ModebrancheMit Hang zur Lolita
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 Eine Model-Gewerkschaft will die Arbeitsbedingungen verbessern

Röhse sagt, sie achte darauf, dass sie nur Models bucht, die mindestens 16 Jahre alt sind. "Man muss allerdings immer nachfragen, das Alter wird oft nicht dazu gesagt. Und wenn man Pech hat, hat man da plötzlich ein Model stehen, das erst 14 ist." Die Arbeit der jungen Models fällt zwar unter das Jugendschutzgesetz – deshalb dürfen sie zum Beispiel nicht spät abends vor der Kamera stehen. Eine eigene Gesetzgebung oder ein Mindestalter für ihre Arbeit gibt es nicht.

Um das zu ändern hat das Ex-Model Sara Ziff zum Auftakt der Herbstmodewochen in New York The Model Alliance vorgestellt, die erste Model-Gewerkschaft der Welt. Gemeinsam mit Kolleginnen und mit der Unterstützung von Rechtsprofessoren und Diskriminierungsexperten der Fordham Law School und der Columbia Universität hat Ziff seit 2010 an der Organisation der Gewerkschaft gearbeitet, deren Hauptanliegen mehr finanzielle Transparenz und Absicherung, Schutz vor sexuellen Übergriffen, Diskriminierung und Kinderarbeit sind. "Vor allem junge Models lassen sich auf Knebelverträge mit ihren Agenturen ein, die Ihnen Flugtickets und Arbeitsvisa vorstrecken. Die Abrechnung über diese Gelder sind dann häufig völlig intransparent", sagt Ziff auf der Website der Alliance. 

Wenn die Model Alliance ihre Arbeit gut macht, könnte damit zumindest in den USA die Ära der weitgehend folgenlosen Selbstverpflichtungen zu Ende gehen. In New York hat sich der Designerverband CFDA, in dem fast alle wichtigen Designer in den USA organisiert sind, ein Model-Mindestalter von 16 Jahren in die Satzung geschrieben. Modemacher sollen hier bei Castings die Ausweise der Bewerberinnen kontrollieren. Dass solche Selbstregulierungen an ihre Grenzen stoßen, wurde aber schnell offenbar: Letztlich entscheiden die Designer und Casting-Agenten, ob sie den Richtlinien folgen. Und so buchten im letzten Jahr auch in New York diverse Labels wieder sehr junge Mädchen für ihre Shows.

Auch in  Paris , Mailand und London gibt es solche Selbstverpflichtungen, auch dort werden die Regeln immer wieder gebrochen. "Gerade in Mailand und Paris sieht man extrem junge und extrem dünne Models", sagt Röhse. "Und ich glaube leider, dass das auch so bleiben wird." In Deutschland, das mit Berlin erst seit 2007 eine Fashion Week ausrichtet und auf dem Modemarkt bisher keine große Rolle spielt, fehlt eine übergeordnete Instanz wie der CFDA oder gar eine Gewerkschaft für Models. Hier liegt es ganz in der Hand der Designer und Moderedakteure, ob sie Models für Modestrecken buchen oder auf den Laufsteg schicken, die dreizehn oder dreißig sind.

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Leserkommentare
    • uwilein
    • 14. Februar 2012 17:39 Uhr

    einfach nur zum Schämen.

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  1. Der es pervers findet wenn Minderjährige schon so arbeiten sollen?

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    • Morbox
    • 14. Februar 2012 17:56 Uhr

    Allerdings muss ich anmerken, dass ich es noch perverser finde, wenn Jugendliche und sogar Kinder in Mode und Werbung als Idealvorstellung oder gar als begehrenswert dargestellt werden. Ersteres zerstört Jugendliche und Erwachsene, die mit einem solchen Jugend- bis Kindheitswahn nicht klarkommen und zweiteres...naja, ich halte es zumindest für möglich, dass so etwas falsche Begehrlichkeiten weckt...es gibt jedenfalls genug Gründe, warum so etwas verboten sein sollte. Weltweit.

    • Morbox
    • 14. Februar 2012 17:56 Uhr

    Allerdings muss ich anmerken, dass ich es noch perverser finde, wenn Jugendliche und sogar Kinder in Mode und Werbung als Idealvorstellung oder gar als begehrenswert dargestellt werden. Ersteres zerstört Jugendliche und Erwachsene, die mit einem solchen Jugend- bis Kindheitswahn nicht klarkommen und zweiteres...naja, ich halte es zumindest für möglich, dass so etwas falsche Begehrlichkeiten weckt...es gibt jedenfalls genug Gründe, warum so etwas verboten sein sollte. Weltweit.

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    Antwort auf "Bin ich der einzige"
  2. Minderjährige Hungerhaken auf dem Laufsteg.

