Liebeskolumne Die Macht der Frauen und die Angst der Männer

In seiner letzten Kolumne hat der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer Verständnis für die Entscheidung einer Frau geäußert, die gegen den Willen ihres Mannes schwanger wurde. Hier bezieht er Stellung zu den kritischen Stimmen der ZEIT-ONLINE-Community.

Darf sie einfach die Pille "vergessen"?

Darf sie einfach die Pille "vergessen"?

Zu meiner letzten Kolumne kamen Lesermails und Kommentare, die mich nachdenklich stimmten. In meinem Kommentar zu der Fallgeschichte (die Erfahrungen mit mehreren solchen Fällen aus meiner Praxis verdichtet) hatte ich das Verhalten einer Frau, die gegen den Willen ihres Mannes schwanger wird, nicht für gut befunden, aber für verständlich. Ich hatte es nicht aus der Haltung heraus diskutiert, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich hatte versucht, mich in die Wege solcher Frauen einzufühlen, etwa nach dem Bild, dass auch ein krummer Ast Früchte tragen kann.

Die empörte Reaktion ließ mich über meine Rolle nachdenken. Ich bin weder Prophet noch Moralist, sondern Analytiker und Therapeut, ein Experte für Bedingungen seelischer Gesundheit. Hatte ich diesen Männern Unrecht getan? War mein Beispiel tendenziös? Jetzt fielen mir Geschichten ein, die mir ebenfalls in meiner Praxis erzählt worden waren, von Männern, die sich nach einem One-Night-Stand mit Vaterschaftsansprüchen plagen oder erfahren, dass die Gelegenheitsbekanntschaft, welche behauptet hatte, die Pille zu nehmen, lesbisch ist und gerne ein Kind mit ihrer Freundin aufziehen möchte. Dennoch fiel es mir schwer, mich in diese Gefühle radikaler Entwertung hineinzuversetzen.

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In der langen Geschichte menschlicher Liebesbeziehungen ist das Kapitel einer sicheren Verhütung von Schwangerschaften relativ kurz. Ehe es aufgeschlagen wurde, musste jeder Mann, der mit einer Frau im gebärfähigen Alter Verkehr hatte, mit einer Schwangerschaft rechnen. Die häufigste Verhütungsmethode war der rechtzeitige Rückzug; der Coitus interruptus. Wurde die Frau schwanger, musste der Mann den Vorwurf ertragen, dass er nicht "aufgepasst" habe.

Die meisten Paare werden sich einig darüber, ob sie Kinder wollen oder nicht. Sie sprechen darüber; die Entscheidung ergibt sich zwanglos aus den Gesprächen, wer verhütet und was geschehen soll, wenn es mit der Verhütung nicht klappt. Beides hängt damit zusammen, wie jeder für sich und beide zusammen über ihre Zukunft denken. Kinder zu haben ist für viele Männer und vielleicht noch mehr Frauen ein existenzielles Bedürfnis und gleichzeitig eine Quelle von Versagensängsten. Es gibt dann den Kompromiss, die Schwangerschaft aufzuschieben.

Leser-Kommentare
    • LH
    • 03.03.2010 um 11:28 Uhr

    Ihre Argumentation ist mir völlig unverständlich. Das Problem ist der Vertrauensbruch. Beide Partner waren sich einig zu verhüten. Wenn Annemarie gesagt hätte, sie setze jetzt die Pille ab, dann ist das eine Entscheidung die absolut zu respektieren ist. Man kann (und muss manchmal) so eine Entscheidung revidieren. Aber nichts zu sagen und Klaus "in die Falle" laufen zu lassen ist ein Betrug aus reiner Selbstsucht. Mit sowas zerstört man die Liebe, auch wenn Klaus das Kind seinen biologischen Instinkten folgend annimmt.
    Ihr Ende ist sehr beschönigend. Glauben Sie denn auch es sei eine liebevolle Lüge die Treue zu versprechen, fremd zu gehen und es zu verschweigen? Das halte ich nach wie vor für den kleineren Vertrauensbruch.

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    So einfach ist es leider nicht.

    Denn die Frage ist schon offen, wer den Vertrauensbruch begangen hat.
    In Beziehungen gibt es häufig Dominanz auf der einen Seite und Akzeptanz auf der anderen Seite. Die klassische Männerrolle sieht diese Dominanz beim Mann.
    Häufig wird diese Dominanz hinter Partnerschaftlichkeit versteckt, sowohl absichtlich als auch unabsichtlich, Unsicherheit und Schwäche auf der anderen Seite erzeugen dabei erheblichen Druck.
    Die mangelnde Wahrnehmung des anderen kann man deshalb auch als Vertrauensbruch verstehen, der wiederum den Vertrauensbruch der Partnerin nach sich zieht.
    Da es sich um Beziehungen handelt kommt man allein mit objektivierbaren Tatbeständen nicht weiter, sie können der Sache nicht gerecht werden.
    Die Annahme des einseitigen Vertrauensbruchs basiert auf der Vorstellung eine Handels, der der Partnerschaft zugrunde liegt. Das aber, so beweist die tägliche Realität, ist eine bevorzugt männliche Fehlannahme, die schon viele Scheidungen und Rosenkriege verursacht hat.

    H.

    • s.1
    • 04.03.2010 um 1:31 Uhr

    Herr Schmidbauer beschäftigt sich mit der vermeintlichen Psychologie seiner Kritiker, nicht mit dem Inhalt ihrer Kritik. Argumentum ad hominem - und das, obwohl er von diesen Menschen nicht mehr hat als ein paar dürre Kommentare auf einer Internetseite. Das sind Mutmaßungen (nehmen wir etwa den drittletzten Absatz, welcher obendrein im Konjunktiv beginnt und dann plötzlich im Indikativ endet). Soll dies Kontrolle über die für ihn offenbar unerwarteten Reaktionen herstellen, klassische Psychologen-Strategie?

    Nun denn, da wollen wir nicht nachstehen.

    Könnte die geschilderte Tatsache, dass die Identifikation mit dem einen Standpunkt so leicht, mit dem anderen hingegen so schwer fällt, eine Ursache vielleicht in der ureigenen familiären Konstellation des Autors und der dortigen Geschlechterverteilung haben?

    So einfach ist es leider nicht.

    Denn die Frage ist schon offen, wer den Vertrauensbruch begangen hat.
    In Beziehungen gibt es häufig Dominanz auf der einen Seite und Akzeptanz auf der anderen Seite. Die klassische Männerrolle sieht diese Dominanz beim Mann.
    Häufig wird diese Dominanz hinter Partnerschaftlichkeit versteckt, sowohl absichtlich als auch unabsichtlich, Unsicherheit und Schwäche auf der anderen Seite erzeugen dabei erheblichen Druck.
    Die mangelnde Wahrnehmung des anderen kann man deshalb auch als Vertrauensbruch verstehen, der wiederum den Vertrauensbruch der Partnerin nach sich zieht.
    Da es sich um Beziehungen handelt kommt man allein mit objektivierbaren Tatbeständen nicht weiter, sie können der Sache nicht gerecht werden.
    Die Annahme des einseitigen Vertrauensbruchs basiert auf der Vorstellung eine Handels, der der Partnerschaft zugrunde liegt. Das aber, so beweist die tägliche Realität, ist eine bevorzugt männliche Fehlannahme, die schon viele Scheidungen und Rosenkriege verursacht hat.

    H.

    • s.1
    • 04.03.2010 um 1:31 Uhr

    Herr Schmidbauer beschäftigt sich mit der vermeintlichen Psychologie seiner Kritiker, nicht mit dem Inhalt ihrer Kritik. Argumentum ad hominem - und das, obwohl er von diesen Menschen nicht mehr hat als ein paar dürre Kommentare auf einer Internetseite. Das sind Mutmaßungen (nehmen wir etwa den drittletzten Absatz, welcher obendrein im Konjunktiv beginnt und dann plötzlich im Indikativ endet). Soll dies Kontrolle über die für ihn offenbar unerwarteten Reaktionen herstellen, klassische Psychologen-Strategie?

    Nun denn, da wollen wir nicht nachstehen.

