Talking Fashion"Wir gehen bis an die Grenze von Schwarz"

Annelie Augustin und Odély Teboul betreiben das Couture-Label Augustin Teboul. Im Berliner Atelier verraten die beiden Modemacherinnen, warum Handarbeit immer noch zählt. von 

Die Jacke eines peruanischen Toreros. Das Strickkleid einer griechischen Ballerina. Absurde Idee? Genau. Die Mode von Augustin Teboul entspringt aus dem Absurden, dem Surrealen, den Träumen der Designerinnen Annelie Augustin und Odély Teboul. Jacke und Kleid werden am Mittwoch auf der Berliner Modewoche gezeigt werden. In schwarzem Leder und aus schwarzem Tüll, bestickt mit dunkel funkelnden Swarovski-Steinen.

Somewhen heißt die Herbstkollektion des Duos und ist das Ergebnis des Nachdenkens über eine Reise, ohne genauen Plan und ohne Ziel. Selbst haben die 29-jährige Augustin und ihre zwei Jahre jüngere Partnerin kaum Zeit für solche Reisen. Nur in Paris und Mailand sind sie oft, um ihre Mode dort während der Fashion Week interessierten Einkäufern zu zeigen oder für Ausstellungen ihres fragilen Kunsthandwerks, wie kürzlich in der Pariser Galerie Joyce. Danach steht schon die nächste Kollektion an. 

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Vor drei Jahren kamen Augustin und Teboul nach Berlin, um eine Marke zu gründen, in der sie ausleben können, was sie an Mode fasziniert. "Wir waren damals beide enttäuscht von der Modeindustrie. Wir wollten zwar Kleider machen, aber das Handwerk sollte dabei weiterbestehen", sagt Augustin im Video-Interview. Also häkelten und strickten sie sich ihre eigenen Stoffe und bestickten hochwertiges Leder und Seide für ihre erste Kollektion Cadavre Exquis, die aus dem gleichnamigen Spiel der Surrealisten entsprang. Schon die nächste Kollektion von handgefertigten, stets tiefschwarzen Kleidern, Tops und Lederjacken zeigten Augustin Teboul bei der Berliner Modewoche. Seither ist die Aufmerksamkeit von Stylisten, Popstars wie Beth Ditto und internationalen Modeheften ungebrochen.

Auch der Verkauf läuft gut und dank des letzten in einer Reihe hoch dotierter Designpreise konnten die beiden Frauen mit ihren Mitarbeitern kurz vor der Berliner Fashion Week endlich in ein größeres Atelier umziehen. "Mit einer eigenen Firma gibt es ständig so viel zu organisieren. In Zukunft wollen wir mehr Zeit für unsere Ideen, für die Recherche und die Entwürfe haben", sagt Odély Teboul. Werden die Sachen auch dann noch schwarz sein? "Auf jeden Fall. Wir wollen die Grenzen von Schwarz voll ausreizen."

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Leserkommentare
    • cmim
    • 17. Januar 2013 18:02 Uhr
    1. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Reise | Mode | Popstar | Torero | Ausstellung | Galerie
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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