Leder-Blouson von Kenneth Cole, Herbst 2013 © Imax Tree

Lassen Sie sich nicht vom schwarzen Krokodil beißen! Die Jacke, die Kenneth Cole in seiner Luxuslinie am Donnerstag in New York präsentierte, ist ein Klassiker der Sportswear.

Das College-Blouson trägt zwar etwas Frankreich im Namen, stammt aber vom amerikanischen Lumberjack Jacket ab, einer hoch gerafften Jacke, die der breiten Brust baumstarker Holzfäller viel Platz bot. Heute kehrt der Pionier meist rot-schwarz-kariert zurück und hat einen schnuckeligen Lammfellkragen. Aus dem Wald wanderte der Blouson jedenfalls erst auf den Exerzierplatz der US-Armee und von dort – inzwischen mit Reißverschluss statt Knopfleiste – etwa 1930 auf den Campus amerikanischer Elite-Colleges. Wo bald auch die Studentinnen Sportlich-Hochgeschlossenes für sich entdeckten. Wenig später entwickelte der Blouson eine Sonderform und wurde zum Letterman Jacket. Darauf verewigen amerikanische Studenten die Initialen ihrer Uni, die Pokale ihres Baseball- oder Cheerleaderteams und andere besondere Leistungen wie beispielsweise Trikotnummern.

Warum Kenneth Cole und viele andere Designer uns nun Dekaden später die Luxus-Versionen des College-Blousons präsentieren? Im Jahr 2010 erschien eine Neuauflage des japanischen, jawohl, japanischen Modefotografiebands Take Ivy von 1964. Laut New York Times ist das jahrelang vergriffene und von Modebegeisterten in staubigen Copy-Shops vervielfältigte Buch das "center of a passionate cult".

Seine Anhänger schätzen all things preppy, also hochgeknöpfte Baumwollhemden, Chinos, Karos, Loafer, Marinepullover und Shorts mit Bügelfalte. Verschossene Kleidung, die auch Sechzigjährigen noch jugendlichen Charme verleiht. Seit der Wiederentdeckung dieses Stils ist die Campus-Kleidung der Ivy-League-Studenten mehr denn je ein Steinbruch für Modemacher in aller Welt.