    Könnte die geschilderte Tatsache, dass die Identifikation mit dem einen Standpunkt so leicht, mit dem anderen hingegen so schwer fällt, eine Ursache vielleicht in der ureigenen familiären Konstellation des Autors und der dortigen Geschlechterverteilung haben?

  1. Aus meiner Sicht wird schon in dem Ausgangsfall die falsche Frage gestellt, nämlich die, wie denn die Frau mit ihrer Lüge leben kann. Vorzüglich, nehme ich an, sie hat ja ihr Ziel (vorerst)erreicht. Was aber ist mit dem misstrauisch gewordenen Ehemann? Er mag sich zwar zu einem begeisterten Vater entwickelt haben, fraglich ist aber, ob sich nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit, bei der es um Vertrauen geht, in seinem Hinterkopf der Zweifel meldet, ob er dies seiner Frau entgegen bringen kann.

    Das eigentliche Problem ist doch, dass die Frau die Beziehung für so fragil hielt, dass sie es nicht wagte, ihre Meinungsänderung zu artikulieren. Unter diesen Voraussetzungen: Viel Glück für die Zukunft!

  2. "nice try", wie der Engländer sagt. Bedauerlicherweise blenden Sie eine Frage konsequent aus - vielleicht deshalb, weil sie nicht Ihr Fachgebiet unmittelbar betrifft. Ich spreche natürlich von dem Unterschied in der rechtlichen Situation von Mann und Frau, der völlig unabhängig ist von der Frage, ob im Einzelfall die Paarbeziehung nun die "ungeplante" Schwangerschaft überlebt oder nicht. Und Sie sollten eigentlich auch aus Ihrer Praxis wissen, dass die "Entmachtung" der Männer, die hier stattfindet, ganz real ist und teilweise die Züge moderner Sklaverei trägt: Mir ist noch gut das Interview eines Familienrichters (vor einigen Jahren im STERN veröffentlicht) im Gedächtnis, der sagte, dass seine Kollegen keine Skrupel hätten, einen Mann bis zum Weißbluten zahlen zu lassen - aber nur, solange der Mann weniger verdient als ein Familienrichter (offenbar gibt es in deren Weltbild keine Menschen, die mehr verdienen als sie selbst). Diese ganze Debatte endet nur zu oft vor den blinden Augen Justitias, die das Unheil nicht sehen können (oder wollen), das sie da anrichten. Und DAS ist es, was die Männer hier zur Weißglut treibt: Diese Rücksichtslosigkeit, für die es in der modernen Welt (fast) keine Parallele gibt. Wundern Sie sich da wirklich über heftige Reaktionen auf Ihren Beitrag, der verdächtig nach moralischer Exkulpation der ohnehin begünstigten Partei riecht?
    Dieses Minenfeld taugt einfach nicht für Verallgemeinerungen und Kurzratschläge im Stil Ihrer Kolumne.

  3. Natürlich ist es eine Täuschung, wenn ich meinem Partner Tatsachen vorspiegele die nicht der Wahrheit entsprechen.
    Der Mann, der der Frau den Kinderwunsch verweigert, tritt hingegen offen an sie heran und legt die Karten auf den Tisch. Die Frau kann entscheiden ob sie mit diesem Mann eine Zukunft eingehen will, oder nicht. Mit unterwerfen hat das nichts zu tun. Der Verfasser pickt sich die Rosinen heraus.

    Der Verfasser vergleicht hier Äpel mit Birnen. Männer die Frauen zur Abtreibung zwingen stehen auf einem ganz anderem Papier. Allgemeingültige Argument wie dieses zieht der Verfasser heran um von der falschen Kernaussage abzulenken.
    Ein Mann der von vornherein offen an die Frau herantritt, ist nicht gleichzustellen mit einem Aggressor der eine Frau zu einer Abtreibung nötigt.

    In einer Partnerschaft legt man gemeinsame Ziele fest. Harmonieren existenzielle Ziele nicht miteinander dann macht eine Partnerschaft nicht viel Sinn. Das sollte auch ein Paartherapeut erkennen können.

