Billige KleidungNachfragen statt boykottieren

Mode aus Billig-Fabriken wird auch in Deutschland verkauft. Wie Kunden damit umgehen können, sagt Gisela Burckhardt von Femnet, Partner der Kampagne für Saubere Kleidung. von Antonia Schanze

Eine Kundin in einer H&M-Filiale

Eine Kundin in einer H&M-Filiale  |  © Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images

ZEIT ONLINE : Frau Burckhardt, am Wochenende sind bei einem Brand 120 Menschen in einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben gekommen . Wie kann ich als Verbraucher verhindern, dass Teile aus solchen Fabriken in meinem Kleiderschrank landen?

Gisela Burckhard t: Nachfragen! Sie müssen fragen, unter welchen Bedingungen die Ware hergestellt worden ist. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Produktionsland zu boykottieren, nach dem Motto: Wenn etwas aus Bangladesch oder China kommt, ist es schlecht. Entscheidend ist die Frage nach den Arbeitsbedingungen.

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Das Zweite wäre ein grundsätzlich kritischer Konsum. Wer einkaufen geht, sollte sich immer fragen: Muss ich das wirklich kaufen? Brauche ich noch ein weiteres T-Shirt? Oder ist mein Kleiderschrank nicht sowieso schon voll genug? Das eigene Kaufverhalten zu reflektieren, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Drittens gibt es inzwischen viele kleine Modemarken , die sich beispielsweise mit dem GOTS-Label , dem Global Organic Textile Standard, zertifizieren lassen. Das belegt, dass das Produkt zu mindestens 70 Prozent aus Bio-Rohstoffen hergestellt wurde. Dazu kommt ein Fair-Trade-Siegel, das bestimmte Arbeitsstandards garantiert. Man kann bei seinen Lieblingsmarken auch überprüfen, ob sie Mitglied bei der Fair Wear Foundation sind. Ein Hersteller sollte gewährleisten, dass sowohl ökologische als auch soziale Standards eingehalten werden.

ZEIT ONLINE : Es gibt für Mode kein einheitliches Siegel, das sowohl Umwelt- als auch Arbeitsstandards zusammenfasst?

Burckhardt : Leider nein, das gibt es noch nicht.

ZEIT ONLINE : Würde ein Boykott bestimmter Modefirmen weiterhelfen?

Burckhardt : Wir rufen im Normalfall nicht zum Boykott auf, damit die Näherinnen in Bangladesch nicht ihre Arbeit verlieren. Die Arbeit soll bleiben, aber die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden. Wenn ein Unternehmen allerdings absolut stur ist und gar nichts macht, dann muss man sich auch diese Option offenhalten.

ZEIT ONLINE : Wie viel mehr würde ein Kleidungsstück kosten, wenn in Ländern wie Bangladesch angemessene Löhne bezahlt würden?

Burckhardt : Nach einer aktuellen Berechnung von Ver.di würde der Verbraucher lediglich zwölf Cent mehr pro Kleidungsstück zahlen. Der Grundlohn in Bangladesch liegt momentan bei 30 bis 40 Euro im Monat. Würde man ihn verdoppeln, wäre das schon ganz gut. Wirklich existenzsichernd wäre aus unserer Sicht erst der dreifache Lohn.

Wege zum sauberen Textilimport

Direkteinkauf

Textilriesen kaufen Kleidung meist über Importeure. Die Dienstleister im Dunkeln knabbern zwar an den Margen – ihnen können sie aber bei Skandalen die Verantwortung aufladen. Wer das vermeiden will, muss die Lieferkette in Eigenregie kontrollieren.

Mehr Transparenz

Lieferanten in Ländern wie Bangladesch wickeln ihre Bestellungen oft über Partnerfirmen ab, die in bedeutend schlechterem Zustand sind als die Vorzeigefabriken. Wer seine Verantwortung ernst nimmt, muss in diese Subfabriken Kontrolleure schicken und Kunden deren Namen nennen können.

Lokale Präsenz

Echten Einblick in die Arbeitsbedingungen bekommen nur eigene Mitarbeiter der Modeunternehmen, die ständig vor Ort sind. Jedes Label sollte daher ein Team aus entsandten und lokalen Einkäufern, Beratern und Kontrolleuren im Lieferland aufbauen.

