London Fashion Week: Auf alle Felle britisch
Die jungen Londoner Designer bedienen sich gekonnt am britischen Stilerbe. Die großen Modehäuser entdecken wieder den Pelz.
© Samir Hussein/Getty Images

Ein Model während einer Show von Louise Gray auf der London Fashion Week
Drei unverzichtbare Gewürze des Londoner Lebens heißen Spektakel, Selbstironie und Aristokratie. Das weiß auch Stella McCartney, die am Samstagabend nach Jahren zur britischen Modewoche zurückkehrte. McCartney ließ das Orchester des Ronnie Scott’s Jazzclub aufspielen, der holländische Zauberer Hans Klok zersägte die Mode-Muse Alexa Chung, und als Höhepunkt tanzten die Supermodels Amber Valletta und Shalom Harlow in McCartney-Abendkleidern durch den Saal. Presse und anderes Fußvolk blickten währenddessen Kate Moss, Rihanna, Dionne Bromfield, Bianca Jagger und dem Modefotografen Juergen Teller von oben auf dieselben. Die Show wurde euphorisch gefeiert.
London scheint im Olympia-Jahr auch für Modemacher eine noch attraktivere Plattform zu sein als sonst. Mit 84 Terminen in sechs Tagen hat die Modewoche eine ungekannte Dichte. Und gleich eine Reihe britischer Modehäuser kehren für diese Saison zurück: Außer Stella McCartney sind Alexander McQueen, Hussein Chalayan und die Jackendesigner von Belstaff dabei. Dass Chalayan und McQueen hier wie McCartney keineswegs die Hauptlinie, sondern jeweils preisgünstigere Zweitlinien vorstellen – geschenkt. Hauptsache, das von sozialen Spannungen gebeutelte und vom Rest Europas ob seiner Finanztürme kritisch beäugte London hat mal wieder Grund, stolz auf sich zu sein.
Und was könnte sich dafür besser eignen als talentierter Nachwuchs? Der war in London stets reichlich vorhanden, und dank einer Vielzahl von Förderungen bleibt er endlich auch. So wie Thomas Tait, ein langer, blasser Kanadier, der sich direkt nach seinem Abschluss am Central Saint Martins College unter eigenem Namen selbstständig gemacht hat. Tait lockte seine Gäste weit weg vom Somerset House in den Osten der Stadt. Backsteingarage, ein Laufsteg aus Moos und Earl Grey statt Champagner: Der Aufbau entsprach dem Ort im Grenzgebiet zwischen Finanzdistrikt und dem ehemaligen Arbeiterquartier Shoreditch.
Auch Taits Mode folgte dem Grenzgang. Das Gelb der Lederhosen kennen Londoner von den allgegenwärtigen Cleaning-in-Progress-Warnschildern, aus weichem braunen Wildleder macht er kantige Jeansjacken. Obwohl Tait kein Brite ist, bedient er sich am Stilfundus seiner Wahlheimat. Darin hat er nicht nur Arbeiterklamotten, sondern auch die Twiggy-Stiefelletten von Mary Quant und einen moosgrünen Samt gefunden, aus dem er die schönste Reiterhose der Modewoche macht.
Gleichzeitig erinnern Taits reduzierte Formen an junge deutsche Modemacher wie Perret Schaad und Michael Sontag. Was in Berlin als clean chic bezeichnet wird, entdecken die Londoner als slow fashion – Mode, die weniger Trends angeben als Stil zeigen will. Auch Richard Nicoll, J.W. Anderson, Sophie Hulme und die schon etablierte, aber deswegen nicht weniger sehenswerte Nicole Fahri hielten ihre Winterkollektion in geraden Bahnen.








viele Pelze, vielfach Kleinteilig nicht wie früher bei den Fendi-Schauen, wo es geradezu teppichgleiche Prinzessinnenmäntel zu sehen gab.
Und die Kundschaft kauft und trägt es.
In den vergangenen Jahren mußte man immer dazu sagen, dass es Vintage sei oder eingefärbtes Irgendwas, das unproblematischer klang als "Nerz". Das ist aber vorbei und spätestens seit die meisten "Lieber nackt als Pelz"-Modelle einige Zeit nach den Fototerminen für die Bilder wieder im Pelz zu sehen waren, ist es unsinnig, sich auf PETA zu berufen.
Ich mag es und kenne kein Material, das ähnliche Trageeigenschaften oder Aussehen hat und verstehe, dass es nun wieder mehr zu sehen und zu kaufen ist.
Das ist keine Mode, das ist kein Stilerbe, das ist saisonal, wiederkehrende, groteske Verdummung ganzer Massen, ein Selbstverwirklichungstrip sogenannter Designer, welche die Gelddruckmaschine anwerfen. Manche nennen sie sogar Schöpfer.
Lächerlich das Ganze.
zum style-analphabetismus zu bekennen ist irgendwie überflüssig.
zum style-analphabetismus zu bekennen ist irgendwie überflüssig.
zum style-analphabetismus zu bekennen ist irgendwie überflüssig.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren