Wieso Herbst?

An diesem Donnerstag beginnen die Prêt-à-Porter-Schauen für die kommende Herbst- und Wintersaison. Nämlich: Dieser lange Vorlauf muss sein, damit zwischen der Präsentation einer neuen Kollektion und der Ankunft der einzelnen Teile in den Boutiquen genug Zeit für Bestellungen, Änderungen, Produktion und Lieferung bleibt. Auch wenn jetzt erstmal das Frühjahr kommt.

Was wird wann gezeigt?

7. – 14. Februar: New York Fashion Week
15. – 20. Februar: London Fashion Week
21. – 26. Februar: Mailand Moda Donna
27. Februar – 6. März: Prêt-à-Porter Paris 

Den Auftakt macht die Fashion Week in New York. Dort zeigt Michelle Obamas Liebling Jason Wu seine Kollektion neben Sportswear-Urgesteinen wie Tommy Hilfiger und Ralph Lauren. Marc Jacobs und The Row, das Label von Amerikas amtierenden besten Womenswear-Designerinnen Mary-Kate und Ashley Olsen, verkörpern wohl am besten, was die Stadt modisch zu bieten hat: Design und Verkäuflichkeit.

Ein Problem des vollen Terminkalenders: Es gibt insgesamt zu viele Schauen. Allein im Kalender der New Yorker Fashion Week tauchen 283 Labels auf. Laut Wall Street Journal weichen deswegen mehr und mehr etablierte Designer auf andere Standorte aus oder veranstalten statt einer Laufstegschau für Hunderttausende Dollar eine eher private Präsentation für handverlesene Gäste. In London, Mailand und Paris kuratiert zwar der jeweilige Branchenverband die offizielle Modewoche und trifft eine Vorauswahl, an der sich Einkäufer, Journalisten und Blogger orientieren können. Aber auch dort wächst die Zahl der Marken ständig, und es gibt noch Dutzende Nebenschauplätze.

Wo gibt es was zu sehen?

Die Zeiten sind vorbei, in denen die Modeschöpfer ihre Modelle an einer kleinen Gruppe von Fachleuten vorbei defilieren ließen, die ausschließlich beschreiben und skizzieren durften. Um der Konkurrenz das Kopieren zu erschweren, verbietet nur noch Tom Ford alles, womit man fotografieren kann (siehe: Worauf freut sich die Branche?). Die Modewochen sind semi-öffentliche Designfestspiele, die von allen in der Branche genutzt werden: Modemacher, Magazine und Models, Boutiquen, Blogs, Fotografen, DJs und PR-Profis wetteifern um den besten Auftritt. So kann der interessierte Beobachter zwar nicht selbst in der ersten Reihe sitzen, aber via Twitter, Modeblogs, Livestreams und den Ruck-Zuck-Rezensionen von Style.com alles im Netz verfolgen.

Die Laufsteg-Schauen im Livestream: New York, London, Mailand, Paris

Lesenswerte Websites und Modeblogs: On the runway, T Magazine, WSJ Magazine, The Cut, Stylebubble, Bryanboy, The Sartorialist, Facehunter, LesMads, Stylist's Beauty Blog

Wichtige Kritiker, Stylisten, Blogger und Modefotografen auf Twitter:

 
Die neuesten Twitter-Bilder von der New York Fashion Week:


Welche Schau dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Das Debüt des US-Amerikaners Alexander Wang für das urfranzösische Haus Balenciaga. Nach dem überraschenden Abschied seines Vorgängers Nicolas Ghesquière wird Wangs erste Kollektion mit Argwohn erwartet. Für die Modebranche ist das ungefähr so, als ob Joko und Klaas plötzlich die Daily Show moderierten.

Auch nicht uninteressant: Marc Jacobs für Louis Vuitton. Es könnte seine letzte Kollektion für die Franzosen sein. Das Luxuslabel verliert angeblich Umsatz.

Die fantasiereichen, perfekt ausgebildeten, jungen Designer aus und in London: Mary Katrantzou, Jonathan Saunders, J.W. Anderson, Peter Pilotto, Louise Gray, Lucas Nascimento …