Lobbying vor Ort

Beratung für Lieferanten

Der Glücksfall ist die Arbeit mit Lieferanten, die ihren Hauptkunden als Partner verstehen – und sich mit dessen Hilfe weiterentwickeln wollen. Das erfordert Vertrauen auf beiden Seiten und viel Zeit. Hilft ein Modekonzern seinen Lieferanten, die Produktivität zu verbessern, steigt auch dessen Bereitschaft zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Lobbying vor Ort

Labels wie H & M, C & A, Kik oder Tommy Hilfiger importieren solchen Mengen aus Bangladesch, dass sie über gewaltigen Einfluss verfügen – theoretisch. Praktisch arbeitet jeder für sich, statt gemeinsam am runden Tisch mit der Regierung nach besseren Gesetzen zu verlangen. Auch politischer Druck ist rar, obwohl gerade Deutschland in Entwicklungsländern viel Respekt genießt.

ZEIT ONLINE : Was kann ich mit meiner Stimme tun?

Burckhardt : Wir empfehlen, an Händler wie beispielsweise Kik eine Protestmail zu schicken. Auf der Website der Kampagne für Saubere Kleidung gibt es ein fertiges Formular, das man nur noch unterschreiben muss. Das haben wir nach einem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik zur Verfügung gestellt. Es ist wichtig zu signalisieren, dass ein Bewusstsein da ist für die Umstände unter denen produziert wird. Jeder kann die Unternehmen auffordern, tätig zu werden.

ZEIT ONLINE : Müssten nicht auch staatliche Stellen die Kunden davor bewahren, unter schlechten Bedingungen hergestellte Mode zu kaufen? Was tut beispielsweise der Verbraucherschutz?

Burckhardt : Viel zu wenig! Die Bundesregierung tut aus unserer Sicht gar nichts, wofür wir sie scharf kritisieren. Wir fordern beispielsweise Ursula von der Leyen schon länger auf, mehr Transparenz herzustellen. Unternehmen sollten verpflichtet werden, einmal im Jahr über die Auswirkungen ihrer Geschäfte auf Mensch und Umwelt zu berichten.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 26. November 2012 19:02 Uhr

    Das halte ich für naiv, denn der Kik Kunde hat entweder keine andere Wahl als billgst zu kaufen, oder es interessiert ihn/sie nicht, sonst würde er diesen Landen sowieso meiden.
    Wer wert darauf legt wo seine Kleidung herkommt kauft meistens eh mit GOTS oder Fair Trade Lable.
    Viel wichtiger wäre es das diese Lable mehr in die Öffentlichkeit zu tragen und wofür sie stehen.

    2 Leserempfehlungen
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    soll mal wieder die Welt retten?
    Das Waren so billig wie möglich produziert werden ist doch eine Binse und so alt wie der Kapitalismus selbst! Es geht um Profitmaximierung und nicht um Bekleidung! Da wird jedes Marktsegment besetzt: outdoor für den Stadt-Pfadfinder, Öko für die Mütter vom Prenzelberg, billich für die schmale Börse, teuer mit irgendwelchem Markenschnickschnack für die Poser...
    Aber nicht der Kunde bestimmt, wie in Bangladesh produziert wird. Er will Kleidung! Und er ist vorwitzig genug, auch noch essen und schlafen zu wollen und daher gezwungen sein Geld irgendwie aufzuteilen. Darüber hinaus gibt es jenseits unseres Tellerrands noch genügend potentiell zu Bekleidende, die mangels zahlungskräftiger Nachfrage gleich ganz hinten runterfallen...
    Der Anspruch, das Lebensmittel nicht vergiftet ist, das Kleidung keinen Ausschlag verursacht, Gewässer verschmutzt, Näherinnen verschleißt ist offenbar zu hoch im real existierenden Kapitalismus, der diese Kategorien eben einfach nicht auf dem Schirm hat! Es geht nicht um Bedürfnisse, sondern um Profit, und daran ändet auch ein Öko oder Sozial-Label nichts!
    Ausgebeutet wird im übrigen nicht nur in Bangladesh, sondern überall, wo Arbeitskraft verkauft wird. Natürlich tut es hierzulande nicht so weh...und mit dem Flachbildschirm an der Wand läßt es sich wunderbar verdrängen.
    „Die Bourgeoisie hat durch die Ausbeutung des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet." Marx
    Nothing else!

