Dior-Designerin Victoire Castellan: "Schmuck muss verschwenderisch sein"
Victoire Castellan schmolz mit 12 Jahren die Medaillons ihrer Mutter ein, um ihr erstes Schmuckstück zu formen. Heute gestaltet sie mit kindlicher Freude Juwelen für Dior.
© Victoire de Castellane/Gagosian Gallery, Paris

Das Collier "Amanita Satana Diabolus" von Victoire de Castellane
Wenn Victoire de Castellane über Schmuck spricht, dann gerät die sonst so energische und lebhafte Frau ins Schwärmen. Ihrer Fantasie setzt sie dabei keine Grenzen: In einem Sommerregen sieht sie schimmernde Saphirtropfen, die zur Erde fallen; ihren Lieblingsstein, den Opal, macht sie im Geiste zum Versteck von Aladin aus Tausendundeiner Nacht; und in der Tiefe eines Beryll – "pinkfarben wie die Blüten einer Rose" – entdeckt Victoire de Castellane die Magie eines geheimen Gartens aus der Kindheit.
Aus Erlebnissen, Erinnerungen und Begegnungen entsteht Schmuck: Die Designerin, die für Dior die Echtschmuck- und die Haute-Joaillerie-Kollektion entwirft, geht mit wachem und gleichzeitig träumendem Blick durch die Welt. Wie ein Kind hat sie sich das Staunen über die kleinen Dinge bewahrt. Schneekugeln und japanisches Spielzeug inspirieren sie ebenso wie Comicfiguren – immerhin ist sie selbst vierfache Mutter. Dieses Spielerische kommt etwa in Ringen zum Ausdruck, die in ihren grellbunten Farben aussehen wie erstarrte Süßigkeiten. Gleichzeitig lassen sich Gestaltungselemente aus der Natur und der Mode erkennen, zum Beispiel Blüten, Schmetterlinge oder Schleifen.
Was auch immer als Vorlage dient, Victoire de Castellane überzeichnet ihre ursprüngliche Form. Die Natur erscheint bei ihr auf unwirkliche Weise prachtvoll und perfekt. Farbschattierungen sind grell hervorgehoben, vertraute Bilder wirken durch ein Übermaß an Farbe, Transparenz und Licht unerwartet exotisch. Dabei schöpft die zierliche Französin aus dem Vollen und hat Colliers schon mit Tausenden von Diamanten und Farbsteinen besetzen lassen. "Wie soll einem Schmuck gefallen, wenn man ihn nicht bemerkt?", fragt Victoire de Castellane. "Für mich gibt es nichts Schöneres, als verschwenderisch sein zu dürfen."

Die Schmuckdesignerin Victoire de Castellane
Dabei geht es ihr jedoch nicht um Kostbarkeit, sondern einzig um die Wirkung. Deshalb schert sie sich bei der Verwendung von Farben und Materialien nicht um Konventionen. Das wird in ihrer Arbeit für Dior ebenso deutlich wie in Schmuckobjekten, die im März in der Ausstellung Fleurs d’excès in der Galerie Gagosian in Paris zu sehen waren. Dort zeigte sie vor allem quietschbunte, bonbonfarbene Blütenträume, die ihre Farbe nicht nur kostbaren Edelsteinen verdanken. Vielmehr wurde das edle Gold überlackiert, womit de Castellane eine betont künstliche Optik erzielt, die so gar nicht an klassische Haute Joaillerie denken lässt.
Diese Verfremdung durch Farbe und ausschweifende Formen gibt den Arbeiten von Victoire de Castellane eine Spur von Ironie – und erweckt den Eindruck, als würde die Designerin mit kostbaren Diamanten, Perlen und Smaragden geradezu spielen wie ein Kind mit Murmeln. Tatsächlich nahm Victoire im Alter von zehn Jahren bereits den Familienschmuck auseinander, um ihre eigenen Kreationen daraus zu machen. Mit zwölf Jahren schmolz sie religiöse Medaillons ihrer Mutter ein, um daraus einen großen Ring für sich zu formen.
Extravaganz liegt der Französin offensichtlich im Blut: Ihr Urgroßonkel war Boni de Castellane, ein Pariser Dandy des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der für seine Eigenheiten bekannt war und rauschende Feste in seinem Haus gab – Le Palais Rose, ganz aus rosa Marmor. Ihre Großmutter war die elegante Sylvia Hennessy aus der gleichnamigen Cognac-Dynastie, eine Dame der Gesellschaft, die ihren Schmuck stets passend zur Garderobe wechselte und ihre Enkelin mit ihren Juwelen spielen ließ. "Sie beeindruckte mich maßlos", erinnert sich Victoire de Castellane. "Sie hatte Berge von Juwelen: für den Tag, für den Abend, immer genau passend. Damals hatte ich keine Ahnung, wie teuer und kostbar Juwelen sind. Sie gehörten ganz selbstverständlich zu meinem Leben."








und "Schmuck muss verschwenderisch sein". Kreativität beim Schmuck und beim Schmücken können die Persönlichkeit einer Frau unterstreichen und ihr Selbstbewusstsein ungemein verstärken [...]. Immer noch haben viele Frauen nicht den Mut, sich ungezwungen zu schmücken, wie es ihnen gefällt. Sie glauben, gesellschaftliche Konventionen würden jeden Schmuck außer Perlenketten verbieten.
Sprengt eine Frau diese Konventionen, wird sie aber meistens dafür bewundert und nur selten scheel angesehen.
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Sieht aus wie Salzgebäck !
Nix für ungut !
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