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    @ThwDortmund
    Dem gibt es kaum etwas hinzuzufügen. Der Autor spielt hier Einzelfälle gegen Grundsätzliches, das Hätte-Wenn-und-Aber, das einen schlichten Betrug, ein Hintergehen, verständlicher machen, wenn nicht gar rechtfertigen soll, fällt immer entlastend für die Frau und belastend für den Mann aus.

    Es ist ganz einfach: Eine Frau, die ohne Wissen des Mannes und womöglich gegen seinen Willen (beide Fälle wären u.U. noch einmal zu unterscheiden) von ihm schwanger zu werden versucht, handelt höchst unmoralisch. Wie viel Verständnis wir auch immer aufzubringen vermögen, als wie positiv die Konsequenzen dieses Verrats am Ende herausstellen mögen - Unmoral bleibt Unmoral. Moralische Fragen sind grundsätzlich erst einmal unabhängig davon, wie viel "Verständnis" ich aufgrund der Umstände für ein Handeln aufbringen kann oder nicht. Derlei Erwägungen sind sekundär und taugen nicht dazu, ein solches Thema eben grundsätzlich anzugehen.

    Sie denken sehr linear in Ihrem Kommentar. Wie kann ein Mann etwas ablehnen, das er gar nicht kennt? Wie kann er ausschließen, ein Kind zu lieben, obwohl er sich nicht im geringsten vorstellen kann, wie schön ein Kind sein kann?
    Ich denke, dass 99% der Männer, die ein Kind ausschließen, die stolzesten Väter sind, wenn letzteres geboren ist und wenn sie es in den Händen halten.
    Das sollte man sich vielleicht einmal vergegenwärtigen, bevor man über "ich brauche Freiheit und ein Kind stört meine freie Entfaltung" labert. Ein Kind bietet vielmehr eine wahre Chance zur freien Entfaltung. Denn keine Freiheit ist größer als jene, sein Leben jemand anderem zu widmen. Auch wenn in den letzten 20 Jahren in der Öffentlichkeit so diskutiert wird, als ob wir alle nie alt würden, in 50 Jahren sind unsere Kinder das einzige, was von uns bleiben kann. Und das einzige, was unser Leben lebenswert macht ist es, dieses mit unseren Kindern teilen zu können. Nicht der langweilige Urlaub in der Hitze der Toscana, der sich jedes Jahr aufs gleiche wiederholt.

    @ThwDortmund
    Dem gibt es kaum etwas hinzuzufügen. Der Autor spielt hier Einzelfälle gegen Grundsätzliches, das Hätte-Wenn-und-Aber, das einen schlichten Betrug, ein Hintergehen, verständlicher machen, wenn nicht gar rechtfertigen soll, fällt immer entlastend für die Frau und belastend für den Mann aus.

    Es ist ganz einfach: Eine Frau, die ohne Wissen des Mannes und womöglich gegen seinen Willen (beide Fälle wären u.U. noch einmal zu unterscheiden) von ihm schwanger zu werden versucht, handelt höchst unmoralisch. Wie viel Verständnis wir auch immer aufzubringen vermögen, als wie positiv die Konsequenzen dieses Verrats am Ende herausstellen mögen - Unmoral bleibt Unmoral. Moralische Fragen sind grundsätzlich erst einmal unabhängig davon, wie viel "Verständnis" ich aufgrund der Umstände für ein Handeln aufbringen kann oder nicht. Derlei Erwägungen sind sekundär und taugen nicht dazu, ein solches Thema eben grundsätzlich anzugehen.

    Sie denken sehr linear in Ihrem Kommentar. Wie kann ein Mann etwas ablehnen, das er gar nicht kennt? Wie kann er ausschließen, ein Kind zu lieben, obwohl er sich nicht im geringsten vorstellen kann, wie schön ein Kind sein kann?
    Ich denke, dass 99% der Männer, die ein Kind ausschließen, die stolzesten Väter sind, wenn letzteres geboren ist und wenn sie es in den Händen halten.
    Das sollte man sich vielleicht einmal vergegenwärtigen, bevor man über "ich brauche Freiheit und ein Kind stört meine freie Entfaltung" labert. Ein Kind bietet vielmehr eine wahre Chance zur freien Entfaltung. Denn keine Freiheit ist größer als jene, sein Leben jemand anderem zu widmen. Auch wenn in den letzten 20 Jahren in der Öffentlichkeit so diskutiert wird, als ob wir alle nie alt würden, in 50 Jahren sind unsere Kinder das einzige, was von uns bleiben kann. Und das einzige, was unser Leben lebenswert macht ist es, dieses mit unseren Kindern teilen zu können. Nicht der langweilige Urlaub in der Hitze der Toscana, der sich jedes Jahr aufs gleiche wiederholt.

  4. Wenn sich ein Mann betrogen fühlt, weil seine Partnerin ein Kind bekommt, mit dem er nicht einverstanden war, tickt dieser aus meiner Sicht nicht ganz richtig.
    Was soll diese unendliche Egozentrik? Wofür lebt dieser Mann? Denkt er, dass sein Leben über 50 Jahre linear so weiterlaufen kann, wie mit 20 Jahren? Es ist für unsere Gesellschaft leider sehr typische, narzistische Denke, die sich sla "Freiheitsliebe" anbiedert.
    Im Grunde ist es aber etwas ganz anderes bei solchen Männern: Unendlicher, neurotischer Egoismus. Fehlende Bereitschaft, sich um jemand anderen zu kümmern.
    Wenn ein Mann seiner Partnerin einen Vorwurf macht, weil sie ein Kind bekommt, ist es besser, wenn sie sich gleich von ihm trennt. Denn diesem Mann fehlt etwas esentielles im Leben: Die Fähigkeit zur Liebe.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Lapje
    • 03.03.2010 um 11:58 Uhr

    ...reagieren, wenn Ihre Versicherung z.B. plötzlich die Bedingungen ändert und sie damit leben müssen? Nicht das gleiche? Moralisch gesehen schon: Eine Partnerschaft ist eine Willensübereinkunft zweier "Parteien" - genauso wie bei einem Vertrag.

    Vor allem geht es hier drumm, dass der Mann nachvollziehbare Gründe gegen ein Kind hatte.

    Ausserdem frage ich Sie: Wer sind SIE? Wer sind Sie dass Sie sich anmaßen Ihre Sichtweise als die einzig richtige anzusehen, sie als eine Allgemeingültigkeit zu sehen? So etwas ist übergriffig.

    Und Männer, die keine Kinder möchten ticken nicht richtig? Besonders wenn es nachvollziehabre Gründe gibt? Da ist mir sofort klar wer da nicht richtig tickt.

    Was würden Frauen nur mit einem Mann machen, der sagen würde, Frauen sind zum Kinderkriegen da? Den würden sie am nächsten Ortsschild aufknüppfen, zur Abschreckung aller.

    Wenn eine Frau sich gegen ein Kind entscheidet ist es Emanzipation, wenn ein Mann es macht...

    Damit wären wir wieder beim alten Thema: Langsam müssen wir Männer uns wieder emanzipieren...

    Vom Vertrauensbruch mal ganz abgesehen: Wenn sie doch ein Kind möchte, dann soll sie sich trennen oder dem Mann (wie in dem Fall hier) die Angst nehmen. Geht beides nicht, dann muss sie sich einen anderen suchen.

    Vielleicht vor dem Schreiben ein wenig mehr nachdenken?

    Nicht jeder Mensch hat einen Kinderwunsch. Jeder Mensch hat das Recht, bewusst auf Kinder zu verzichten. Was das mit "unendlichem, neurotischem Egoismus" zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Seien Sie doch froh, dass sich moderne Gesellschaften bewusst für (oder gegen) Kinder entscheiden und Frauen nicht, wie in einigen Gegenden der Welt heute noch üblich, zu reinen Gebärmaschinen degradiert werden.

    Natürlich passieren trotzdem immer wieder "Unfälle", und dann müssen Vater und Mutter natürlich in der Verantwortung stehen. Hier geht es aber um einen von der Frau bewusst herbeigeführten "Unfall". Es ist nicht abzustreiten, dass die Frau den Mann getäuscht hat und damit sein Leben bewusst in eine Richtung gelenkt hat, die er nicht einschlagen wollte.