    Wenig kognitiv beschenkt wer da mitmacht. Naja, es wird immer Jugendliche geben die da mitmachen. Wenn ich mir diese Massen an jungen Menschen ansehe, die bei den "Castingshows" sich zm Affen machen und erniedrigen lassen um dann später mit total alltagsuntauglichen Klamotten von Pseudokünstlern und "Heiligen ihrer Zunft" rumdackeln als ob sie dringend auf Klo müssten, dann zweifel ich an der Entwicklung der Menschheit. Klingt drastisch und auch überzogen, aber das ähnelt meiner Meinung nach einer Sklavenschau aus dem 19 Jahrhundert. Ich sehe nur wenig unterschiede.

    Das sie nicht erkennen, das sie wie Zitronen ausgepresst und weggeworfen werden, merken die wenigsten. Traurig. Jetzt machen auch Minderjährige mit in diesem Jugend und Magerwahn. Überall : Auf dem Arbeitsmarkt und in keinem Modemagazin oder Plakat sieht man eine einzige nicht-gephotoshoppte Frau/Mann.

    Traurig. Sehr Traurig, aber solange es "Follower" gibt, läuft das Hamsterrad.

  3. schlankheitswahn, zitronenpresse sowie jegliche form von gewalt und zwang sind pervers und leider gesellschaftlich tief verankert.
    hingegen halte ich - ein mädchen als nicht begehrenswert zu nennen, weil es per gesetz 2 jahre zu jung ist - für kurzsichtig und weltfremd.
    es ist so einfach die gängige meinung zu vertreten - ich wünschte mir mehr mut und ehrlichkeit von meinen mitmenschen.

  4. Es war schon immer so, dass Models ihre Karriere in jungen Jahren begonnen haben: Carmen Dell’Orefice wurde als 13 Jährige entdeckt; 1947, mit 15, war sie dann auf dem Cover der Vogue.
    Brooke Shields war 14, als sie 1980 das Gesicht für Calvin Klein denim wurde.
    Kate Moss, Patti Hansen, Niki Taylor, Tyra Banks, Kimora Lee Simmons, Bridget Hall, Gisele Bündchen, Karolina Kurkova, Linda Evangelista, Christy Turlington: das sind nur ein paar der bekannteren Models, die im Alter von 13, 14 oder 15 ihre Karriere begonnen haben.
    Und natürlich geht das heute so weiter.

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    Uma Thurman ebenfalls mit 15 als Model ihren Lebensunterhalt weitestgehend finanziert und besuchte eine Schauspielschule, mit 17 die erste Filmrolle und weiter als Model.

    Jodie Foster quasi von klein auf.

    Kate Moss war 14, als sie entdeckt und Profi wurde.

    Das ist die Normalität seit es im 20. Jhd Models gab. In früheren Zeiten dürfte es ähnlich gewesen sein, weil man meist ab 14 in einigen Ländern sogar ab 12 als arbeitsfähig galt, ohne dass das unter Kinderarbeit gefallen wäre.

    • keibe
    • 14. Februar 2012 19:17 Uhr

    "Das Jugendarbeitsschutzgesetz steckt die Grenzen bei der Kinderarbeit. Grundsätzlich gilt: Wer noch zur Schule gehen muss, darf nicht jobben. Für Kinder ab 13 Jahren öffnet der Gesetzgeber die Arbeitswelt zumindest ein wenig. Sie passen auf das Baby der Nachbarn auf, geben dem Sohn von Tante Trude Nachhilfe oder kaufen für Oma Meier aus dem Erdgeschoss ein. Sie ziehen die Linien auf dem Fußballplatz nach, verteilen Flugzettel für Parteien oder rupfen das Unkraut vom Acker des Bauern Paschulke."

    http://www.spiegel.de/uni...

    Nun bleibt die Zeit nicht stehen, so dass die heutige, aktuelle Fassung aufgehübscht lauten müsste:

    "Das Jugendarbeitsschutzgesetz steckt die Grenzen bei der Kinderarbeit. Grundsätzlich gilt: Wer noch zur Schule gehen muss, darf nicht jobben. Für Kinder ab 13 Jahren öffnet der Gesetzgeber die Arbeitswelt zumindest ein wenig. Sie passen auf das Baby der Nachbarn auf, geben dem Sohn von Tante Trude Nachhilfe oder kaufen für Oma Meier aus dem Erdgeschoss ein. Sie ziehen die Linien auf dem Fußballplatz nach, verteilen Flugzettel für Parteien, rupfen das Unkraut vom Acker des Bauern Paschulke" oder verdingen sich als Kunstfiguren in der Werbebranche, um die Wünsche von dem Jugendwahn verfallenen Mitbürger(innen)n erst zu befeuern und dann in klingende Einnahmen umzumünzen.

  5. fotografieren.

    Da wäre vermutlich schnell die Polizei da, zu Recht.

    Erotische Fotos gegen Geld, wie nannte man das noch?

    Und wo ist Ursula wenn man sie braucht?

    Und geschlechterpolitisch ist das Feld ja in breiter Öffentlichkeit auch noch nicht ausreichend beackert.

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