  1. Warum nicht bei Trigema kaufen? Ach ja das wäre ja Nationalistisch ;-)

    "Nachfragen! Sie müssen fragen, unter welchen Bedingungen die Ware hergestellt worden ist." Wie lange wollen sie den Nachfragen? Die meisten VerkäuferInnen wissen doch gar nicht woher die Ware kommt.

    Eine Jeans die in Deutschland hergestellt werden würde, würde an die 800 € kosten. Die Frage ist halt wiedermal was ist uns Fair-Trade Wert?!?

    Es ist überhaupt beschämend das Ware von KIK, Taco und C&A als modisch gilt.

    4 Leserempfehlungen
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    http://www.cobajo.de/bekl...

    nachfragen? viel wird das nicht bringen. Die Verkäufer wissen doch selbst nichts!
    Allerdings stimmt es nicht daß Hosen 800 Euro kosten würden.

    Jeans von nudie werden in Italien hergestellt mit Bio-Baumwolle und kosten rund 100 €.
    Und das ist eine Lifestyle-Marke, wo man den Namen auch noch mit bezahlt.

    Und wie auch im Artikel beschrieben wird, könnte man sich auch in Ländern wie Bangladesch oder China faire Löhne zahlen, die existenzsichernd (im Sinne einer würdigen Existenz) sind und dennoch deutlich unter europäischem Niveau liegen.

    • smoker1
    • 27. November 2012 9:00 Uhr

    Haben Sie konkrete Nachweise für Ihre Kalkulation, daß eine in Deutschland hergestellte Jeans 800 Euro kosten würde ?

  2. Ich habe Stress mit meinem Vermieter. Auf Grund meines relativ geringen Einkommens muss ich mich selbst mit Mietrecht beschäftigen, da ich mir keinen Anwalt oder Mietverein leisten kann.

    Ich habe Stress mit meinem Nachbarn, der mir ständig die Auffahrt zupark. Selbstverständlich beschäftige ich mich mit Grundstücksrecht. Siehe oben.

    Meine Versicherung zahlt nicht, da es Zweifel an meiner Darstellung Sachverhaltes gibt. Natürlich ist mir Vresicherungsrecht nicht fremd. Auch hier helfe ich mir selbst.

    Dann gehe ich in ein Möbelgeschäft. Sehe einen Sessel, der mir gefällt. Richtig, ich werde jetzt natürlich fragen, ob dieser unter vernünftigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Da ich aber weiß, dass das nicht unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet wird(Auch VerkäuferInnen sind nicht die Hersteller und Einkäufer), werde ich natürlich recherchieren.

    Und dann muss ich natürlich auch noch zur Arbeit, meine Besuche bei der famielie machen, Freunde treffen, meine ehrenamtlichen Aufgaben erledigen, mich um Vertragsrecht kümmern, da gerade eine Auftragsbestätigung eines Auftrages einging, den ich nicht beauftragt hatte.

    Kann mir jemand sagen, was eigentlich die Aufgaben der Wettbewerbszentrale, der BAFin, des BAV, dem Verbraucherschutzministerium und den anderen Institutionen ist, die geschaffen wurden, um mich als Verbraucher zu schützen?

    31 Leserempfehlungen
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    Danke, ich bin also nicht allein mit dem Gefühl, überfordert zu sein, weil der eigentlich zur Aufsicht vorgesehene Staat einfach Alles an den Verbraucher deligiert.
    Ein weiteres Problem ist, dass Jeder seine Siegel basteln darf, wie er mag ("delphinfreundlicher Thunfischfang" etc.), wer blickt da noch durch?

    "Kann mir jemand sagen, was eigentlich die Aufgaben der Wettbewerbszentrale, der BAFin, des BAV, dem Verbraucherschutzministerium und den anderen Institutionen ist, die geschaffen wurden, um mich als Verbraucher zu schützen?"

    die schützen den verbraucher. nicht den produzenten.

    Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, dann meinen Sie also? dass wir in unserer westlichen Welt so beschäftigt sind, dass wir keine Zeit dafür haben uns um Andere zu kümmern.

    Ich stelle mir also gerade vor, wie ich dem 10 Jährigen Jungen in Afghanistan erkläre, dass er leider nicht zur Schule kann, weil ich so viel um die Ohren habe, dass ich keine Zeit habe mich darum zu kümmern ob er meine Klamotten näht. Würde ich meine Klamotten von einem Label kaufen, dass sich für vernünftige Arbeitsbedingungen einsetzt ist diesem Jungen zwar noch nicht geholfen. Langfristig unterstütze ich aber Firmen, die fair produzieren und solche Löhne zahlen, dass Arbeitnehmer iehre Familien ernähren können.
    Aber wir sind ja so beschäftigt uns um unser eigenes Recht zu kümmern, zu sehen das sich unserer eigener Wohlstand vermehrt und dass es in unserem eigenen Land immer schöner wird, dass wir keine Zeit haben uns darum zu kümmern ob unser Verhalten andere in den Ruin reist. wir sind so beschäftigt mit Facebook und Mail, dass wir vergessen, dass man das internet auch dazu verwenden könnte sich darüber zu informieren, wo man gut einkaufen kann..... jede Info ist nur einen Klick entfernt...aber diese natürlich nicht...

    Aber es tut gut alles auf die Politik zu schieben, obwohl man innerlich doch weiß, dass man mit seinem eigenen Verhalten etwas tun könnte, oder sich wenigstens an dem schmutzigen Geschäft nicht beteiligen muss....aber dieses Wissen kann man auch mit einem neuen Sessel übertönen

  3. Was ist der Preis unserer Demokratie?

    Egal ob im Gesundheitswesen, in der Tierhaltung, Rüstugns- oder auch in der Textilindustrie.

    Die Politik nutzt aus, dass der Durchschnitts-Konsument dumm ist und dass es ihn nicht schert.
    Warum gibt es keine Auflagen? Keine Kontrollen? Keine Strafen?

    12 Leserempfehlungen
  4. Wenn ich es mir genauer überlege, ist das doch alles eine riesige Blase.

    Ich will nicht anmaßend sein, aber Gedanken um Ökökleidung macht sich doch nur die Oberschicht, und davon wiederum nur ein geringer Teil.
    Dieser geringe Teil hat wahrscheinlich eher einen aufwendigen Lebensstil und damit sowieso einen fetten ökologischen Fußabdruck... klar, besser als nichts, aber in Summe nicht der Rede wert.
    Nur die Idealisten ziehen es konsequent durch, aber deren Zahl ist wohl verschwindend gering und damit auch die übergreifende Wirkung.

    Was nicht heißt, dass jeder drauf scheißen soll, im Gegenteil. Ich gebe mir selbst viel Mühe. Aber unter dem Strich, kommt da was dabei rum?

    Verändern lässt sich nur etwas durch die Politik und die schläft, wenn es um außereuropäische Menschenrechte geht. Bei Tierrechten sowieso.

    7 Leserempfehlungen
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    Ökokleidung trage ich schon aus Rücksicht auf meine eigene Gesundheit und auf meinen Geldbeutel: Strapaziere ich meine Haut nicht mit Formaldehyd oder anderen oder mehreren Giften, brauche ich keine Medikamente; aber vor allem: Meine eigene Lebensqualität geht mir vor. - Kaufe ich mir Qualitätsschuhe, laufe ich bequem; der Schuh hält jahrelang und ist damit billiger als mehrere Paare in derselben Zeit aus Billigproduktionen - und: Ich erspare mir Negativeinflüsse auf die Reflexzonen an den Fußsohlen mit der Auswirkung auf den Gesamtkörper. - Daß Billigeinkauf für den eigenen Geldbeutel (und die eigene Gesundheit) teuer ist, war schon Lebenserfahrung meiner Großeltern, die mit jedem Pfennig rechnen mußten. -

    • em-y
    • 27. November 2012 3:20 Uhr

    Ich schaue schon auf Umweltverträglichkeit, fair trade und Qualität bei allem, dass ich kaufe. Allein schon wegen eigener Gesundheit und, wie meine Mutter zu sagen pflegt: ich bin nicht reich genug, um billig einzukaufen. Mein Motto: Kauf das beste, dass du dir leisten kannst. Qualität hält. Ich habe vor genau 32 Jahren einige Kleidungsstücke von einer Großtante bekommen, second hand, aus den 60ern stammend. Sind immer noch da, werden getragen. Sicher, das eine oder andere muss ab und zu nachgekauft werden, aber man muss nicht übertreiben.

