Badehose mit Pool-Optik: Das Modell "Bulldog" von Orlebar Brown © Orlebar Brown

Im jüngsten Bond-Film Skyfall trug Daniel Craig hellblaue Badeshorts von Orlebar Brown. Seitdem ist das Label von Adam Brown, 47, das Must-Have an Londoner Swimmingpools und kalifornischen Stränden.

ZEIT ONLINE: Mr. Brown, vor sechs Jahren saßen Sie mit einigen Freunden am Swimmingpool und machten eine grausame Entdeckung…

Adam Brown: …nämlich, dass die Männer keinen Gedanken daran verschwendeten, in welchen Badehosen sie gut aussahen. Wir trafen uns zum 40. Geburtstag eines gemeinsamen Freundes. So ein Datum ist ein Zeitpunkt des Übergangs, man ist kein junger Mann mehr, sondern rückt ins mittlere Alter vor. Wir fühlen uns nicht mehr so selbstsicher wie mit 20 Jahren, wenn wir die Kleidung ablegen. Unsere Körper haben sich verändert. Als wir Lunch am Pool hatten, befragte ich deshalb einige Freunde heimlich, warum sie diese oder jene Hosen gekauft hatten.

ZEIT ONLINE: Was war das Ergebnis Ihrer Recherche?

Adam Brown © Orlebar Brown

Brown: Sie konnten mir keinen Grund nennen oder eine Marke, die sie gut fanden. Die Hosen kauften sie, wo immer sie gerade waren – sei es in der Prada-Boutique oder schnell noch am Flughafen.

ZEIT ONLINE: Ging Ihnen das nicht ähnlich?

Brown: Ich kaufte Sundeck oder Vilebrequin, kurze Badeshorts, weil ich nie gern viel Stoff am Strand tragen wollte. Ich hasse nasse Kleidung. Das hat mit einem Erlebnis in meiner Kindheit zu tun.

ZEIT ONLINE: Was war damals passiert?

Brown: Wir lebten in Winchester, eine Stunde nördlich von London. Ich war vielleicht sieben, fuhr mit meinem Fahrrad in einen Fluss, meine Mutter war darüber so wütend, dass sie mich zwang, mit den nassen Klamotten zurück in die Stadt zu laufen. Als ich durch die Straßen ging, war ich so beschämt, dass ich nie wieder dieses Gefühl der Nässe am Körper spüren wollte. Bis heute will ich, dass meine Shorts so schnell wie möglich trocknen, wenn ich aus dem Wasser steige.

ZEIT ONLINE: Am Pool kam Ihnen plötzlich die Idee: Ich entwerfe Badehosen?

Brown: Ich bin der Meinung, dass Sie dann besser aussehen als mit Gummizug-Boardshorts. Da flattert der Stoff  bis zu den Knien hinunter. Ich bin weder Surfer noch Skater, aus deren Kultur diese Hosen stammen, warum soll ich mich am Strand verkleiden?

ZEIT ONLINE: Manche Männer fühlen sich in kurzen Badehosen unwohl.

Brown: Ich möchte auch nicht, dass Fett über den elastischen Gummizug herausquillt. Und ich habe welches am Rücken. Mit einem leichten Zug, der nicht alles herauspresst, sieht man das nicht. Und ich behalte meine Würde, wenn ich am Pool meine Kleidung ausziehe.

ZEIT ONLINE: Fühlen Sie sich sicherer?

Brown: Natürlich. Ein Mann, egal, ob er dick oder dünn ist, einen großen oder einen kleinen Hintern hat, wird bei einem Maßschneider auch immer einen besser sitzenden Anzug finden als von der Stange. Das ist derselbe Gedanke hinter einer Badehose von Orlebar Brown.

ZEIT ONLINE: Sie bieten in Ihren zwei Geschäften in London maßgeschneiderte Hosen an?

Brown: Nein, wir haben einen tailored approach, aber wir sind keine Maßschneider für Badehosen. Wir bieten einen Änderungsservice an, auf Wunsch fertigen wir Extragrößen an, die Zwischengrößen, die es im Geschäft nicht gibt. Oder wir bieten an, dass ein Kunde sein Modell zusammenstellen kann – aus zehn verschiedenen Farben für die Hose und acht verschiedenen für den Seitenverschluss.