnen im Jahr 2009 der Job als Chefdesigner angeboten wurde?
Guillaume Henry: Selbstverständlich! Die Marke Carven hat in Frankreich Kultur und eine lange Geschichte. Dieses Jobangebot war eine große Herausforderung, denn als Designer tritt man damit in große Fußstapfen.
ZEIT ONLINE: Carven hatte glanzvolle Zeiten in den fünfziger und sechziger Jahren. Danach hörte man bis zu Ihrem Antritt fast nichts mehr davon. Was ist da schiefgelaufen?

Nach einem klassischen Modestudium am Pariser Institut Français de la Mode begann der heute 32-Jährige seine Karriere bei Givenchy und arbeitete mit Julien Macdonald und Riccardo Tisci zusammen.
Im Jahr 2009 machte das ehemalige Couture-Haus Carven den jungen Franzosen zum Chefdesigner. Carven wurde 1945 von Carmen de Tommaso gegründet. Ihre Philosophie: pragmatische, komfortable und gleichzeitig elegante Mode.
Nachdem Carven in den fünfziger und sechziger Jahren seine Glanzzeiten erlebte, geriet es mit Aufkommen der Konfektionsmode in Vergessenheit. Dank der betont trag- und bezahlbaren Kollektionen Guillaume Henrys, die dennoch Couture-Elemente aufgreifen, gelingt der Marke derzeit ein vielbeachtetes Comeback.
Henry: Es gab zum einen sehr viele wechselnde Designer. Zum anderen ist Carven ein traditionelles Couture-Haus und Haute Couture hat ja heute den Ruf, veraltet zu sein. Dabei war Maßanfertigung in der Zeit, als Carven gegründet wurde, einfach die gängige Art, Mode zu machen. Als in den sechziger Jahren die Prêt-à-Porter-Mode aufkam, verlor die Haute Couture immer mehr Kundinnen. Diese Entwicklung hat der Marke ihr etwas altmodisches Image verpasst.
ZEIT ONLINE: Den Couture-Ansatz kann man in Ihren Kollektionen immer noch erkennen, dabei kostet ein Rock um 250 und Mäntel um 800 Euro. Ihre Mode ist relativ erschwinglich.
Henry: Vor allem, was die Schnittkonstruktionen und Volumen angeht, orientiere ich mich an der Couture. Aber ich achte auf eine gewisse Leichtigkeit, damit die Käuferin die Sachen auch ohne Probleme tagsüber tragen können. Auch wenn Carven ein Couture-Haus war, es ging nie darum, snobistisch zu sein. Das Haus hat schon immer Mode für normale Frauen mit normalen Bedürfnissen gemacht.
ZEIT ONLINE: Gibt es noch etwas, dass Sie aus der Geschichte des Hauses übernehmen?
Henry: Ganz klar: das Ziel, elegante und seriöse Kleidung zu machen, ohne dabei auf Leichtigkeit und Humor zu verzichten. Carven nimmt sich nicht zu ernst, es bleiben immer Kleider, die tragbar und leicht zu verstehen sind.
ZEIT ONLINE: Und was wollten Sie auf jeden Fall ändern?
Henry: Es ging mir nicht darum, etwas grundlegend zu verändern, ich wollte vielmehr aufräumen und wieder zum Wesentlichen zurückzukehren. Über die Jahre hat Carven unter der altmodischen und schweren Couture gelitten, dabei war es ursprünglich eine frische und junge Marke. Ich wollte zurück zu mehr Spontaneität.
ZEIT ONLINE: Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren hat Carven beinahe Kultstatus erreicht. Wie erklären Sie sich das?
Henry: Das kann ich auch nicht genau sagen. Die Idee war, stilvolle und gleichzeitig erschwingliche Kleidung anzubieten. Es freut mich, dass dieses Konzept so viel Erfolg hat.
- Datum 04.10.2011 - 15:19 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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man könnte fast meinen DIE ZEIT wird gepeitscht Mode-Beiträge zu veröffentlichen. Und das in der Zeit der Schauen!
"Auf die Loyalität der Modewelt sollte man sich nicht verlassen" wird hier gross und breit erklärt. gähn
Tja, das liegt eben ganz in Händen der Mode, der Käufer und Menschen die sich dafür täglich die Finger wundtippen....
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