    Ich lebe in Australien, in einem Haus, das nur halb so groß ist wie die üblichen 225-250 Quadratmeter. Ich kenne Menschen, die bei 2 Personen 42 KW Elektrizität pro Tag verbrauchen, bei uns (2) sind's durchschnittlich 5. Gegessen wird, was der Garten hergibt, ansonsten organisch, und wenn es kein organisch gibt, dann lokal. Niemals verarbeitete Lebensmittel, alles wird auf gut Englisch 'from scratch' zu Hause gemacht. Vom Supermarkt holen wir Klopapier, weißen Essig zum putzen und ähnliches, aber keine Lebensmittel.

    Aufwendiger Lebensstil? Da mögen Sie recht haben (obwohl Sie das wohl anders meinten). Großer ökologischer Fußabdruck? Wohl kaum. Und wie gesagt - untere Mittelklasse mit ziemlich beschränkten finanziellen Mitteln und knapper Zeit. Aber ich halte mich fuer gebildet, belesen, vielseitig interessiert und mit sozialem Bewusstsein ausgestattet und - wohl das wichtigste - die Welt geht mir nicht am A.... vorbei. I give a damn.

    • Waage26
    • 26. November 2012 19:54 Uhr

    Einige Leser- und Expertenmeinungen gehen davon aus, dass diese Arbeitsbedingungen nur durch "Billiganbietern" verursacht werden. Das glaube ich nicht! Bei Adi... und Pu... kommt mit Sicherheit genauso wenig Geld dort an (das landet eher im Marketing). Im Gegenteil: Deren Marktmacht ist noch größer und dürfte in den Billiglohnländern eher zu noch höherem Druck führen (siehe auch Apple und Konsorten bei Elektronik). Wichtig sind tatsächlich verlässliche Qualitätssiegel, deren Kriterien regelmäßig vor Ort nachgeprüft werden.

    8 Leserempfehlungen
  5. weil ich dann ein fast reines Gewissen habe - zudem kommen die Fussel nicht annähernd in die Nähe der gestrigen Fasern...
    Den Rest regelt die immer wieder kehrende Mode -

    2 Leserempfehlungen
  6. Oh ja, toll. Wir sollen also "korrekt" konsumieren. Hat sich mal Jemand die Frage gestellt, wie sich das normal bis unterdurchschnittliche Arbeitnehmer leisten sollen? Ich kaufe selbst bei H&M nur selten ein, da auch das mein Portemonnaie schon genug belastet.

    Ja, ich würde auch gern anders. Kann ich aber, wie wohl viele Mitmenschen, schon finanziell nicht. Und ich lasse mir da auch kein schlechtes Gewissen einreden. Gebt den Leuten mehr Geld, dann können die sich den ganzen Bio/Öko/FairTraide-Kram auch leisten.

    8 Leserempfehlungen
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    Spricht etwas gegen bezahlbares Second-hand?

    • em-y
    • 27. November 2012 3:32 Uhr

    Aber ich treffe immer wieder welche, die mir erzählen, wie organisch, lokal, saisonal, fair trade, ökologisch für sie nicht machbar wären, weil zu teuer. Das neueste iPhone und mehrere hundert Dollar Gebuehren im Monat, neue Billigkleidung jede Saison, Fish & Chips, pizza oder anderer 'Take away' junk food zum Abend mehrmals die Woche, ein halber Einkaufswagen voller soft drinks, ein dicker SUV mit monströsem Spritverbrauch und zig KW Stromverbrauch pro Tag sind aber machbar.

    Wie gesagt, Armut gibt es, oft aber ist das Einkaufsverhalten wirklich nur eine Frage der Prioritäten und der Einstellung.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesregierung | Ursula von der Leyen | Ver.di | Bangladesch | Brand | Fabrik
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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