    Natürlich kann die Frau ihre Meinung ändern bzw. einen wachsenden Kinderwunsch verspüren. Aber das mindeste, was man von der Frau erwarten kann, ist es, mit dem Mann offen darüber zu sprechen.

    • Hickey
    • 03.03.2010 um 13:00 Uhr

    Beziehungen funktionieren nur dann wirklich wenn man über alles offen reden kann, ob das jetzt was körperliches(impotenz) oder geistliches(Stottern) ist spielt dabei keine Rolle.

    Ich will mit keinem Menschen was zu tun haben der mich betrügt oder belügt, egal ob das ein Mann oder eine Frau ist.

    Wenn nun eine der beiden "Parteien" ein Kind will, die andere aber nicht, dann muss man sich im schlimmsten Fall eben trennen.
    Den Mann oder die Frau die das Kind nicht will, als Herzlos darzustellen halte ich für falsch. Ich will z.b. auch keine Kinder.

    Deutlich, treffend und schön, dass 'mal so zu lesen (Herr Schmidbauer hat das in seiner vorsichtigen Art ja wesentlich undeutlicher ausgedrückt). Ich weiss nicht, wie's heute aussieht, aber für meinen Jahrgang ('66) war's nicht einfach, als halbwegs intelligente Frau einen ebensolchen Mann zu finden, der überhaupt Verantwortung übernehmen wollte. Von "wie kann man ein Kind in diese Welt setzen" bis "meine Familie könnte da mithelfen", war eigentlich alles dabei. Aus meinem Abijahrgang haben nicht viele Frauen Kinder bekommen. Manche haben dem Schicksal (so wie ich dann doch - die DDR hatte auch ihre guten Seiten bzw. Männer würde ich i.d.S. unterstützen) dann doch noch wenigstens eins abgetrotzt. Und ganz ohne Tricksereien. Schade nur, dass mein Sohn dann irgendwann für viele dieser so ichbezogenen Menschen wird aufkommen müssen. Das kann ich ihm nicht ersparen.

    das muss man hier doch schon auch sagen. Diese muss davon ausgehen, dass es viele Leute und Männer gibt (so einige moderne Frauen stehen dem hier allerdings auch nicht nach!) - und auch schon immer gab, die lieber und nur das sexuelle Vergnügen sehen, und eben keine, oder noch keine Kinder wollen. Und deshalb müssen oder sollten diese diesem dann vorher reinen Wein einschenken, es ist ja eben auch das Kind des Mannes! Heute ist es(bei vielen!) nicht normal, bei jedem Sex ein Kind zeugen zu wollen - dann hätten wir halt "afghanische", "afrikanische" oder palästinensische Verhältnisse - ja auch dort ist so mancher glücklich, für mehr oder weniger lange Momente.
    Wenn eine Frau ein Kind gegen den offensichtlichen Willen eines Mannes zur Welt bringt - das kann auch für das Kind negativ sein, sogar auch für die Frau oder die Gesellschaft, dünkt mir. Frauen, auch Frauen müssen prüfen und suchen - manchmal wartet man halt vergebens...

    • Lapje
    • 03.03.2010 um 11:58 Uhr

    ...reagieren, wenn Ihre Versicherung z.B. plötzlich die Bedingungen ändert und sie damit leben müssen? Nicht das gleiche? Moralisch gesehen schon: Eine Partnerschaft ist eine Willensübereinkunft zweier "Parteien" - genauso wie bei einem Vertrag.

    Vor allem geht es hier drumm, dass der Mann nachvollziehbare Gründe gegen ein Kind hatte.

    Ausserdem frage ich Sie: Wer sind SIE? Wer sind Sie dass Sie sich anmaßen Ihre Sichtweise als die einzig richtige anzusehen, sie als eine Allgemeingültigkeit zu sehen? So etwas ist übergriffig.

    Und Männer, die keine Kinder möchten ticken nicht richtig? Besonders wenn es nachvollziehabre Gründe gibt? Da ist mir sofort klar wer da nicht richtig tickt.

    Was würden Frauen nur mit einem Mann machen, der sagen würde, Frauen sind zum Kinderkriegen da? Den würden sie am nächsten Ortsschild aufknüppfen, zur Abschreckung aller.

    Wenn eine Frau sich gegen ein Kind entscheidet ist es Emanzipation, wenn ein Mann es macht...

    Damit wären wir wieder beim alten Thema: Langsam müssen wir Männer uns wieder emanzipieren...

    Vom Vertrauensbruch mal ganz abgesehen: Wenn sie doch ein Kind möchte, dann soll sie sich trennen oder dem Mann (wie in dem Fall hier) die Angst nehmen. Geht beides nicht, dann muss sie sich einen anderen suchen.

    Vielleicht vor dem Schreiben ein wenig mehr nachdenken?

    Nicht jeder Mensch hat einen Kinderwunsch. Jeder Mensch hat das Recht, bewusst auf Kinder zu verzichten. Was das mit "unendlichem, neurotischem Egoismus" zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Seien Sie doch froh, dass sich moderne Gesellschaften bewusst für (oder gegen) Kinder entscheiden und Frauen nicht, wie in einigen Gegenden der Welt heute noch üblich, zu reinen Gebärmaschinen degradiert werden.

    Natürlich passieren trotzdem immer wieder "Unfälle", und dann müssen Vater und Mutter natürlich in der Verantwortung stehen. Hier geht es aber um einen von der Frau bewusst herbeigeführten "Unfall". Es ist nicht abzustreiten, dass die Frau den Mann getäuscht hat und damit sein Leben bewusst in eine Richtung gelenkt hat, die er nicht einschlagen wollte.

    Natürlich kann die Frau ihre Meinung ändern bzw. einen wachsenden Kinderwunsch verspüren. Aber das mindeste, was man von der Frau erwarten kann, ist es, mit dem Mann offen darüber zu sprechen.

    • Hickey
    • 03.03.2010 um 13:00 Uhr

    Beziehungen funktionieren nur dann wirklich wenn man über alles offen reden kann, ob das jetzt was körperliches(impotenz) oder geistliches(Stottern) ist spielt dabei keine Rolle.

    Ich will mit keinem Menschen was zu tun haben der mich betrügt oder belügt, egal ob das ein Mann oder eine Frau ist.

    Wenn nun eine der beiden "Parteien" ein Kind will, die andere aber nicht, dann muss man sich im schlimmsten Fall eben trennen.
    Den Mann oder die Frau die das Kind nicht will, als Herzlos darzustellen halte ich für falsch. Ich will z.b. auch keine Kinder.

    Deutlich, treffend und schön, dass 'mal so zu lesen (Herr Schmidbauer hat das in seiner vorsichtigen Art ja wesentlich undeutlicher ausgedrückt). Ich weiss nicht, wie's heute aussieht, aber für meinen Jahrgang ('66) war's nicht einfach, als halbwegs intelligente Frau einen ebensolchen Mann zu finden, der überhaupt Verantwortung übernehmen wollte. Von "wie kann man ein Kind in diese Welt setzen" bis "meine Familie könnte da mithelfen", war eigentlich alles dabei. Aus meinem Abijahrgang haben nicht viele Frauen Kinder bekommen. Manche haben dem Schicksal (so wie ich dann doch - die DDR hatte auch ihre guten Seiten bzw. Männer würde ich i.d.S. unterstützen) dann doch noch wenigstens eins abgetrotzt. Und ganz ohne Tricksereien. Schade nur, dass mein Sohn dann irgendwann für viele dieser so ichbezogenen Menschen wird aufkommen müssen. Das kann ich ihm nicht ersparen.

    das muss man hier doch schon auch sagen. Diese muss davon ausgehen, dass es viele Leute und Männer gibt (so einige moderne Frauen stehen dem hier allerdings auch nicht nach!) - und auch schon immer gab, die lieber und nur das sexuelle Vergnügen sehen, und eben keine, oder noch keine Kinder wollen. Und deshalb müssen oder sollten diese diesem dann vorher reinen Wein einschenken, es ist ja eben auch das Kind des Mannes! Heute ist es(bei vielen!) nicht normal, bei jedem Sex ein Kind zeugen zu wollen - dann hätten wir halt "afghanische", "afrikanische" oder palästinensische Verhältnisse - ja auch dort ist so mancher glücklich, für mehr oder weniger lange Momente.
    Wenn eine Frau ein Kind gegen den offensichtlichen Willen eines Mannes zur Welt bringt - das kann auch für das Kind negativ sein, sogar auch für die Frau oder die Gesellschaft, dünkt mir. Frauen, auch Frauen müssen prüfen und suchen - manchmal wartet man halt vergebens...

  5. @ThwDortmund
    Dem gibt es kaum etwas hinzuzufügen. Der Autor spielt hier Einzelfälle gegen Grundsätzliches, das Hätte-Wenn-und-Aber, das einen schlichten Betrug, ein Hintergehen, verständlicher machen, wenn nicht gar rechtfertigen soll, fällt immer entlastend für die Frau und belastend für den Mann aus.

    Es ist ganz einfach: Eine Frau, die ohne Wissen des Mannes und womöglich gegen seinen Willen (beide Fälle wären u.U. noch einmal zu unterscheiden) von ihm schwanger zu werden versucht, handelt höchst unmoralisch. Wie viel Verständnis wir auch immer aufzubringen vermögen, als wie positiv die Konsequenzen dieses Verrats am Ende herausstellen mögen - Unmoral bleibt Unmoral. Moralische Fragen sind grundsätzlich erst einmal unabhängig davon, wie viel "Verständnis" ich aufgrund der Umstände für ein Handeln aufbringen kann oder nicht. Derlei Erwägungen sind sekundär und taugen nicht dazu, ein solches Thema eben grundsätzlich anzugehen.

    Antwort auf "pacta sunt servanda"
    • Lapje
    • 03.03.2010 um 11:58 Uhr

    ...reagieren, wenn Ihre Versicherung z.B. plötzlich die Bedingungen ändert und sie damit leben müssen? Nicht das gleiche? Moralisch gesehen schon: Eine Partnerschaft ist eine Willensübereinkunft zweier "Parteien" - genauso wie bei einem Vertrag.

    Vor allem geht es hier drumm, dass der Mann nachvollziehbare Gründe gegen ein Kind hatte.

    Ausserdem frage ich Sie: Wer sind SIE? Wer sind Sie dass Sie sich anmaßen Ihre Sichtweise als die einzig richtige anzusehen, sie als eine Allgemeingültigkeit zu sehen? So etwas ist übergriffig.

    Und Männer, die keine Kinder möchten ticken nicht richtig? Besonders wenn es nachvollziehabre Gründe gibt? Da ist mir sofort klar wer da nicht richtig tickt.

    Was würden Frauen nur mit einem Mann machen, der sagen würde, Frauen sind zum Kinderkriegen da? Den würden sie am nächsten Ortsschild aufknüppfen, zur Abschreckung aller.

    Wenn eine Frau sich gegen ein Kind entscheidet ist es Emanzipation, wenn ein Mann es macht...

    Damit wären wir wieder beim alten Thema: Langsam müssen wir Männer uns wieder emanzipieren...

    Vom Vertrauensbruch mal ganz abgesehen: Wenn sie doch ein Kind möchte, dann soll sie sich trennen oder dem Mann (wie in dem Fall hier) die Angst nehmen. Geht beides nicht, dann muss sie sich einen anderen suchen.

    Vielleicht vor dem Schreiben ein wenig mehr nachdenken?

    Antwort auf ""Betrogene" Männer"
  6. Ihre Erklärung in ausführlicher Form, macht Ihre Argumentation nicht nachvollziehbarer.

    "Annemarie in dem Fallbeispiel hat Klaus liebevoll betrogen,[...]."

    Auch ein liebevoller Betrug ist und bleibt ein Betrug!

    Und zwar ein äußerst schwerwiegender. Möge die biologische Turmuhr auch noch so laut schlagen. Kinderglück durch arglistige Täuschung zu erzwingen muss auf Dauer mit einem enormen Vertrauensverlust bezahlt werden.

    Wird Annemarie ihrem Kinder später die ganze Wahrheit erzählen? Oder auch hier wieder einige Details unerwähnt lassen?

    Für Paartherapeuten sind solche Fälle scheinbar ein lohnendes und vorallem langfristiges Geschäft über mindestens zwei Generationen.

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